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Als in Bad Bonn noch gebadet wurde

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Autor: arthur Zurkinden

Bad Bonn als Kurort hatte in den letzten Jahrhunderten einen Ruf, der weit über die Landesgrenze hinausging: «Bäder von Bonn: Schwefelhaltige, alkalische und eisenhaltige Trinkwasser, Bäder, Douchen und Schröpfen. Dieses grosse Etablissement (70 Zimmer), früher bestens bekannt durch seine ausgezeichneten Quellen, in letzter Zeit ein wenig vernachlässigt, ist wieder bestens hergestellt und durch seinen Besitzer Joseph Hogg auf guten Fuss gestellt, wo man (ohne Luxus und unnötige Kosten) sich auf das bequemste aufhalten kann. Angenehmes Familienleben, Platz, geräumige Zimmer, Speisen und Getränke erster Qualität. Preise: Table d’hôte 1. Klasse 5 Franken, 2. Klasse 4 Franken per Tag. Zimmer und Pension. Reizende und bemerkenswerthe Lage, am Ufer der Saane, Brückensteg und Schiff gegenüber den beiden interessanten Schlössern vom grossen und kleinen Vivers. Angenehmer Ort für Ausflüge von Schulen, Vereinen, Familien u. Gottesdienst in der Kapelle. Forellen und andere Fische zu jeder Zeit.»

Mit einer solchen Beschreibung warb im Sommer 1885 ein Inserat in der «Freiburger Zeitung» für die «Bäder von Bonn» anlässlich einer Wiedereröffnung des Bades.

Bonn als Ort ist in den Akten seit dem späten 13. Jahrhundert erwähnt, zunächst als Pont, später als Bont, Bong und Bon, seit dem 17. Jahrundert als Bonn. «Der Name weist auf das lateinische pons = Brücke», schreibt der Historiker Hermann Schöpfer in einer Jubiläumsschrift des Geschichtsforschenden Vereins. Das Bad wird aber erst im späten 15. Jahrhundert aktenkundig. Zu dieser Zeit wurden die schwefelhaltigen, alkalischen und eisenhaltigen Quellen auch öffentlich benutzt. Haus, Hof, Bad und Land in Felliwil gehörten damals Ulli Heiden von Lanthen. «Während 400 Jahren reiht sich Besitzer an Besitzer», hält der Lehrer Leonhard Jeckelmann in einem Beitrag zur Heimatkunde fest.

Berühmt für Heilungen

Schon damals wurde das Bad durch die vielen Heilungen berühmt. Im Jahre 1621 ging es in den Besitz des Staates über. Ab 1635 folgte der Neubau des Badehauses. Weil auch etwas für das Seelenheil der Badegäste getan werden sollte, da man den Begriff der Gesundung nicht nur im leiblichen Sinne aufgefasst wissen wollte, liess der Staat eine Kapelle erbauen. Sie wurde am 25. August 1641 eingeweiht. Anfang Mai 1647 zerstörte ein Brand die Bauten weitgehend. 1659 verkaufte der Rat von Freiburg das erneuerte Bad.

Blütezeit 17. bis 19. Jahrhundert

Eine wahre Blütezeit erlebte Bonn vom 17. bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Hunderte von Heilungen wurden festgestellt und nachgewiesen: «Der 35-jährige Pfarrer Blonet von Cerniat litt schon seit vier Jahren an einer gefährlichen Vergiftung. Er konnte nur humpelnd auf seinen Stöcken herumlaufen. Nach einer Badekur von drei Wochen in Bad Bonn war er vollständig geheilt. Seine Beine erhielten die ursprüngliche Kraft wieder», zitiert Leonhard Jeckelmann aus einer Broschüre von Dr. Laurent Bernard Schueler (1779).

Der Besitzer des Bades, Beat Nicolas Augustin Müller, errichtete um 1760 einen Neubau und entdecke eine dritte Heilquelle. «Alles wurde neu und heimelig eingerichtet. So standen den Gästen an die 70 Zimmer zur Verfügung», hält Leonhard Jeckelmann fest.

Offenbar vernachlässigten aber Müllers Sohn und der Neffe in der Folge die Gebäulichkeiten. Der spätere Besitzer Joseph Hogg liess die ganze Baugruppe 1884 wieder restaurieren. Während den Jahren 1903 bis 1923 fanden elsässische Schwestern nach ihrer Vertreibung aus dem Elsass in Bad Bonn ein Asyl. Zuletzt gehörte das Bad der Familie Hermann Henkel.

Der See kommt

«In zwei Jahren wird das Wasser Bad Bonn überfluten, und damit auch seiner wechselhaften Geschichte ein jähes Ende bereiten. Die ganze Talsohle mit den grünen Auen, die umsäumt sind von schroffen Sandsteinwänden und waldigen Steilhängen, wird verschwinden», schrieb Leonhard Jeckelmann 1961.

Quelle: Leonhard Jeckelmann: «Bonn und seine Geschichte» in den Beiträgen zur Heimatkunde 1961; Hermann Schöpfer «Das Schwefel- und Alkalibad Bonn bei Düdingen» in einer Jubiläumsschrift des Deutschen Geschichtsforschenden Vereins im Jahre 1993.

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