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Als Busse noch auf Schienen fuhren

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Pompös wirkt der rot-weisse Lastwagen, als er mit einem Schwenker nach links in Richtung einer Abstellhalle der TPF in Givisiez fährt: Ein kurzes, gekonntes Manöver und da zeigt sich dem Betrachter schon die wertvolle Ladung des belgischen Transporters. Denn auf der Ladefläche steht sie, die Attraktion des Tages: Der Blick auf das blau-weisse «Tram 1» mit den abgerundeten Holzbänken, den etwas verrosteten Stahlrädern und den beiden Anfangsbuchstaben der «Transports fribourgeois» lässt Nostalgie aufkommen: Das alte Fahrzeug versetzt einen zurück in eine vergangene Zeit–in der in der Saanestadt noch mehrere solche Gefährte in Betrieb waren. Ab 1897 prägten sie nach und nach das Bild der Stadt, sei es im Burgquartier, im Perolles oder im St. Leonhard (siehe Kasten).

Lange Zeit im Ausland

Dass sich das erste in Freiburg in Verkehr gesetzte Tram nun wieder am Ursprungsort befindet, ist dem Bemühen des Vereins Tramclub Freiburg zu verdanken: Kurz nach der Schliessung der letzten Tramlinie der Stadt 1965 folgte die grosse «Züglete» nach Paris, ins Amtuir-Museum. Der Abtransport aus Paris wurde nun nötig, weil dieses im Moment eine Restrukturierungsphase durchläuft und deshalb den Bestand reduzieren muss (die FN berichteten). Und hier sei der Verein eingesprungen, wie Vorstandsmitglied Eric Baeriswyl erklärt: «Unser Ziel ist es, die Trams, welche Gefahr laufen, auf dem Schrotthaufen zu landen, zu retten und wenn möglich nach Freiburg zurückzubringen.»

Anspruchsvoller Transport

Der Verein packte deshalb die Gelegenheit am Schopf und beauftragte eine auf den Strassentransport von Schienenwagen spezialisierte Firma aus Belgien, um das blau-weisse Gefährt in die Region zurückzubringen. Von Paris über Pontarlier und Vallorbe fand der Konvoi den Weg nach Givisiez. «Bei der Zollabfertigung gab es etwas Verzögerung, aber ansonsten ist alles nach Plan verlaufen», sagt der Chauffeur Laurent Vernaeke.

Unsichere Zukunft

 Nach etwas mehr als einer Stunde Präzisionsarbeit steht dem Chauffeur und den zwei anwesenden Vorstandsmitgliedern des Tramclubs die Erleichterung ins Gesicht geschrieben: Durch sorgfältige Verschiebung der knapp neun Tonnen schweren Komposition mittels roter Metallschienen ist das Abladen gelungen.

Das «Tram 1» steht nun unversehrt auf zwei Originalschienen aus der Zeit vor 1965, in einer Ecke des grossen Hangars unter einem kleinen Vordach. Hier wird es jedoch auch nicht mehr allzu lange verweilen. «Das soll nicht sein definitiver Platz sein», sagt der zweite Vertreter des Tramclubs vor Ort, Patrick Jucker. Sie würden sich für das Tram einen Ort in Freiburg wünschen, an dem das «bedeutende Kulturgut» zusammen mit den anderen vier Fahrzeugen im Besitz des Vereins der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden könnte. Wo genau sich dieser Standort befinden soll, sei noch nicht geklärt. «Wir haben zwar bereits einige Ideen, aber noch nichts Konkretes», sagt Eric Baeriswyl und fügt an: «Sicher ist, dass wir den momentanen Standort in spätestens drei bis vier Jahren verlassen müssen.»

Freiburgs Trams: Zwei Achsen und ein Wagen ohne Anhänger

W ährend 68 Jahren waren die Trams in Freiburg das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel. Kurz vor dem Abbau des Netzes führten drei Linien durch den Kantonshauptort: Die erste verband den Bahnhof mit dem «Grand Pont» an der Zähringerbrücke, die zweite führte vom Perolles in Richtung Grandfey, die dritte vom Tilleul bis zum Dalerspital. Wegen des steilen Geländes verkehrten die Trams in Freiburg ohne zweiten Wagen – «eine Rarität zu jener Zeit», so Baeriswyl. «Sie hatten auch alle nur zwei Achsen», sagt Eric Baeriswyl vom Tramclub Freiburg. Doch bereits ab den 1940er-Jahren sattelte die Stadt wegen technischer Aspekte, aber wohl auch aus Kapazitätsgründen und weil es dem damaligen Geist der Zeit entsprach, auf Trolleybusse um. Weiter standen zu diesem Zeitpunkt finanzielle Investitionen in der Infrastruktur des Netzes an. Baeriswyl fügt an: «Freiburg ist wegen des hügeligen Geländes halt einfach keine Tramstadt.» Die Saanestadt war aber nicht die einzige Schweizer Stadt, die sich dazu entschloss, ihr Tramnetz mit Trolleybussen zu ersetzen. «Auch La Chaux-de-Fonds, Biel oder Lausanne taten es Freiburg gleich», so Baeriswyl. ma

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