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Als der Goldrand für Festtage reserviert war

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Keine Angst, dieses Buch hängt nicht so sehr an der guten alten Zeit, der man heute nachtrauert, wobei man in blinder Verklärung die damalige Mühsal vergisst. Meta Zweifel will vielmehr darauf aufmerksam machen, was für Schätze sich hinter überliefertem Brauchtum verbergen. Sie ruft dazu auf, diese vermehrt in den Alltag einzubauen, denn sich an Gutes zu erinnern, bereichert den modernen Alltag und führt dazu, dass «Leib und Seele» nicht zu kurz kommen.

Weissbrot an Sonntagen

«Als Sonntag noch Weissbrot war»: ein wundervoll treffender Titel, der allen «älteren Semestern» ein Begriff ist. Denn Brot als Grundnahrungsmittel wurde hochgeehrt. Wer kennt nicht den Spruch: «Altes Brot ist nicht hart, keines zu haben ist hart.» Die Autorin wartet auch gleich mit raffinierten Rezepten auf, wie man aus altem Brot etwas Neues machen kann. Und wer erinnert sich nicht an die «Stückli», die am Sonntag in der Bäckerei gekauft wurden? Nicht die billigere (meist trockene) 15er-Patisserie war angesagt, 30er mussten es sein, saftig und mit viel Creme, eine ganze Schachtel voll.

Goldrand-Festessen

Früher waren Werktag und Sonntag «zwei verschiedene Erlebniswelten». An Sonn- und Feiertagen herrschten strenge Regeln. Wie man sich zu kleiden hatte, was man tat (Kirchenbesuch zuoberst auf der Liste) und was man besser lassen sollte. Der fleissigen Hausfrau war es selten vergönnt, sich von einer strengen Arbeitswoche zu erholen. Ein währschafter Braten musste auf den Tisch, bei der Autorin zu Hause serviert vom Hausherrn höchstpersönlich und nach immer gleichem Ri­tual. Falls Fleisch unter der Woche gegessen wurde, war das bei Familie «Durchschnitt» alles, was von den Schlachttieren verwertet werden konnte. Ja, Sie lesen richtig, der «Nose-to-tail-Trend» war damals gang und gäbe und ist keine neuzeitliche Erfindung.

Bedürfnis nach Gemeinschaft

Damals wie heute bedeutete es den meisten Leuten viel, eine lebendige Gemeinschaft zu pflegen. Früher waren es Volksbräuche, die die Menschen mit gleichen Interes­sen zusammenbrachten.

Heute kommt dies ganz allgemein bei Festen, aber auch bei Sportanlässen oder Open­air-Konzerten zum Tragen. Überall dort, wo Gleichgesinnte zusammenkommen. Teilweise mutet es wunderlich an, wie Feste früher rigiden Regeln folgten, doch die Erzählungen aus der Vergangenheit sind interessant und sagen viel über die Entwicklung unserer Gesellschaft aus. Überhaupt macht es enorm Spass, die vielen (fast) vergessenen Bräuche und Lebensweisen zu entdecken und dabei den Bogen in die Gegenwart zu spannen.

Nicht nur die Autorin kommt zu Wort, sie lässt auch viel Platz für Erinnerungen anderer Menschen, die uns die Vergangenheit zurückholen und gleichzeitig auf die positiven Errungenschaften der Gegenwart hinweisen. Meta Zweifel schwelgt in Rezepten, holt vergangene Zeiten in die Gegenwart, staubt sie ab und verpackt sie in immer neue spannende Geschichten. All das und noch viel mehr bietet dieses unterhaltsame Werk, das man nicht wie einen Roman von A bis Z durchliest. Es ist vielmehr ein Nachschlagewerk, das zum Schmökern einlädt, ein reich illustriertes Buch mit «Goldrand», das in keiner Familie fehlen darf.

Meta Zweifel: «Leben mit Goldrand. Altes Wissen lebendig gemacht», Zürich: Orell Füssli, 2018, 256 S. mit Fotos.

Giovanna Riolo ist freie Rezensentin.

«Meta Zweifel schwelgt in Rezepten, holt vergangene Zeiten in die Gegenwart, staubt sie ab und verpackt sie in immer neue spannende Geschichten.»

Die Autorin

Radiojournalistin und Kolumnistin

Meta Zweifel, geb. 1933, aufgewachsen in Münchenstein und Mutter dreier Kinder, ist Journalistin und arbeitete u. a. für die «Basler Nachrichten», für Radio SRF 1 und diverse Magazine. Ehemalige Chefredakteurin des «Drogistensterns», einer der grössten Gesundheitszeitschriften der Schweiz. Als ständige Mitarbeiterin einer der ehemals grössten Frauenzeitschriften der Schweiz, «Meyers Modeblatt», schrieb sie schon früh über Familie, Gesundheit, Kinder, Freizeit. Ihre Interviews und Reisereportagen erfreuten sich enormer Beliebtheit. Heute lebt sie bei Basel und schreibt Kolumnen und Artikel u. a. für «astrea Apotheke, das Gesundheitsmagazin der Schweizer Apotheken».

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