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Alles oder nichts

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Der FC Plaffeien hat in dieser Saison einiges zu ­feiern: Zum einen wird der im Jahr 1969 gegründete Fussballverein fünfzigjährig, zum andern absolvieren die Sensler ihre zwanzigste Saison in der Elite der höchsten kantonalen Fussballliga. Es war in der Saison 1998/99, als sich Plaffeien in den Aufstiegsspielen gegen Corminboeuf, Siviriez, Cen­tral  II, Grandvillard und Estavayer-le-Lac durchgesetzt und den erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga geschafft hatte. Seither sind zwei Jahrzehnte ins Land gezogen, in denen sich der Verein ununterbrochen in der neuen Liga behauptet hat. Andere Mannschaften wie Giffers-Tentlingen, Tafers, Bösingen, Düdingen II, Schmitten, Courtepin oder das Team Freiburg/FFV vermochten sich in dieser Zeit in der 2. Liga nicht durchzusetzen und sind nach mehr oder weniger kurzen Gastspielen wieder in der Anonymität der 3. Liga verschwunden. Plaffeien hingegen feiert heuer sein 20-Jahr-Jubiläum.

«Was zählt, ist der erste Platz»

Wie liesse sich ein runder Geburtstag besser feiern als mit einem einzigartigen Geburtstagsgeschenk? Mit einem Aufstieg? In der Meisterschaft liegen die Plaffeier auf dem zweiten Tabellenrang, nur einen Punkt hinter dem FC Piamont. Hätten sie das letzte Spiel der Vorrunde auswärts gegen La Roche nicht unglücklich 0:2 verloren, dann würden sie heute die Rückrunde gar als Leader in Angriff nehmen. Die gute Platzierung weckt Begehrlichkeiten; die Chancen, sich zum Jubiläum mit dem erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga interregional zu beschenken, sind durchaus intakt. «Unsere Ziele haben sich durch die guten Leistungen der Vorrunde verlagert», sagt denn auch Trainer Joël Durret. «Ursprünglich waren wir mit dem Ziel gestartet, einen Platz unter den Top 6 zu erreichen. Diese Saison war als Vorbereitungsjahr gedacht, um eine gute Mannschaft zu formen und nächstes Jahr richtig angreifen zu können. Unser Findungsprozess ist aber schneller gegangen als erwartet. Jetzt wollen wir versuchen, den ersten Rang zu erreichen.»

Dafür ist Durret auch bereit, auf dem Platz gewisse Risiken einzugehen. «Wir wollen konsequent auf Sieg spielen und nehmen in Kauf, deswegen auch mal eine Niederlage zu kassieren. Ob wir am Ende Zweiter oder Achter sind, ändert nicht viel. Was zählt, ist der erste Platz.»

Plaffeien strebt nicht zuletzt deswegen den Aufstieg an, weil die Liga für die Oberländer einiges an Reiz eingebüsst hat. Seit dem Aufstieg von Ueberstorf und den schon etwas länger zurückliegenden Abstiegen von Bösingen, Tafers und Düdingen II sind sie die einzige Sensler Mannschaft in der 2. Liga. «Die 2. Liga interregional wäre extrem attraktiv für uns – erst recht, wenn jetzt noch der FC  Freiburg absteigen sollte», sagt Durret.

Dreikampf um den Aufstieg

Allerdings ist Plaffeien nicht das einzige Team, das Aufstiegsambitionen hegt. Auch Wintermeister Piamont hat seinen Anspruch auf den ersten Tabellenplatz angemeldet. Der Club, der 2004 aus einer Fusion der beiden Vereine Noréaz-Rosé und Ponthaux hervorgegangen ist, hat in der Winterpause unter anderem dem FC St-Aubin/Vallon seinen Topskorer Arton Ademaj abgeworben. «So etwas geht nur übers Geld, da können und wollen wir nicht mitziehen», sagt Durret. Die Konkurrenz aus dem Saanebezirk fürchtet er dennoch nicht. «Wir haben in der Vorbereitung in Freiburg auf dem Kunstrasen trainiert, nebenan war jeweils der FC Piamont. Da waren selten mehr als zehn Spieler auf dem Platz. Punkto Trainingspräsenz, Trainingsfleiss und Trainingsqualität haben wir uns um einiges besser auf die Rückrunde vorbereitet. Zudem hat mich Piamont in der Vorrunde spielerisch nicht so überzeugt, da waren wir überlegen.»

Mehr Respekt hat Joël Durret vor dem FC Gumefens/Sorens. Mit dem FC Bulle, La Tour/Le Pâquier, Farvagny/Ogoz und Romont gebe es in dieser Region mehrere Teams, die in der 2. Liga inter oder höher spielen. «Das Spielerreservoir ist gross und man weiss nie genau, welche Teams mit welchen Spielern antreten.»

Offensiv ausgerichtet

Durret erwartet einen Dreikampf zwischen Piamont, Gumefens/Sorens und Plaffeien um den Aufstieg. Gerne hätte er seine Mannschaft im Hinblick auf diese Kämpfe noch etwas verstärkt – auch weil er mit dem Abgang von Fisnik Pajaziti zu Farvagny/Ogoz in der Offensive etwas an Qualität eingebüsst hat. Fussballer ins Oberland zu locken, hat sich aber wie schon in vergangenen Jahren als keine leichte Aufgabe erwiesen. «Wir haben einige Sense-Oberländer angefragt, unter anderem solche, die beim SC Düdingen spielen. Ob sie irgendwo in der 2. Liga inter in der hinteren Tabellenregion mitmischen oder bei uns an der Spitze der 2. Liga regional, macht eigentlich keinen allzu grossen Unterschied. Dennoch konnten wir niemanden überzeugen, zu uns zu kommen. Wir hatten gehofft, dass die Identifikation mit dem Sense Oberland ausgeprägt ist.»

Joël Durret will auch in der Rückrunde an jenem Spielsystem festhalten, das seine Mannschaft in der ersten Saisonhälfte so erfolgreich praktiziert hat: die ballführenden Spieler sehr hoch angreifen und den Gegner mit einem starken Pressing unter Druck setzen. Die beiden Aussenverteidiger sollen ihre Rolle auch weiterhin sehr offensiv interpretieren. Mit dieser Spielweise hat Plaffeien in der Vorrunde 37 Treffer erzielt. Einzig Ursy (37) und Richemond (30) haben die 30-Tore-Marke auch schon geknackt, alle anderen Teams liegen teils deutlich darunter. Und was noch fast mehr erstaunt: Trotz ihrer offensivfreudigen Spielweise haben die Sensler erst 17 Gegentreffer hinnehmen müssen. Einzig Sarine-Ouest (13) hat noch besser verteidigt. Offensive Durchschlagskraft und defensive Stabilität – mit diesen Zutaten lässt sich ein schönes Geburtstagsgeschenk basteln.

Abgänge (5): Fisnik Pajaziti (Farvagny/Ogoz), Ivo Nadig (Gurmels), Dominik Lötscher (Rücktritt), Fabian Gangl (Jun. A Sense Oberland), Stefan Julmy (Rücktritt).

Zuzüge (3): Cédric Rappo (Schmitten), Lewyn Willa (Jun. A Düdingen), Kevin Jenny (2. Mannschaft).

2. Liga

Tabelle der Vorrunde

Richemond – Plaffeien 16.30

La Roche – Ursy 18.00

Gumefens – Piamont 18.00

Haute-Gruyère – Sarine-Ouest 18.00

Murten – Avenches 18.00

Siviriez – Belfaux 19.30

St-Aubin/Vallon – Kerzers 20.00

FC Murten

Auf der Suche nach seiner Seele

Magere vier Punkte aus 13  Partien, nur ein Sieg, abgeschlagenes Schlusslicht – Murten ist die Vorrunde in der 2. Liga wahrlich nicht geglückt. Das Problem: Die Seeländer präsentierten sich auf dem Feld mehr als Ansammlung von Individualisten denn als eingeschworene Einheit. «Die fussballerische Qualität der Spieler ist gut, aber unserem Team fehlt die Seele», sagt Murtens Co-Präsident Roger Le­pore.

Ganz überraschend kommt Murtens Kriechgang nicht. Auf diese Saison hin hat der Verein sein Team einschneidend verjüngt, um seine neue Philosophie, auf junge Spieler aus der Region zu setzen, umzusetzen. Daran will der Club festhalten, betont Lepore. «Wenn es bedeutet, dass wir absteigen, dann nehmen wir das in Kauf. Wir werden alles versuchen, damit es nicht passiert, aber eine Relegation wäre kein Weltuntergang.» Ein Schritt zurück, in Ruhe etwas Solides aufbauen, und dann wieder angreifen – das kann sich Lepore durchaus vorstellen. Aus diesem Grund ist Murten im Winter nicht in übertriebenen Aktionismus verfallen und hat auch auf die in solchen Situationen übliche Trainerentlassung verzichtet. «Ja, der Trainer war ein Thema, so wie vieles andere auch», gibt Lepore zu. «Aber die Qualität der Trainings ist gut, die Spieler sind zufrieden mit dem Trainer. In unserem Bestreben, Konstanz ins Team zu bringen und eine richtige Vereinskultur aufzubauen, haben wir auf einen Trainerwechsel verzichtet.»

Murten startet heute als Tabellenletzter in die zweite Saisonhälfte, sein Rückstand auf den Strich beträgt bereits 10  Punkte. Seit die 2. Liga vor fünf Jahren auf 14 Teams aufgestockt worden ist, hat es jede Saison mindestens 20 Punkte (25, 31, 20, 28, 26) gebraucht, um den Ligaerhalt zu schaffen. «Ein guter Start ist sehr wichtig für uns», sagt Salvatore Vicari. Gegen den Vorletzten Avenches sei heute ein Sieg Pflicht. «Wir haben das Potenzial, den Ligaerhalt zu schaffen. Wir müssen in den ersten drei Partien aber mindestens sechs Zähler holen, sonst wird es in der Folge schwierig, unseren Rückstand noch wettzumachen.»

ms

 

 

Abgänge (12): Aldo Perricone (La Sagne), Corentin Reynaud (St. Aubin), Jordi Habermacher (St. Blaise), Claudio Costa (Courgevaux), Dilane De Jesus Pires (Courtepin), David Cardoso (Courtepin), Yoan Brandao (Courtepin), Diogo Ribeiro Cruz (Cressier), Ardi Kovaci (Kerzers), Pietro Salerno (?), Victor Hugo da Silva (Pause), Dijamant Ashani (Pause).

Zuzüge (8): Salah Dabour (Rückkehr), Axmed Adan Ciise (Rückkehr), Marco Paulo Freitas (Rückkehr), Thomas Mboua (Farvagny/Ogoz), Efofoso De Grace (Fribourg), Nizar Neffati (Aire-le-Lignon), Santiljano Sulo (Rückkehr), Anthony Grangeon (Vully).

FC Kerzers

«Wir müssen noch einen Zwick zulegen»

Eigentlich hätte Murtens Trainer Marc Flühmann durchaus Grund, der 2. Liga-Rückrunde zuversichtlich entgegenzublicken. Sein Team steht auf Rang 5 und ist mit fünf Punkten Rückstand auf Tabellenleader Piamont durchaus noch in Tuchfühlung mit der Spitze. Dennoch hat Flühmann Grund zum Hadern. «Die Mentalität einiger Spieler lässt zu wünschen übrig. Alles andere ist wichtiger als der Fussball, ständig findet man irgendeine Ausrede, um nicht ans Training zu müssen. Diese negative Einstellung hat uns in der Vorrunde Punkte gekostet und in der Winterpause unsere Vorbereitung gebremst.» Früher habe man 16 Spieler gebraucht, um ein Team zu bilden, sagt Flühmann. «Das hat gereicht, weil für jeden Spieler der Fussball Priorität hatte. Heute brauchst du ein 22-Mann-Kader, um im Match überhaupt genügend Spieler auf der Bank zu haben.» Diesbezüglich müsse in Kerzers ein Umdenken stattfinden, fordert Flühmann, dessen Vertrag bei den Seeländern im Sommer nach vier Saisons ausläuft. «Wer A sagt, soll auch B sagen. Ansonsten weiss ich nicht, ob ich mir das als Trainer nochmals eine Saison lang antun will.»

Blick in die Zukunft

Wegen der regelmässigen Absenzen musste Flühmann seine Mannschaft in der Vorrunde ständig umstellen, was nicht unbedingt leistungsfördernd war. Ein Problem war auch die zum Teil fehlende Effizienz im Abschluss. «Und wir haben zu viele Gegentreffer kassiert», sagt Flühmann. «Wenn man zu Hause zwei Tore erzielt, dann sollte das zum Sieg reichen. Wir müssen allgemein noch einen Zwick zulegen und bereit sein, uns über 90 Minuten aufzuopfern.»

Nach drei «Podestplätzen» in den letzten drei Saisons sind in Kerzers die Erwartungen im Umfeld des Vereins gestiegen. Von einem Aufstieg spricht vorderhand aber niemand. «Wir wollen so lange wie möglich vorne dabei sein und wenn möglich einen Platz in den Top  3 erreichen. Ein Aufstieg ist aber vorderhand kein Thema», versichert Flühmann. Es gehe primär darum, die nächste Saison vorzubereiten. «Im Sommer werden einige ältere Spieler zurücktreten, weshalb wir in dieser Rückrunde versuchen werden, möglichst Junioren nachzuziehen und zu integrieren. Zudem wollen wir auch verschiedene Spielsysteme ausprobieren, damit wir künftig flexibler sind.»ms

Abgänge (1): Matti Kuuse (Rücktritt).

Zuzüge: –.

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