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Als Fahrgemeinschaft auf die Zielgerade

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Sie sind nach 2013 zum zweiten Mal Präsidentin der Freiburger Regierung. Gibt es ein Ereignis, das Ihnen aus jenem Jahr besonders in Erinnerung bleibt?

Anne-Claude Demierre: Es sind alle Begegnungen zusammen. Ich war wirklich beeindruckt vom Engagement und der grossen Freiwilligenarbeit, die im Kanton geleistet wird.

Sticht kein einzelnes Ereignis hervor?

Ich erinnere mich gut daran, dass Gottéron damals im Playoff-Final spielte. Ich hielt kurz zuvor beim 75-Jahr-Jubiläum des Klubs eine Rede und versprach vor 2600 Personen im Namen des Staatsrats die finanzielle Unterstützung für die neue Eishalle.

Eine Rede für den Meistertitel hatten sie noch nicht verfasst?

Ich hoffte natürlich, dass ich dazu komme. Aber leider war das dann nicht der Fall. Wer weiss, vielleicht dieses Mal?

Sie haben damals schon den ganzen Kanton bereist, um den Staatsrat zu repräsentieren. Sie haben also alles schon einmal gesehen.

Ja, aber ich freue mich, es wieder tun zu dürfen. Jedes Jahr kommt man an neue Anlässe in anderen Orten. Interes­sant dabei ist, dass es zu Kontakten kommt, die über die eigene Direktion hinausgehen.

Gibt es Orte im Kanton, die Sie noch nicht kennen?

Ja, sicherlich. Auch wenn ich mich heute ohne GPS wohl überall hinbegeben kann. Im Präsidialjahr 2013 hat mir ein Freund angeboten, den Kanton im Flugzeug von oben zu erkunden. Das war eine beeindruckende Erfahrung.

Als Staatsrätin haben Sie begonnen, Privatkurse in Deutsch zu nehmen. Können Sie heute besser mit den Deutschfreiburgern in deren Sprache kommunizieren?

Ja, ich denke, ich habe grosse Fortschritte gemacht. Ich nahm bis vor zwei Jahren Kurse, danach kehrte meine Lehrerin nach Hamburg zurück. Im Sense-und im Seebezirk versuche ich immer, auf Deutsch zu sprechen. Ich finde, das ist auch eine Frage des Respekts. Und die Bevölkerung zeigt auch viel Verständnis für mein Deutsch. Vielleicht lerne ich noch Dialekt, wenn ich pensioniert bin.

Sehr oft werden Sie wohl zusammen mit der Grossratspräsidentin Kirthana Wickramasingam aus ihrer Wohngemeinde Bulle auftreten …

Ich werde viel Freude haben, an den von Frau Wickramasingam geführten Grossratssitzungen teilzunehmen. Sie hat das Alter meiner Tochter und war mit ihr zusammen in der Schule. Ich kannte sie schon als kleines Mädchen. Ich kenne auch ihre Mutter, wir gingen zusammen zur Schule.

Bilden Sie für nächstes Jahr eine Fahrgemeinschaft?

Ja, sicher. Wenn wir gemeinsam an einen Anlass gehen, werde ich sie kontaktieren. Sicher eher an Wochenenden, da ich unter der Woche fast immer in Freiburg bin. Frau Wickramasingam fährt oft im Zug, so kann ich sie wohl auch oft am Abend nach Hause fahren.

Sie sind die erfahrene Politikerin am Ende Ihrer Laufbahn, Wickramasingam hingegen steht am Anfang ihrer Karriere. Können Sie ihr eine Art Mentorin sein?

Gerne lasse ich sie an meiner Erfahrung teilhaben. Aber sie hat selber schon viel Erfahrung und ist sehr engagiert. Lustig ist: 2005 war ich Grossratspräsidentin, und ich habe jenes Jahr mit Ruth Lüthi als Staatsratspräsidentin verbracht. Nun finde ich mich 15 Jahre später in derselben Konstellation, aber mit umgekehrten Rollen. 2005 schätzte ich die Ratschläge von Frau Lüthi sehr.

Sie folgten auf Ruth Lüthi in den Staatsrat und in die Gesundheitsdirektion. Sehen sie nun die heutige Grossratspräsidentin als mögliche Nachfolgerin für Ihr Amt?

Ich denke, ja. Wichtig ist, dass Frauen in den Staatsrat gewählt werden. Für Frau Wickramasingam ist dieses Jahr eine schöne Gelegenheit, sich zu präsentieren und viele Leute zu treffen. Sie hätte sicher die Fähigkeiten. Wenn sie sich für das Amt einer Staatsrätin interessiert, kann ich nur dazu raten. Es ist ein wunderschönes Amt, eines der schönsten, die es gibt.

Wie werden Sie den Kanton in diesem Jahr prägen?

Meine Aufgabe wird in erster Linie sein, den Staatsrat zu vertreten. Meine Ansprachen werden respektvoll gegenüber allen, aber auch engagiert sein und mir die Gelegenheit geben, auf eine ausgewogene Vertretung der Frauen zu pochen. Aber ich stelle mein Präsidialjahr unter das Motto der Begegnung mit allen Freiburgerinnen und Freiburgern. Auch das offizielle Foto des Staatsrats wird diesen Wunsch nach Begegnungen ausdrücken.

Seit dem Abgang von Marie Garnier sind Sie die einzige Frau in der Kantonsregierung. Wie sehr hat sich dadurch die Arbeit für Sie verändert?

Ich bedaure, die einzige Frau im Staatsrat zu sein: Wir sollten besser vertreten sein. Aber der Staatsrat funktioniert gut und ist eine verschworene Equipe mit verschiedenen Empfindlichkeiten, die aber ihre ganze Energie einsetzt, um auf Worte Taten folgen zu lassen und der Allgemeinheit zu dienen.

Punkto Frauen-Vertretung wie auch im Verhältnis Links-Rechts entspricht der Freiburger Staatsrat spätestens seit den eidgenössischen Wahlen nicht mehr dem allgemeinen Trend. Spüren Sie so mehr Verantwortung?

Der Frauenstreik hat mich sehr berührt. Ich habe daran auch teilgenommen. Das motiviert mich noch mehr, die Gleichstellung zu verteidigen. Es ist aber mehr als nur der Einsatz für Frauen. Ich kämpfe darum, eine Lebensqualität zu verteidigen für Personen, die mit Schwierigkeiten kämpfen: Behinderte, Senioren … Aber auch die Demonstrationen der Jungen berühren mich. Ich finde es wichtig, dass sie die Kraft finden, sich zu engagieren und zu manifestieren. Ohne die Jungen wäre es wohl nicht so schnell zu einem kantonalen Klimaplan gekommen. Das verpflichtet uns, zuzuhören.

Dem Kanton Freiburg geht es gut. Die Finanzen sind gesund, entscheidende Dossiers wie die Steuerreform wurden vom Volk genehmigt. Wartet auf Sie ein ruhiges Präsidialjahr?

Das weiss man nie im Voraus. Ich will die Arbeit von Jean-Pierre Siggen aus dem Jahr 2019 fortführen. Ein grosses Dossier dieses Jahr ist sicher die Reform der Pensionskasse. Diese müssen wir vor dem Grossen Rat, aber auch an einer Volksabstimmung verteidigen. Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es sehr wichtig, dass sie diese Unterstützung erhalten. Lehnt die Bevölkerung das Gesetz ab, sind die Folgen für das Personal schwerwiegend.

Welche Rolle spielen Sie dabei als Staatsratspräsidentin?

Ich gehörte bisher schon der Delegation für Personalangelegenheiten an. Da nahm ich an allen Verhandlungen teil. Ich verfolge das Dossier seit mehr als zwei Jahren und kenne es gut. Natürlich habe ich im Präsidialjahr eine grössere Verantwortung, aber es ist ein Engagement des gesamten Staatsrats für die Abstimmung.

Welche Anlässe stehen im Mittelpunkt ihres Präsidialjahres?

Sicher das kantonale Musikfest in Romont; das findet alle fünf Jahre statt. Dazu kommt immer die Kilbi, dieses Jahr in Châtel-St-Denis. Es gibt zwar weder ein eidgenössisches Schwingfest noch das Winzerfest, dafür eine ganze Reihe von Anlässen, die für die Freiburgerinnen und Freiburger wichtig sind.

Sie sind nicht mehr im Verwaltungsrat des Freiburger Spitals. Haben Sie deshalb mehr Zeit für Ihr Präsidium?

Natürlich fallen da einige Sitzungen weg, aber ich treffe immer noch regelmässig den Spitaldirektor und auch Verwaltungsrat Didier Castella. Auch die neue Verwaltungsratspräsidentin werde ich oft treffen. Wir befinden uns in einer wichtigen Phase. Jetzt liegt die Strategie 2030 vor, mit der Konzentration auf einen Standort für die komplexere Akutpflege, sowie den Gesundheitszentren, für welche das Spital die Rollen noch definieren muss. Ich bin überzeugt, dass die Umsetzung dieser Strategie über einen Neubau führt, vielleicht sogar mit zwei neuen Gebäuden: eines für stationäre und eines für ambulante Leistungen.

Wie wirken Sie als Gesundheitsdirektorin da mit?

Mein Rolle ist ganz klar die Spitalplanung. Es gilt, die Bedürfnisse der Bevölkerung zu bestimmen und zu schauen, mit welchen Leistungen und Spitälern wir dem entsprechen können. Dieses Jahr nehmen wir eine neue Spitalplanung in Angriff. Ziel ist der Abschluss bis 2023. Die Planung muss mit der Planung der Kantone um uns herum abgestimmt sein.

Sie nehmen ihre letzten beiden Jahre als Staatsrätin in Angriff. Welche wichtigsten Geschäfte wollen Sie noch zum Abschluss bringen?

Die Planung der Langzeitpflege 2021 bis 2026 geht jetzt dann intern in Vernehmlassung. Ich arbeite auch an einer Totalrevision des Sozialhilfegesetzes. Wir stehen kurz vor dem Abschluss, müssen aber noch ein Rechtsgutachten über den Sozialhilfeanspruch für EU-Bürger abwarten. Dann ist das Gesetz über die Ergänzungsleistungen für Familien endlich reif: eine fast unendliche Geschichte. Und wir arbeiten an einer Totalrevision des Gesetzes über die Unterhaltsbeiträge. Auch das kommt 2020.

Macht Ihnen die Zeit danach keine Angst?

Ganz und gar nicht. Es gibt noch so viel zu tun. Und danach schauen wir weiter.

«Die Spitalstrategie führt über einen Neubau, vielleicht mit zwei neuen Gebäuden für stationäre und ambulante Fälle.»

Freizeit

Zur Entspannung gerne einen Krimi

Sie sind gelernte Buchhändlerin. Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Zu meiner Entspannung lese ich Krimis. Der letzte war von Harlan Coben: «Ne t’en fuis plus». Parallel dazu lese ich von Baptiste Oberson «La Table Bleue». Der junge Autor hat im Café du Tunnel auf einer alten Schreibmaschine Geschichten der Personen niedergeschrieben, die dort am blauen Tisch sitzen.

Wie lange brauchen Sie für ein 400-seitiges Buch?

In den Sommerferien lese ich während einer Woche ein Buch pro Tag. Ich lese gern und viel, das hilft mir beim Studium von Dossiers: Ich kann Wichtiges schnell erfassen.

Haben Sie zu Weihnachten Bücher geschenkt?

Ja. Meinen Töchtern. Und meinem Mann Comics. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schenke ich Bücher zum Geburtstag. Es ist ein Glücksgefühl, eine Stunde in einer Buchhandlung zu verbringen.

Ein Buch, das Sie besonders beeindruckt hat?

«L’Usage du Monde» von Nicolas Bouvier.

Gibt es ein Buch, für das Sie sich nach der Zeit im Staatsrat Zeit nehmen wollen?

Ich habe früher viele Klassiker gelesen. Zola, zum Beispiel. Ich möchte einige erneut lesen.

Könnten Sie sich vorstellen, selber ein Buch zu schreiben?

Ich denke nicht. Ich habe ein Heft, in dem ich Gedanken und Momente aufschreibe, aber das publiziere ich sicher nie. Man würde mir nicht glauben.

 

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