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Alle sieben freigesprochen

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Untertitel: Gewerkschafter vor dem Polizeigericht des Saanebezirks

Autor: Von ANTOINE RÜF/La Liberté

Am 14. März 2003 haben sieben Gewerkschafter die Ausfahrt der Firma Logista blockiert. Dies nachdem ein besorgter Logista-Angestellter, der selber nicht zu agieren wagte, bei der Gewerkschaft telefonisch um Hilfe bat. Die Gewerkschafter haben im Auftrag der Firmenangestellten gehandelt. Die Aktion ist provoziert worden durch die Kompromisslosigkeit der Firmendirektion, welche den Dialog mit der Gewerkschaft verweigert und sich weiter unzulässig verhalten hat.

Die wegen Nötigung und Hausfriedensbruchs angeklagten sieben Gewerkschafter wurden vom Polizeirichter des Saanebezirks alle freigesprochen. Auf den Zivilantrag der Firma Logista, die 18000 Franken Schadenssumme forderte, ist der Richter nicht eingegangen.
Ihren Anfang nahm die Geschichte am 25. März 2003: An diesem Tag hat das Logista-Unternehmen ihren 103 Arbeitnehmern per Post eine Hiobsbotschaft zugestellt: Lohnkürzung um fünf Prozent und Halbierung des 13. Monatlohnes per 1. April. Wer damit nicht einverstanden war, konnte die Firma verlassen. Dabei wurden weder die sonst üblichen Fristen noch andere Bedingungen eingehalten.
In der Folge hat die Gewerkschaft mehrere Sitzungen organisiert, in denen die Logista-Angestellten gegenüber der Gewerkschaft ihre Angst um den Arbeitsplatz kundtaten und sie baten, an ihrer Stelle zu handeln.
Alle Versuche der Gewerkschaft, mit der Direktion von Logista zu verhandeln, wurden von Logista-Seite ausgeschlagen. So kam es gegen Abend des 14. März kurzfristig zur Blockade-Aktion, die viereinhalb Stunden dauerte. Logista erhob daraufhin Klage.

Erster Prozess vor einem Jahr

Die erste Anhörung vor einem Jahr wurde zu einem Anklageforum gegen die Firma, da der hohe Druck aufgezeigt wurde, unter dem die Angestellten standen und der ein Klima von Angst auslöste. Dieser Druck war für den Polizeirichter «untragbar in der aktuellen Konjunktur». Es war dieses Klima, das die Gewerkschafter dazu veranlasste, quasi an Stelle der Logista-Angestellten zu streiken. Gemäss Richter haben die Gewerkschafter zulässig gehandelt: sie haben die Aktion erst gestartet, nachdem sie ohne Erfolg versucht hatten, mit der Direktion zu sprechen.

Für die Gewerkschafter lasse sich dieser Fall einreihen in die schleichende Kriminalisierung des Kampfes für soziale Rechte. In einem Communiqué haben sie sich deshalb gestern an den Staatsrat gewandt. Der Freiburgische Gewerkschaftsbund verlangt u.a., dass das künftige Gesetz über den Arbeitsmarkt die Ausübung der Arbeit von Gewerkschaften besser schützt. Ein gutes Dutzend Leute vom Gewerkschaftsbund zogen in einem kleinen Umzug zur Eröffnung des Prozesses vom Bahnhof zum Gerichtssaal.

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