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Allrounder im Berufs- und Privatleben

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Allrounder im Berufs- und Privatleben

Gestern hatte Lehrer Paul Fasel seinen letzten Schultag an der OS Gurmels

Nach fast 40 Jahren geht der Lehrer Paul Fasel aus Liebistorf in Pension. Wenn er nochmals die Wahl hätte, würde er wiederum den Lehrerberuf wählen, lautet sein Fazit.

Von PATRICK HIRSCHI

Mehr als 39 Jahre Unterrichtstätigkeit – eine beeindruckende Zahl. Was liegt näher, als Paul Fasel zu fragen, was sich in dieser Zeit beim Lehrerberuf so alles geändert hat? – «Vieles», kommt die nicht ganz unerwartete Antwort.

Da wäre zum einen die Klassengrösse: Als Paul Fasel 1965 die 3. und 4. Primarklasse in Gurmels übernahm, waren 45 bis 48 Schülerinnen und Schüler in einem Raum. Abwechslungsweise beschäftigte er die eine Hälfte mit Schreibarbeiten, während er die andere Hälfte mündlich unterrichtete. Heute bilden etwa 20 bis 28 Kinder eine Schulklasse. Im laufenden Schuljahr stand Fasel der 3. Realklasse vor – und die besteht sogar aus lediglich 13 Schülern.

Weiter hat die Technik in den vier Jahrzehnten Riesenschritte gemacht. Am Anfang war die Wandtafel. «Die hatte ich jeden Tag vollgeschrieben», erinnert sich Fasel. Dann kam der Umdrucker, der die Blätter stets mit einem penetranten Alkoholgeruch versah. Später hielt auch der Hellraumprojektor Einzug in die Schulzimmer, und heute ist der Fotokopierer und der Computer selbstverständlich.

Doch die gute alte Wandtafel spielt immer noch eine wichtige Rolle. Fasel lässt die Schüler selber an die Tafel treten. Statt blosses Zuhören und Abschreiben liessen sich gewisse Prozesse besser mitverfolgen, wenn man sich an der Tafel mit ihnen auseinander setze, ist der Lehrer überzeugt.

Nicht zuletzt haben sich auch die Unterrichtsmethoden verändert. Der Frontalunterricht mit der dozierenden Lehrperson wich nach und nach den Gruppen- und Partnerarbeiten sowie der selbständigen Lösungssuche.

Mehr Offenheit – Weniger Respekt

Nicht zuletzt durch diese Entwicklungen habe sich auch die viel zitierte «heutige Jugend» verändert, meint Fasel rückblickend. Sie seien offener als früher. «Wenn ein Lehrer heute etwas Falsches erzählt, dann teilt ihm der Schüler seine Zweifel mit», sagt er. Dies bedinge natürlich, dass der Lehrer bereit ist, seine Fehler einzugestehen.

Im Gegenzug sei der Respekt etwas verloren gegangen, und zwar nicht nur vor den Lehrern, sondern auch vor den Mitschülern und sogar dem Material. So würde heute weniger Sorge getragen zu den Schulbüchern, findet Fasel. Und auch Brutalität werde offener gezeigt.

Er betont aber, dass es gefährlich sei, einfach alle Jugendlichen über einen Kamm zu scheren. «Schon früher gab es solche, die regelmässig über die Stränge schlugen», weiss er.

Umfeld muss stimmen

Paul Fasel ist überzeugt: «Ich würde heute nochmals den Lehrerberuf wählen.» Obwohl er sich bewusst sei, dass es heute eine andere Arbeit sei als früher. Mit diesem Beruf könne man sich selber jung erhalten, nennt er einen grossen Pluspunkt. Klar bringe der Job auch Schwierigkeiten mit sich. «Aber das ist bei anderen Berufen auch so», meint er.

Bei Problemen mit Schülern habe er in erster Linie das Gespräch gesucht. Auch vor und nach dem Unterricht habe er den Diskussionen unter den Schülern aufmerksam zugehört und sich gegebenenfalls eingemischt. Dabei müsse die Lehrperson durchblicken lassen, dass sie selber auch nur ein Mensch ist, ist Fasel überzeugt.

Für die Arbeit der Lehrer sei das Umfeld wichtig, sagt der Lehrer weiter. Sowohl in Liebistorf als auch in Gurmels sei der Zusammenhalt der Lehrerschaft stets hervorragend gewesen.

Doch Aufsteller gibt es mitunter auch von den Schülern. Am vergangenen Montag hatte Fasel allen Klassen ein Znüni offeriert. Viele OS-Schüler haben sich dafür umgehend bei ihm persönlich bedankt. Das habe ihn gefreut, betont er.

Ein Zwölfkämpfer

Laut Schätzungen von Lehrerkollegen hat Paul Fasel wohl an die 7600 Deutsch-, Französisch- und Mathestunden geleistet. Weil er derart viele Fächer unterrichtete, wurde er auch als Zwölfkämpfer bezeichnet.

Er sei in der Tat ein Allrounder, bestätigt Fasel. Am liebsten habe er aber Mathematik, Geometrie, Handfertigkeit und Musik gelehrt. Grosse Mühe hatte er dagegen mit Englisch. Weil er diese Sprache nie gelernt hatte, habe er sie auch nie unterrichtet. Sogar den Gesangsunterricht der Neuntklässler hatte er deswegen an andere Lehrkräfte abgegeben. «Die älteren Schüler wünschen sich eben oft englische Hits zum Einstudieren», seufzt er.

Oft hat Paul Fasel die Skilager organisiert und durchgeführt. Anfangs in der Rolle des Skilehrers, hatte er sich gegen Ende mehr um das «Innenleben» des Lagers gekümmert. «Die Jungen sind mir mit der Zeit immer mehr um die Ohren gefahren», sagt er. So habe er sich halt etwas von der Piste zurückgezogen.

Nicht alles verplanen

Nach seiner Zeit als Lehrer will sich Paul Fasel vermehrt seinen Hobbys widmen. Und das sind viele: Singen, Wandern, ums Haus arbeiten, beginnt er seine Aufzählung. «Es ist wie bei meinem Job: Ich kann viel, aber nichts herausragend.»

Auf jeden Fall wolle er nicht bereits jetzt alles verplanen. «Es soll nicht heissen, die Rentner hätten keine Zeit mehr», schmunzelt er.
Zur Person

Paul Fasel wurde am 27. September 1944 in St. Antoni geboren. Er besuchte dort die Primarschule und später die Sekundarschule in Tafers. Nach einem Jahr am Kollegium St. Michael in Freiburg wechselte er ans Lehrerseminar. Seine Lehrerkarriere verlief folgendermassen:
l 1965-1968: 3. und 4. Klasse, Gurmels
l 1968-1971: 5. und 6. Klasse, Gurmels
l 1971-1976: Reallehrer in Liebistorf
l 1976-2004: OS-Lehrer in Gurmels

Von 1969 bis 1974 machte er zudem berufsbegleitend die Ausbildung zum Reallehrer für die OS-Stufe. Zu dieser Zeit wurden die Abschlussklassen (7. bis 9.) nach und nach in die Orientierungsschule integriert. Zuvor waren diese Klassen der Primarschule untergeordnet und unter dem Begriff Oberstufe zusammengefasst. hi

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