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Am Anfang war das Schoggi-Ei…

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Ausstellung «Kinder-Szenen» im Museum Murten eröffnet

Autor: Von URS HAENNI

Thomas Grässlin ist Opfer einer Marketingstrategie geworden. «Die Firma Ferrero hat es geschafft, Schokoladen-Eier nicht nur an Ostern, sondern übers ganze Jahr zu verkaufen. Das ist genial», anerkennt der Ausstellungsmacher. «Einem Kind sollte man möglichst etwas mit nach Hause bringen, das eine Überraschung, etwas Süsses oder etwas zum Spielen ist. , das Ei aus Schokolade, erfüllt alles auf einmal.»

Der Erfolg ist beeindruckend. Allein in Deutschland werden jedes Jahr 500 Millionen Schokoladeneier verkauft, weiss Grässlin.
Er sei ein leidenschaftlicher Sammler, der alles, was mehr als drei Objekte umfasst, bei sich zuhause aufbewahre. Und so kommt es, dass der Unternehmer auf dem Gebiet der Feinwerktechnik seit sieben Jahren die kleinen Spielzeuge aus den Schokoladen-Eiern zusammenbastelt und systematisch ordnet. Die Ausstellung in Murten ist die zweite dieser Art, doch für ihn ist klar, dass aus seiner Sammlung eines Tages ein Überraschungseier-Museum wird.

Börsen und Fälschungen

«Es gibt Welten, die nicht sichtbar sind», sagt Grässlin. Im Falle der Überraschungseier ist dies gleich doppelt der Fall: einerseits die in den Eiern versteckten Objekte, andererseits die Szene dahinter. «Ich versuchte, über Zeitungsannoncen in diese Welt einzutauchen. Dabei entdeckte ich, dass es in Deutschland auf diesem Gebiet rund 40000 Sammler gibt. Jedes Wochenende findet irgendwo eine Überraschungseier-Börse statt. Es gibt Kataloge und Zeitschriften, in denen das Thema wissenschaftlich abgehandelt wird. Auch Fälschungen sind auf dem Markt aufgetaucht.»

Die Kunst, das Marketing, das Technische, das Spielerische – diese Kombination ist es, was Grässlin an den Schokoladeneiern so fasziniert. Der Flugzeughydrauliker staunt, wie aus Kunststoff Bastelobjekte in höchster Präzision entstehen: «Ich habe schon Tausende gemacht, und noch keines war nicht zusammensetzbar.»
Doch auch thematisch kommt der Techniker voll auf seine Kosten. Flugzeuge, Autos, Schiffe, Raumfahrt gibt es in allen Formen und Farben. «In den Schokoladeneiern ist die komplette technische Geschichte von Otto Lilienthal bis zur Concorde enthalten.» Entsprechend nimmt Daniel Düsentrieb einen prominenten Platz ein. Walt Disneys Erfinder sei symboblisch für die Technik-Euphorie der 50er und 60er Jahre, sagt Grässlin. Was in den Comics als ein Produkt der Fantasie daherkommt, habe auf Plänen der Nasa zum Teil wirklich existiert.
Am begehrtesten sind gemäss Grässlin die vollständigen Plastikfiguren. Derzeit sind im Museum Murten unter anderem zu sehen: Micky Maus, Minny Maus, Daisy Duck, Gustav Gans, Pluto, Pinocchio, Robin Hood, Asterix, Miraculix, Troubadix, die Biene Maja, Willy, die Panzerknacker, Mowgli, die Schlümpfe, Julius Cäsar.

Eingebung von oben?

Ein eigener Ausstellungsteil ist Pink Panther gewidmet. Dieser ist für Grässlin die Pop-Art-Figur par excellence. Der Deutsche versucht, der Pop Art gerecht zu werden, in dem er die Figuren zum Teil im Innern von Säulen mit zwei bis drei Gucklöchern ausstellt. Die auf den ersten Blick banalen kleinen Gegenstände erhalten so einen ihr gerechtwerdenden Raum und Massstab.

«Es gibt Objekte, von denen man nicht glaubt, dass sie aus einem Ei kommen», sagt Grässlin. So hat er schon ein Haus zusammengebastelt, in dessen Inneren millimeterkleine Bilder von Warhol hängen. Oder es gibt das Matterhorn, bei dem eine Seilbahn hoch- und runterfährt. Einmal ist aus einem Schokoladen-Ei das Kloster St. Georgen geschlüpft. «Ist das wohl eine Eingebung von oben?», fragte sich Grässlin. Der Sammler kommt nämlich aus dem Ort St. Georgen.
Den Ausstellungsbesuchern gibt er einen Ratschlag mit auf ihren Rundgang. «Nehmen sie es nicht zu ernst. Finden Sie den Mut, Kind zu sein.» Kinder haben zu der Ausstellung Gratis-Zutritt.
Übrigens: Ihr Berichterstatter hat so ein Ausstellungsobjekt mit nach Hause genommen. Aus dem Ei schlüpfte eine Schnecke mit Kind und Haus.
Doch selbst nach längerem Basteln brachte er es nicht fertig, dass auch das Kind den Kopf aus dem Schneckenhaus strecken konnte. Ihr Berichterstatter ist eben kein Flugzeughydrauliker.

Ausstellung «Kinder-Szenen» im Museum in der Alten Stadtmühle Murten. Bis 28. Oktober täglich, ausser Montag, von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr.

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