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Alles fliesst

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Ausufernde Konzeptalben, Konzerte mit eigener Bühne für jedes Bandmitglied und ein Orchester-Projekt mit 42 Musikern: Die Sensler Post-Metal-Band The Burden Remains hat sich in den letzten Jahren den Ruf einer Combo mit grossem künstlerischem Selbstbewusstsein erarbeitet. Mit jedem Projekt betreten sie Neuland, mit jedem Album erfinden sie sich und ihren Sound neu. «Wir suchen solche Riesenprojekte nicht bewusst, die Projekte finden uns», sagt Gitarrist Thomas Jenny im Gespräch mit den FN. «Eigentlich wollten wir nach dem letzten Album wieder einmal etwas ganz Einfaches machen – ein geradliniges Hardcore-Punk-Album zum Beispiel», ergänzt Schlagzeuger Silvan Mangold. Doch natürlich kam es wieder ganz anders, wieder klopfte plötzlich ein neues Grossprojekt an die Tür.

«Dieses Mal war Duex schuld», sagt Jenny schmunzelnd. Der umtriebige Bad-Bonn-Progammator Daniel Fontana lud die Band an die letztjährige Bad-Bonn-Kilbi ein und verlangte im Gegenzug einen speziellen Auftritt: «Er wollte, dass wir auf der Bühne über uns hinauswachsen. Was wir genau machen, war aber uns überlassen», sagt Mangold. Nach dem Gespräch blieben noch 14 Monate bis zum Auftritt. «Wir haben verschiedenste Konzepte durchgespielt: Zuerst wollten wir mit Stummfilmen arbeiten, dann mit Performance-Künstlern. Eine Zeit lang spielten wir sogar mit dem Gedanken, einen Taucher mit Kamera in den Schiffenensee zu versenken und die Bilder vom untergegangenen Weiler Bad Bonn live als Konzertvisualisierung zu verwenden», erzählt Mangold. Am Ende landeten sie bei einem anderen Filmprojekt: «Ein Kollege vermittelte uns an ein Zürcher Kollektiv, das einen Film zu unserem Album drehen sollte. Das konkrete Konzept zu diesem intermedialen Gesamtkunstwerk entstand schliesslich an einem bierreichen Abend», erzählt Jenny.

«Sophies Welt» für Metalheads

In wenigen Monaten entstanden schliesslich acht neue Songs und ein Film dazu (siehe Kasten). «Die Zusammenarbeit war bereichernd. Das Filmteam brachte eigene Ideen mit ein und machte letztlich etwas ganz Eigenes, das dennoch mit der Musik zu einem Ganzen verschmolz», sagt Jenny. Thematisch wagen sich die Metaller auf dem neuen Album an eine künstlerische Verarbeitung der Conditio humana: «Dieses Mal ging es um die Eigenart des Menschen, die Welt in Dualismen wahrzunehmen», sagt Jenny, der die Texte für das Album geschrieben hat. «Wir erzählen auf dem Album davon, wie die Wahrnehmung der Welt in Gegensätzen unsere menschliche Existenz beeinflusst und wie das Ineinanderfliessen der Dinge diese Gegensätze auflöst. Der Titel ‹fluid› bezieht sich auf diesen befreienden Zustand», so Jenny.

«Aber irgendwie drehen sich unsere Themen doch immer um solche Fragen», ergänzt Mangold. «Wir sind der Lärm gewordene Philosophie-Einführungskurs, eine Art ‹Sophies Welt› für Metalheads», bilanziert Jenny. Zugleich passt der Titel «fluid» auch zum musikalischen Spektrum der Band. Denn auch auf der Soundebene ist auf dem neuen Album alles im Fluss. Harte und ruhige Passagen gehen ineinander über. Mal wüten über wabernden Synthie-Flächen brachiale Gitarrengewitter, die den Thrash Metal der Anfangstage der Band aufblitzen lassen. Mal dreht das Album das Tempo fast auf null und entfaltet eine melancholische Grundstimmung. «Ich glaube, mit diesem Album sind wir das erste Mal wirklich von den klassischen Songstrukturen weggekommen», freut sich Mangold.

Die Gölä-Klausel

Der eigentliche Coup des neuen Albums besteht aber in einer anderen Besonderheit, die bei der Uraufführung an der Kilbi 2019 (die FN berichteten) am meisten zu reden gab: Die Texte sind ausschliesslich auf Schweizerdeutsch verfasst. «Es mag jetzt klischeehaft klingen, aber die Idee kam uns, nachdem unser Sänger Tommy Schweizer ein Bier mit dem Mundart-Experten Christian Schmutz getrunken hatte», erinnert sich Jenny. «Schmutz hat ihn gefragt, warum wir eigentlich nie auf Schweizerdeutsch singen. Wir fanden die Idee sofort interessant – aber auch gefährlich. Auf Schweizerdeutsch klingen die Texte schnell kitschig», sagt Mangold.

Während der Arbeit am Album gab sich die Band deshalb eine Ausstiegsklausel: «Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir die Mundart-Idee sofort begraben, wenn uns jemand sagt, dass die Texte zu sehr nach Gölä klingen», erinnert sich Jenny. Da dies nicht passierte, machten sie weiter und entdeckten nach und nach die Vorzüge des Schweizerdeutschen: «Die Klangfarbe der Mundart passt perfekt zu unserem Sound», zeigt sich Mangold zufrieden. «Beim Schreiben der Texte musste ich zum ersten Mal nicht darüber nachdenken, wie ich etwas ausdrücken soll. Ich konnte mich auf das Was konzentrieren», sagt Jenny.

Entstanden sind expressive Texte, die das Schweizerdeutsche in lyrische Textkonstrukte überführen, starke Bilder evozieren – und dabei tatsächlich nie an Gölä erinnern.

Mit der Plattentaufe diesen Donnerstag und Freitag (siehe Kasten) nimmt eine weitere künstlerische Odyssee der Band ein Ende. Denn nach Monaten der Aufnahmen im Studio existiert «fluid» nun auch als Platte. Für den passenden Auftritt hat die Combo mit dem Freiburger Filmfestival zusammengearbeitet, es sollte also eine gewisse Kinoatmosphäre herrschen.

«Dieses Format gibt uns die Möglichkeit, den Film ins Zentrum des Konzerts zu stellen», sagt Thomas Jenny. «Etwas ungewohnt wird es aber schon sein, so ganz ohne Bewegung im Publikum.» Pläne für die Zukunft hat die Band indes noch keine: «In Corona-Zeiten ist es nicht einfach, als Band an die Zukunft zu denken», sagt Jenny. Und an überbordende Grossprojekte denken die Musiker momentan ohnehin nicht: «Bis jetzt hat uns noch kein neues Projekt gefunden.» Vielleicht wird irgendwann ja doch noch was aus dem simplen Hardcore-Punk-Album – oder aus dem Taucher im Schiffenensee.

Programm

Zwei Metal-Konzerte mit Kino-Flair

Diesen Donnerstag und Freitag tauft die Sensler Metalband The Burden Remains ihre neue Platte «fluid». Um die monatelangen Aufnahmen im Studio gebührend abzuschliessen, arbeitete die Band mit dem Internationalen Freiburger Filmfestival (Fiff) zusammen. Als Zwitter zwischen Konzert und Kinovorstellung findet der Anlass im Saal mit Stühlen statt. Denn neben neuen Songs präsentiert die Band auch einen Film, den das Zürcher Exit Filmkollektiv eigens für das Album geschaffen hat. Als Vorbands stimmen die beiden Schweizer Drone-Ambient-Projekte Buryme und Kernal in den Abend ein.

lr

Nouveau Monde, Freiburg. Freitag, 8. Oktober, 20.30 Uhr und Samstag, 9. Oktober, 21 Uhr. Tickets und Infos unter: www.nouveaumonde.ch

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