Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Altersresidenz will Beaulieu-Hügel abtragen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Murtner Résidence Beaulieu unterhalb des gleichnamigen Hügels ist eine grosszügige Altersresidenz mit 55 Wohnungen für Seniorinnen und Senioren und 20 Pflegezimmern. Allein für eine 1,5-Zimmer-Wohnung bezahlen die Pensionisten 2650 Franken, die 3,5-Zimmer-Wohnung kommt auf 4550 Franken zu stehen. Die Siedlung weist einen grossen Garten mit hauseigenem Rebberg und einen bezaubernder Seerosenteich mit Zierfischen auf. Doch die Überbauung hatte von Anfang an einen Haken: Sie wurde bewusst nur dreigeschossig gebaut, um eine hohe Übersichtlichkeit und eine gute Integration in den Park zu gewährleisten. Die Folge dieser Zurückhaltung: Selbst die Bewohner der obersten Stockwerke haben keinen Blick auf den Murtensee. Denn im Weg steht der Beaulieu-Hügel, der die Sicht auf den Murtensee und den Vully versperrt.

Kosten von 5 Millionen

Dieses Manko wolle man nun, fünf Jahre nach der Eröffnung der Residenz, beheben, sagt Direktor Boris Roncevic. Er will einen Teil des Hügels abtragen lassen und zumindest für die Bewohner der obersten Stockwerke eine bessere Sicht ermöglichen. «Auch die Gäste auf der Terrasse könnten so wenigstens einen kleinen Teil des Murtensees und den Mont Vully erblicken.» Inspirieren liess sich der neue Direktor, der seit letztem Juni die Résidence führt, von der Jugendbewegung der 1980er-Jahre, welche im übertragenen Sinn die Planierung der Schweizer Alpen forderte (siehe Kasten).

 Ob das Projekt je realisiert wird, steht aber in den Sternen. Selbst die Gemeinde Murten als Besitzerin des Landes weiss offiziell noch nichts von den Plänen des Résidence-Direktors. Eine Stellungnahme könne man erst geben, wenn die Verantwortlichen der Altersresidenz das Projekt offiziell einreichen, heisst es auf Anfrage von der Gemeindeverwaltung.

Bis im Herbst soll das Projekt laut Roncevic spruchreif sein. Sobald die genauen Kosten bekannt seien und die Geschäftsleitung der Senevita-Gruppe, zu der die Résidence Beaulieu gehört, dem Projekt zugestimmt habe, werde man mit der Gemeinde verhandeln, sagt Roncevic. Er rechnet mit Kosten von rund 5 Millionen Franken alleine für die Grabarbeiten. Der Teil des Beaulieu-Hügels, der auf einer Länge von rund 30 Metern abgetragen werden soll, ist 4 Meter hoch. «Es sind rund 1500 Kubikmeter Erde, die abgetragen werden müssen.»

Neben den Grabungsarbeiten verursacht die Gestaltung der neuen Oberfläche weitere Kosten. «Wir wollen die Umgebung so gestalten, dass sie zur bestehenden Résidence-Anlage passt. Roncevic stellt sich einen Park mit verschiedenen spielerischen Elementen vor. «Die konkrete Gestaltung werden wir aber später angehen.» Bei einem Punkt ist sich Roncevic aber bereits heute sicher: «Wir werden auf keinen Fall hohe Bäume pflanzen, um die Sicht nicht gleich wieder zu versperren», sagt er lachend.

Allerdings: Dem Unternehmen steht nicht nur der Hügel, sondern auch ein Gebäudekomplex im Wege: Auf der Spitze des Hügels thront die Villa mit dem Geschäftssitz der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons Freiburg und mit dem Murtner Kulturzentrum KiB. Der Beaulieu-Direktor hofft, dass diese Nachbarn keine Einwände gegen das Projekt haben werden.

 

Jugendbewegung: Freie Sicht auf das Mittelmeer

Die Jugendbewegung der 1980er-Jahre ist noch heute bekannt wegen des gewalttätigen Opernhauskrawalls in Zürich. Die Jugendlichen wehrten sich damals mit verschiedenen Protestaktionen gegen eine konservative Gesellschaft und die Bünzlikultur. Eine der Parolen der Jugendlichen lautete: «Nieder mit den Alpen! Freie Sicht aufs Mittelmeer.» Mit dieser Forderung wollten sie die Schweizer Berge nicht im wörtlichen Sinne einreissen, sondern an einem Identitätsmerkmal der konservativen Schweiz rütteln. Die Jugendlichen waren unzufrieden mit der Verteilung der Kulturausgaben. Der Anlass der Krawalle am 30. Mai 1980 war deshalb nicht zufällig der Protest gegen einen Opernhauskredit von 60 Millionen Franken. tk

Mehr zum Thema