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«Alles hat mit meiner Geburt angefangen»

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Der junge Cembalist Vital Julian Frey sprüht vor Energie und Lebensfreude. Ein Tastenlöwe, der sein Talent nicht nur am Cembalo auslebt, sondern sich auch wortgewandt ans Publikum richtet. Mittlerweile ist dies eines seiner Markenzeichen. Ein anderes ist sein wunderschön bemaltes Cembalo, das überall mitkommt.

Frey war erst achtjährig, als er den ersten Cembalounterricht erhielt. Das ist alles andere als üblich. Denn zum Cembalo kommen die meisten über das Klavier oder die Orgel. Der Berner Vital Frey ist in Genf aufgewachsen und hat an der Musikhochschule Freiburg in Breisgau und in München studiert. Er erhielt mehrere Auszeichnungen und gilt heute als einer der gefragtesten Cembalisten. Bei den Murten Classics ist er seit zehn Jahren immer wieder dabei, dieses Jahr erstmals als Artist in Residence.

 

 Vital Frey, wie konnten Sie so früh eine Liebe zum Cembalo entwickeln?

Das fing mit meiner Geburt an. Mein Vater schenkte meiner Mutter zur Geburt eine Plattensammlung mit Cembalokonzerten. Und die hörte ich als Kind immer wieder. So wollte ich bereits als Knirps nichts anderes als Cembalo spielen. Mit acht Jahren war es dann so weit. Meine Eltern waren aber beide keine Musiker.

 

 Sie sind erst 33-jährig und auf dem Weg, eine grosse Karriere zu machen. Derzeit geben Sie bis zu 70 Konzerte im Jahr. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen das zu viel wird?

Doch, bei einem so vollen Programm stosse ich tatsächlich an meine Grenzen. Ich sollte mich künftig auf rund 50 Konzerte beschränken.

 

 Bei jedem Konzert reisen Sie mit Ihrem eigenen Cembalo an. Warum?

Ein Instrument ist wie ein Mensch mit all seinen Schwächen und Stärken. Mit ihnen kann man umgehen, wenn man sie gut kennt. Jedes Cembalo ist anders gebaut. Je nach Modell sind zum Beispiel die Tasten mal breiter oder mal schmaler. Ich spiele die meisten Konzerte auf dem zweimanualigen französischen Cembalo, das einem Modell aus dem Jahre 1749 von Jean-Claude Goujon nachgebaut ist. Ich liebe dieses Cembalo, weil es auch so schön bemalt ist.

 

 Als Artist in Residence geben Sie in Murten vier Konzerte und treten kurz darauf in St. Moritz bereits wieder mit einem andern Programm auf. Wo bleibt die Zeit zum Üben?

Das ist die Kunst, mit wenig Vorbereitungszeit gut zu spielen. Man muss lernen, seine Kräfte gezielt einzusetzen und die wenige Übungszeit effizient zu nutzen. Eine Konzertkarriere macht wohl nur ein Künstler, der auch unter erschwerten Bedingungen immer noch gute Leistungen erbringen kann. So wie am Sonntag etwa, als ich unter der Hitze enorm gelitten habe. Die Tasten waren von der hohen Luftfeuchtigkeit ganz nass und glitschig.

 

 Heute kann alles auf CD gehört werden. Die Menschen gehen aber trotzdem zu Konzerten. Wie erklären Sie das?

Im Konzert geht es nicht nur um die Musik, sondern um ein Künstlererlebnis. Daher richte ich mich oft auch ans Publikum, sage ein paar Worte zum Werk. Zudem ist jede Aufführung etwas Eigenes und Einmaliges, eine spontane Schöpfung aus dem Augenblick.

 

 Die grosse Pianistin Clara Haskil hat wegen der grossen Sorge um ihre Hände ein Leben lang nie ein Messer benutzt. Ist das bei Ihnen auch so?

Ich war viele Jahre unbekümmert, habe im Gymnasium intensiv Kunstturnen ausgeübt, bis mich ein Lehrer zur Vernunft brachte. Die Vorsicht musste ich erst lernen. Doch Messer benutze ich allemal.

 

 Sie leben in der Region Thun und unterrichten an der Musikschule ein paar Kinder. Wie finden Sie dafür Zeit?

Es liegt mir sehr am Herzen, dass das Cembalo populär wird. Daher unterrichte ich auch. Das ist mit ein Grund, warum ich jetzt Artist in Residence bin. Es ist mir ein Anliegen, das Cembalo in Konzertreihen einzubringen.

 

 Haben Sie einen Konzertmanager?

Ja–ich habe eine wunderbare Beraterin, PR-Frau und Konzertmanagerin. Zufälligerweise ist sie auch die Direktorin der Murten Classics, Jacqueline Keller.

Konzerte mit Vital Julian Frey: Mi., 22. August, 20 Uhr: Serenadenkonzert im Schlosshof mit Werken von J. S. Bach. So., 26. August, 11 Uhr, Schulhaus Prehl: Cembalo und Flamencotanz. Infos und Ticket unter www.murtenclassics.ch

Murten Classics: Zwei Mal Barockmusik – einmal kühl und einmal heiss

D ie beiden Barockkonzerte vom Wochenende haben ein weiteres Mal gezeigt, dass ein Konzerterlebnis nicht durch einen Tonträger ersetzt werden kann. Während am Samstag im Dachstock des Kulturzentrums Beaulieu der Ventilator surrte und für Abkühlung sorgte, mussten am Sonntag die 130 Zuhörer in der voll besetzten Kirche schwitzen. Dafür gabs Musik pur ohne Nebengeräusch: Cembalist und Artist in Residence Vital Julian Frey (siehe Haupttext) schien mit seiner unglaublichen Technik und seinem Partner, dem italienischen Geiger Francesco d’Orazio, fast davonzurennen. Die beiden interpretierten drei Bach-Sonaten für Violine und Cembalo und setzten mit zwei zeitgenössischen Werken spannende Gegenpole. Dem Stück «Nocturne» für Violine solo der finnischen Komponistin Kaija Saariaho vermochte d’Orazio die verträumte und introvertierte Seite abzugewinnen. Und im «Continuum» für Cembalo solo von György Ligeti verwandelte Frey die Töne mit seinen blitzschnellen Fingern in eine Klangmasse, die kein Erkennen der einzelnen Töne mehr zuliess. Das Publikum war begeistert. Bachs c-Moll-Sonate hörte sich ganz anders an, frisch und lebendig. Das Konzept sei zur Nachahmung empfohlen.

Ein ganz anderes Ambiente schufen am Samstag im Beau lieu die meist unbekannten Werke aus dem 18. und 19. Jahrhundert, der Zeit des Ancien Régime. Unbekannt sind sie wohl nicht von ungefähr, einigen fehlt ganz einfach die Substanz. Das Quintett mit der Organistin Annerös Hulliger konnte da keine Wunder wirken. Die fünf interpretierten in jeder Hinsicht lebendig und dynamisch. Und das Gute am eher banalen Stück aus dem «Cahier de musique» für Marianne Vissaula war einzig, dass zu Murten von 1825 ein Bezug geschaffen wurde. Peter Vissaula, 1635 Syndic von Murten, war Mariannes Vorfahre. il

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