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Als Gräfin auf den Spuren der Vergangenheit

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Das steinerne Schloss Laupen wurde zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert gebaut und ist ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Hoch oben auf einer Anhöhe steht die Festung und thront über dem Stedtli und seinen Bewohnern. Was für Personen sind hier wohl vor 300 oder 400 Jahren durchgegangen? Was für Gedanken, Gespräche und Auseinandersetzungen hatten sie und wie lebten sie? Solche Gedanken sind es, die Katrin Gysel antreiben, interessierte Menschen durch das Schloss und das Stedtli zu führen.

Wenn Katrin Gysel von ihren Führungen spricht, spürt man das Feuer, das sie für das Stedtli und seine Geschichte in sich trägt. Seit drei Jahren macht Katrin Gysel nun Führungen durch Laupen und das Schloss und engagiert sich mit viel Herzblut.

Als Gräfin verkleidet

Die Liebe zu Laupen sei in ihrer Zeit als Primarschullehrerin gereift – nicht nur weil sie hier ihren Mann Jürg kennenlernte, sondern auch weil sie von der Geschichte des Schlosses und des Stedtli fasziniert war. Obwohl sie mit ihrem Mann während 35 Jahren in der Süri gelebt habe, habe sie immer eine Verbundenheit zu Laupen gehabt. Diese Nähe habe sie und ihren Mann vor vier Jahren wieder nach Laupen gezogen, wo sie eine Wohnung im Zentrum bezogen hätten.

«In Laupen habe ich meine alten Lehrerkolleginnen und -kollegen wieder getroffen.» Mit ihnen habe sie sofort wieder einen guten Kontakt gehabt. «Sie haben mich reingeholt in das Ganze», sagt Katrin Gysel mit einem Lächeln. Vor allem Toni Beyeler und Barbara Tanner, die auch Führungen machen, hätten sie dazu inspiriert und motiviert. «Toni hat mir Mut gemacht, diesen Schritt zu wagen und in seine Fussstapfen zu treten.» Zuerst habe sie gezögert, doch schon bald habe sie zugesagt. Sie setze sich sehr gerne mit der Geschichte Laupens auseinander und wolle dieses Wissen auch gerne weitervermitteln. Für sie ist klar: «Wenn man sich mit der Geschichte des Orts befasst, wo man lebt, gibt einem das Wurzeln und Identität.»

Fakten und Geschichten

Ihre erste Führung durchs Schloss habe sie mit einer Schulklasse gehabt. Mittlerweile hat sie schon mit Teilnehmern jeder Generation Führungen abgehalten. «Weil ich lange als Lehrerin gearbeitet habe, bin ich es gewohnt, vor Leuten zu sprechen.» Sie erzähle einfach auch gerne Geschichten – seien das Geschichten, die tatsächlich passiert sind, oder solche, die nur vielleicht wahr sind. Bei ihren Führungen durch das Schloss und das Stedtli gehe es zwar um historische Fakten. Diese möchte Katrin Gysel dem Publikum jedoch auf spielerische und unterhaltsame Weise vermitteln und die Leute so in das Geschehen der damaligen Zeit holen. Das macht sie beispielsweise, indem sie eine historische Figur spielt und sich entsprechend verkleidet. «Bei meinen Führungen durchs Schloss bin ich Anna von Sternenberg, die letzte Gräfin von Laupen, die 1241 als Witwe ins Kloster Frauenkappelen eintrat.» Angesichts ihrer Verkörperung der Gräfin könnten sich die Leute viel besser ins damalige Geschehen hineinversetzen, ist Katrin Gysel überzeugt. «Ich erlange so leichter die Aufmerksamkeit des Publikums.»

Männer lieben Schlachten

Die meisten Leute hätten Freude an ihren Führungen. Zwar sei die jüngere Generation manchmal schwerer zu packen, weil sie weniger am Geschichtlichen interessiert sei. «Aber man kann Geschichten so erzählen, dass auch junge Menschen sie interessant finden.» Man müsse die Führungen halt jeweils dem Publikum anpassen. «Wenn ich über Schlachten erzähle, interessiert das die Männer meistens mehr, während Frauen so etwas eher abschreckt.»

Neben den Schloss- und Stedtli-Führungen engagiert sich Katrin Gysel auf vielfältige andere Weise für Laupen. So ist sie in der Betriebskommission des Museums Schloss Laupen, wo sie an Ausstellungen mitwirkt. Zudem ist sie in der nichtständigen Kommission Tourismus Laupen und hilft beim Verein Schloss Laupen mit, wo es etwas für sie zu tun gibt.

Es ist denn auch wenig verwunderlich, dass sie angefragt wurde, als Aushängeschild von Laupen und seiner Geschichte bei der SRF-Serie «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» mitzumachen. «Eigentlich wollte ich das nicht, aber man hat mich überredet. Ich habe zugesagt und bereue es nicht.» Es sei eine unglaublich bereichernde Woche gewesen, bei der sie mit den anderen Teilnehmern der Serie viel Spass gehabt habe. Ihr sei es wie den anderen auch darum gegangen, nicht sich selbst zu präsentieren, sondern den Ort, an dem sie wohnten, in Szene zu setzen. Eigentlich steht Katrin Gysel nicht gerne im Mittelpunkt. So ist es ihr ein Anliegen zu betonen, dass nicht sie allein so viel Aufmerksamkeit verdiene, da sie erst seit drei Jahren Führungen durch Laupen mache und andere Laupener über Jahre viel mehr für das Stedtli geleistet hätten als sie. So spricht sie denn auch oft in der Wir-Form, denn ohne Unterstützung durch ihre Kolleginnen und Kollegen sei ihre Arbeit nicht möglich. Dabei denkt Katrin Gysel auch an Fritz Marschall, ihren Kollegen, der sich über Jahre für das kulturelle Leben in Laupen engagiert hat. Marschall ist Mitte September bei einem tragischen Bootsunfall ums Leben gekommen.

Leidenschaft für Geschichte

Obwohl Katrin Gysel schon viele Projekte betreut, hat sie bereits weitere Ideen für die Zukunft. Was für Ideen das sind, will sie jedoch noch nicht verraten. Sie betont lediglich erneut, dass nicht sie allein dahinter stecke. «Wir haben zusammen viele Ideen, die wir noch umsetzen wollen.»

An Energie mangelt es der pensionierten Lehrerin auf jeden Fall nicht. Sie möge es, bei den Führungen vielen verschiedenen Leuten zu begegnen. «Ich selbst finde es auch spannend, weil ich immer etwas Neues entdecke. Ich kann dabei in eine andere Zeit eintauchen – es ist wie Ferien im Mittelalter.»

Sie selbst würde sich nicht als Querdenkerin bezeichnen, sagt Katrin Gysel. Und doch gibt sie zu, dass auch sie sich in Laupen manchmal wie eine solche vorkomme. «Ich bringe im alteingesessenen Laupen neue Ideen ein. Das gefällt nicht immer allen gleich gut.»

Sicher ist, dass Katrin Gysel die Leidenschaft für die Geschichte Laupens nicht verlieren wird und dass diese sie nicht kaltlässt. «Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass wir in unserer Zeit leben, denn die Zeiten waren früher sehr hart und grausam.» Umso mehr hätte es auch in dieser Zeit Querdenker gebraucht, um das Leben besser zu machen, sagt Katrin Gysel mit einem Lächeln.

«Wenn man sich mit der Geschichte des Orts befasst, wo man lebt, gibt einem das Wurzeln und Identität.»

Katrin Gysel

Stedtli- und Schlossführerin in Laupen

Zur Person

Stets irgendwie mit Laupen verbunden

Katrin Gysel ist 1952 in Bümpliz bei Bern geboren. Nach dem Lehrerinnenseminar in Bern trat sie als 20-Jährige eine Stelle als Primarschullehrerin in Laupen an. Zudem war sie Legasthenietherapeutin und Lehrerin für integrativen Unterricht, zuletzt an der Primarschule Kirchenfeld in Bern. Katrin Gysel wohnte während 35 Jahren in Süri, bevor sie wieder nach Laupen zog. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und vier Enkelkinder.

nj

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