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«Alle Wege führen zur Kunst»

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«Es war eine schöne Geschichte, doch wie jede schöne Geschichte geht sie einmal zu Ende.» Das sagt Isabelle Eichenberger über das bevorstehende Ende des Kunstexperiments der Stiftung APCd im Marly Innovation Center: Erst im Juni 2015 hatte die Stiftung dort ihre Tätigkeit aufgenommen und seither zahlreiche Ausstellungen und andere kulturelle Projekte realisiert. Doch dann starb im Juni 2017 der Gründer und Präsident Pierre Eichenberger, Kunstsammler und Galerist. Dessen Ehefrau Isabelle Eichenberger, Vizepräsidentin der Stiftung, kündigte daraufhin an, die Aktivitäten in Marly aufzugeben, da sie das Projekt alleine nicht weiterführen könne (die FN berichteten).

Fotografien und Erinnerungen

Am 14. Dezember findet nun ein grosses Abschlussfest statt, das auch eine Hommage an Pierre Eichenberger sein soll. «Mein Mann liebte Feste, darum muss das hier mit einem Fest enden», sagt Isabelle Eichenberger dazu. Ausserdem erinnert die Stiftung mit einer Retrospektive, die ab sofort zugänglich ist, an ihren Gründer und an dessen Philosophie. «Alle Wege führen zur Kunst», so lautete Pierre Eichenbergers Credo, und er meinte damit, dass Kunst an allen möglichen Orten stattfinden könne und alle möglichen Menschen ansprechen solle. Die Retrospektive sei darum weniger eine Ausstellung als ein spielerischer Rundgang durch die Geschichte der APCd, erklärt der künstlerische Leiter Martial Mingam. Unzählige Fotografien in Pfeilform weisen den Weg durch die Räume, doch welchen Pfeilen man wohin folgt, ist jedem Besucher selbst überlassen. Das entspreche ganz dem Geist von Pierre Eichenberger, sagt Mingam. «Kunst braucht weder einen vorgegebenen Weg noch eine aufwendige Inszenierung.»

Die Bilder in der Retrospektive zeigen, was für ein lebendiger, dynamischer Ort in den letzten zweieinhalb Jahren in den ehemaligen Ilford-Hallen entstanden ist, welche die APCd gemietet hatte. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler sind zu sehen, Mitarbeiter und Publikum, Feste und Ateliers – und dazwischen immer wieder Pierre Eichenberger in seinem Element, diskutierend, scherzend, fotografierend. «Mein Mann konnte hier einen Traum verwirklichen, das ist das Wichtigste», sagt Isabelle Eichenberger.

Ergänzend zu den Fotografien sind Grussbotschaften und Erinnerungsstücke von Künstlern zu sehen, die seit der Gründung bei der APCd ausgestellt oder Projekte verwirklicht haben. Eine besonders hübsche Nachricht hat Thierry Jobin, der künstlerische Leiter des Internationalen Filmfestivals Freiburg, geschickt. Mit der handschriftlichen Notiz «Ni avec toi ni sans toi» erinnert er an einen entsprechenden Zettel aus François Truffauts Nachlass, der im Frühling 2016 bei APCd ausgestellt war. «Es ist wie eine subtile, letzte Botschaft an Pierre Eichenberger», meint Martial Mingam.

Das Ende einer Erfolgsgeschichte

Am Sonntag, dem 17. Dezember, wird die APCd ihre Türen in Marly definitiv schliessen. Bis dahin ist nebst der Retrospektive auch noch die letzte Sonderausstellung zu sehen, eine Schau zum sechzigjährigen Bestehen der Künstlergruppe Mouvement, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren frischen Wind in die Freiburger Kunstszene brachte. Diese letzte Ausstellung ist eine der erfolgreichsten, welche die APCd in Marly durchgeführt hat – und steht damit exemplarisch für eine Erfolgsgeschichte, die nun zu Ende geht.

Interview

«Ich bin ziemlich stolz auf dieses ganze Abenteuer»

Isabelle Eichenberger hat die Stiftung APCd zusammen mit ihrem Mann Pierre Eichenberger gegründet und ist deren Vizepräsidentin. Nach dem Tod von Pierre Eichenberger, der die Stiftung präsidiert und vorangetrieben hatte, sah sie sich gezwungen, das Projekt im Marly Innovation Center aufzugeben. Im Gespräch mit den FN sagt sie, warum sie trotzdem nicht traurig ist und was von der APCd bleiben wird.

Isabelle Eichenberger, nach zweieinhalb Jahren endet das Abenteuer der Stiftung APCd in Marly. Welche Momente bleiben Ihnen besonders in Erinnerung?

Sehr viele; es war eine kurze, aber dichte Geschichte! Besonders gerne erinnere ich mich an unsere allererste Ausstellung «Hors Piste». Das war wie eine Explosion von Ideen und Projekten. Ein schönes Projekt war auch die François-Truffaut-Ausstellung, die wir 2016 zusammen mit dem Internationalen Filmfestival Freiburg rea­lisierten. Es war erst das dritte Mal, dass diese Ausstellung öffentlich gezeigt wurde. Und die letzte Ausstellung über die Künstlergruppe Mouvement, die aktuell noch zu sehen ist, liegt mir am Herzen, weil ich viele der Künstler schon in jungen Jahren kannte und dennoch vieles neu entdeckt habe.

Die APCd hatte in Marly noch viele Pläne, doch dann verstarb Ihr Mann Pierre Eichenberger, der Gründer des Projekts. Sind Sie eher traurig darüber, dass damit auch das Projekt zu Ende geht, oder eher stolz auf das, was Sie erreicht haben?

Vor allem freue ich mich, dass mein Mann hier einen Traum verwirklichen konnte, und ich bin ziemlich stolz auf dieses ganze Abenteuer. Es war eine schöne Geschichte, die nun zu Ende geht. Deshalb bin ich bewegt, aber nicht traurig. Ich freue mich auch, dass wir mit der Publikation des Buchs «Bambou» von Michel Gremaud mit etwas Positivem aufhören können, mit etwas Neuem, das bleiben wird.

Wie geht es nun weiter mit der APCd und mit ihrer Kunstsammlung, die ebenfalls in Marly untergebracht war?

Für die Sammlung habe ich ein Depot in der Stadt Freiburg gefunden. Für die Räume in Marly suchen wir gemeinsam mit dem Marly Innovation Center nach einem Nachmieter, aber wir werden auf jeden Fall Ende Jahr ausziehen. Die Stiftung werden wir auflösen, da der Gründer verstorben ist und die Mittel fehlen, um den Stiftungszweck weiter zu verfolgen. Hingegen wird es die Art-Buvette in Freiburg, die mein Mann vor fünfzehn Jahren gegründet hat und die ihm immer besonders wichtig war, weiterhin geben.

cs

Programm

Ein Tanztrio und ein Buchprojekt zur Finissage

Die Geschichte der APCd im Marly Innovation Center endet am Donnerstag, 14. Dezember, mit einer grossen Finissage (ab 18 Uhr). Zum Auftakt tritt das Tanztrio «Nous et Moi» auf. Danach präsentiert die Stiftung ihr letztes grosses Projekt, das Buch «Bambou» des Freiburger Künstlers Michel Gremaud. Dieses vereint vier Skizzenbücher aus den Jahren 1976 bis 2004. Die Publikation ist eine Initiative der beiden jungen Grafiker Clément Chavanne und Alexis Hominal; die APCd hat bei der Realisierung geholfen. Die Ausstellung zur Gruppe Mouvement und die APCd-Retrospektive sind noch bis zum Sonntag, 17. Dezember, zu sehen (Fr. bis So. 10 bis 18 Uhr).

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