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Alle Staatsgebäude zum Energiecheck

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Energieeffizienz in Gebäuden ist löblich, aber mit teuren Investitionen verbunden: dies die vorherrschende Meinung. «Wir beginnen da, wo man nicht investieren muss», sagt Pierre Chuard, Gründer und Direktor des Vereins Energo. «Wir gehen das Problem methodisch an.» Konkret sieht Chuard im Verhalten der Bewohner und Benützer von Gebäuden grosses Sparpoten- zial. Jean-Christophe Hadorn, Westschweizer Verantwortlicher für Energo, erwähnt zwei Beispiele: Ein Gebäude ist tagsüber auf 22 Grad und nachts auf 17 Grad geheizt. Reduziert man die Temperatur um je ein Grad, werden fünf Prozent Heizenergie gespart. Oder ein Gebäude mit Lüftung spart 30 Prozent, wenn die Lüftung nachts ausgeschaltet wird.

Eine Win-win-Situation

Dieses Bewusstsein versucht Energo seit 2001 zu etablieren. Aus der nationalen Kampagne «Energie 2000» hervorgegangen, unterstützt die Organisation Einsparungen in Gebäuden. Nun springt auch der Kanton auf: Gestern fand in Domdidier die Gründung einer Freiburger Stiftung Energo statt, die sich die Effizienz in öffentlichen Gebäuden zum Ziel setzt. Freiburg ist der erste Kanton, der das Konzept von Energo in Form einer Stiftung fördert. Im Stiftungsrat sitzen die Staatsräte Beat Vonlanthen und Anne-Claude Demierre sowie der Vorsteher des kantonalen Amts für Energie, Serge Boschung. Ebenfalls mit von der Partie ist Groupe E mit ihrem Generaldirektor Dominique Gachoud. Stiftungsratspräsident ist Altstaatsrat Pascal Corminboeuf.

«Das Konzept von Energo basiert auf effizienten Massnahmen», so Beat Vonlanthen an einer Pressekonferenz gestern. «Es ergibt eine Win-win-Situation: Beide Seiten profitieren.» Der Staat bringt 50 000 Franken in die Stiftung ein, was laut Vonlanthen durch Einsparungen aber um ein Vielfaches wettgemacht werde. Sein Ziel sind 3,5 Millionen Franken Minderausgaben pro Jahr.

Berater von Energo versuchen, bestehende Anlagen zu optimieren, machen Quellen von Energieverschwendung aus, schlagen im Tagesablauf von Bewohnern und Benutzern durch eine Anpassung von Arbeitsplänen Verbesserungen vor. Die Umsetzung der Massnahmen wird ständig gemessen und kontrolliert, und schliesslich sollen die Benutzer von Gebäuden in Selbstmonitoring geschult werden (siehe Kasten).

Vonlanthen sagte, dass im Kanton Freiburg 46 Prozent der Energie durch Gebäude verbraucht werde, zwei Fünftel der fossilen Energie und 23 Prozent des Stroms.

Zuerst Spitäler und Heime

Derzeit nehmen im Kanton Freiburg zwei von acht Spitälern und rund 20 von 55 Alters- und Pflegeheimen die Dienstleistung von Energo in Anspruch. In einer ersten Etappe möchte Vonlanthen, dass alle Spitäler und Heime Massnahmen von Energo umsetzen. So will er bei einem Energieaufwand von sieben Millionen Franken zwischen 0,5 und 1,5 Millionen Franken einsparen. In einer zweiten Etappe sollen alle Gebäude des Staates dem Programm folgen. Bei einem Aufwand von zehn Millionen Franken sieht Vonlanthen ein weiteres Sparpotenzial von bis zu zwei Millionen Franken.

Dominique Gachoud sieht in der Stiftung, welche die Rolle eines Promotors und Koordinators einnimmt, den Vorteil, dass darin die Kompetenzen von wichtigen Akteuren im Energiebereich vereint werden. Schliesslich ist für ihn ausschlaggebend, dass Energo mit derzeit 4000 Gebäudestandorten eine kritische Grösse erreicht hat, um Projekte wirklich voranzubringen.

Das Modell: Profit durch «Negawattstunden»

D ie Organisation Energo arbeitet nach einem Modell, bei dem sie selber nur profitiert, wenn ein Gebäudebesitzer auch Energie einspart. Direktor Jean-Christophe Hadorn erklärte an der gestrigen Pressekonferenz die Funktionsweise: Wer die Dienstleistungen von Energo in Anspruch nimmt, zahlt eine jährliche Gebühr. Diese macht für den Betrieb eines Pflegeheims beispielsweise 800 Franken aus und ist abhängig von der Gebäudegrösse. Wenn nun ein Betrieb durch die Beratung von Energo Einsparungen bei der Energie macht, so erhält der Verein einen Teil des eingesparten Betrags ausbezahlt. In den ersten Jahren kassiert Energo 60 bis 70 Prozent, später noch 30 Prozent der Einsparungen. Doch auch im ersten Fall sei es für einen Gebäudebesitzer noch attraktiv, so Hadorn: Statt zwölf Rappen pro Kilowattstunde für die Energie bezahlt er nur noch acht Rappen für die eingesparte Energie – Hadorn spricht von «Negawattstunden» – an Energo. Mit dem Geld bezahlt die Organisation akkreditierte Ingenieure, die für immer neue Gebäude wieder als Berater auftreten. Gemäss Hadorn wird zwischen einfachen und komplexeren Gebäuden unterschieden. Mit der Methodologie von Energo könne eine Beratung für ein einfaches Gebäude auch durch Studenten von Ingenieurschulen wahrgenommen werden. uh

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