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Als man in vier Wochen Lehrer wurde

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Als man in vier Wochen Lehrer wurde

Das Lehrerseminar beschäftigt sich mit seiner Geschichte

Im Juli wird das alte Kantonale Lehrerseminar seine letzten Absolventen entlassen. Die Verantwortlichen nahmen den Beginn der Ära der Pädagogischen Hochschule zum Anlass, in einem zweitägigen Kolloquium die Geschichte der freiburgischen Lehrerbildung aufzurollen.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Reden und Vorträge, Diskussionen, eine Ausstellungsvernissage, ein Stadtrundgang: Das öffentliche Kolloquium über die Geschichte der Lehrerinnen- und Lehrerbildung im Kanton Freiburg bot am Mittwoch und Donnerstag innerhalb von zwei Tagen ein dichtes Programm.

Wie Direktor Pius Lehmann gegenüber der Presse ausführte, verfolgte die Veranstaltung ein doppeltes Ziel: Einerseits habe man den anstehenden Paradigmenwechsel als Chance gesehen, noch einmal einen Blick zurückzuwerfen und die Geschichte des Seminars wenigstens teilweise aufzuarbeiten. Andererseits habe man die Gelegenheit nutzen wollen, die Lehrerbildung zum öffentlichen Thema zu machen.

Eine wechselhafte Geschichte im Spannungsfeld der politischen Kräfte

Zu diesem Zweck sind in nächster Zeit diverse Publikationen, darunter auch ein Buch, geplant, die unter anderem Beiträge aus dem Kolloquium wieder aufnehmen werden. In der Tat erweist sich die Geschichte der kantonalen Lehrerbildung als äusserst reichhaltig, lässt sie sich doch bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen.

1822 wurden auf Anregung des berühmten Freiburger Pädagogen Pater Gregor Girard erstmals Normalkurse durchgeführt, welche die Teilnehmer innerhalb von vier Wochen auf ihre künftige Lehrertätigkeit vorbereiteten. Laut Historiker Albert Portmann können diese Kurse als Anfang des Freiburger Lehrerseminars betrachtet werden. 1848 wurde die so genannte Normalschule dann zur radikal-liberalen Institution, und zwar sowohl für Männer als auch für Frauen, jedoch zunächst nur in französischer Sprache. Eine deutschsprachige Abteilung gab es für die Männer ab 1909, für die Frauen sogar erst ab 1961.

Vom Lehrerinnenseminar in Freiburg zum Gouvernantenposten in Sibirien

Die Geschichte der Frauen im Lehrberuf bildete am Mittwochvormittag ein Schwerpunktthema, das auf besonderes Interesse stiess. Von einer «Akzeptanz mit Hindernissen» sprach etwa Barbara Bieri Henkel in ihrem Vortrag. Unter anderem wies sie auf den Widerspruch hin, dass man den angehenden Lehrerinnen lange Zeit zwar eine gute Ausbildung ermöglichte, sie gleichzeitig aber dennoch stark an die traditionelle Hausfrauen- und Mutterrolle zu binden verstand.

Über die Bedeutung der Ursuliner, Ingenbohler- und Menzinger-Lehrschwestern referierte Cindy Boschung. Ihre Verbreitung im katholischen Kantonsteil war natürlich weltanschaulich und politisch motiviert. Bis zum Zweiten Weltkrieg trug dies aber auch dazu bei, dass viele junge Lehrerinnen mit Seminarausbildung arbeitslos blieben und sich schliesslich als Kindermädchen und Gouvernanten bei wohlhabenden Familien von Paris bis nach Sibirien verdingen mussten.

Fortschritte in der Praxisvorbereitung

Welche Fortschritte die Lehrerbildung seither gemacht hat, zeigten besonders eindrücklich die Diskussionen mit Lehrern, die ihre Ausbildung zwischen 1943 und 1970 abgeschlossen haben. Vor allem was die praktische Vorbereitung auf die Berufstätigkeit angeht, hat sich in den letzten fünfzig Jahren einiges getan: Lehrerfortbildungskurse gibt es seit den Fünfziger-, Praktika sogar erst seit den Sechzigerjahren.

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