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Am Futter den Strukturwandel ablesen

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Zurzeit ist es das Getreide, das vor der Produktionshalle der Trocknungsgenossenschaft des Sensebezirks in Tafers darauf wartet, zu Futterpellets verarbeitet zu werden. Geschäftsführer Kuno Baechler und sein Team planen kurzfristig–von einem Tag auf den anderen. Denn das Wetter bestimmt, wann die Landwirte ernten und die Ware an die Trocknungsgenossenschaft liefern können. Genauso herausfordernd wie die Arbeitsplanung sei auch die Einschätzung der zu trocknenden Gesamtmenge für das aktuelle Jahr. «Ich kann nie sagen, wie das Jahr werden wird, und ich kann es auch nicht beeinflussen», sagt Baechler. Denn der Prozess des Fütterungsentscheides beginnt im Frühjahr beim Landwirt und wird durch den Faktor Wetter mitgeprägt. Bisher sehe es in Bezug auf die Hauptsaison der Mais- und Kolbenschrottrocknung nach einem «normalen Herbst» aus, sagt er. War doch die vergangene Saison mit Durchschnittserträgen von plus 20 Prozent pro Hektare und mehr sehr erfolgreich.

Hohe Sojapreise

Dass der Kanton Freiburg gemäss einer Studie des Bundesamtes für Statistik zu den Kantonen gehört, in denen im Jahr 2011 am meisten Bauernhöfe eingegangen sind (FN vom 7. August), spürt Kuno Baechler «nur» an der geringeren Anzahl Kunden, nicht aber an der verarbeiteten Menge. Diese sei im Vergleich zu früher pro Kunde einfach grösser geworden. «Früher hatten wir zehn kleinere Maishaufen vor dem Gebäude stehen, heute sind es fünf grosse.» Lag die landwirtschaftliche Nutzfläche pro Betrieb 1985 in der Schweiz bei 14,4 Hektaren, so waren es gemäss Baechler 2009 schon 21,5 Hektaren.

Eiweiss aus Gras statt Soja

Weil die Sojapreise auf dem Weltmarkt wegen der Trockenheit in den USA rasant ansteigen, rechnet der 44-Jährige damit, dass die Landwirte wieder vermehrt hofeigenes Eiweiss produzieren und somit vermehrt Gras zu Pellets verarbeiten lassen werden. Das im Gras enthaltene Eiweiss kann anstelle von Sojamehl in der Fütterung eingesetzt werden.

Momentan bereitet sich das Team neben dem Tagesgeschäft auf die eigentliche Hauptsaison der Mais- und Kolbenschrottrocknung vor. Kuno Baechler rechnet damit, dass der erste Mais zirka Mitte September angeliefert wird. Ab diesem Zeitpunkt werden die Anlagen von Montag bis Samstag, 24 Stunden am Tag, in Betrieb sein. Für diese Zeit genügend Personal zu finden sei nicht einfach, sagt Kuno Baechler. Um einen reibungslosen Betrieb sicherstellen zu können, sind zehn Teilzeitarbeitskräfte nötig.

Ohne Computer

Wer in der Produktionshalle einen Computer zur Steuerung der Anlage sucht, der tut dies vergebens. Die Anlagen werden alle manuell mittels Knöpfen gesteuert. Die Grundinfrastruktur der Trocknungsanlage stammt aus dem Jahre 1982, entspricht durch stetige Revisionen und Unterhaltsmassnahmen sowie kleineren Erneuerungen jedoch den heutigen technischen Anforderungen und Umweltschutzmassnahmen, erklärt Kuno Baechler.

Einige kennen die Trocknungsanlage wohl nur von ihrem spezifischen Geruch her: Was jeweils im Herbst aus den Kaminrohren der Anlage steigt, ist Wasserdampf. Je nach Windrichtung wird dieser in der Umgebung stärker oder weniger stark wahrgenommen.

Zahlen und Fakten

42 Prozent der Kunden frankofon

Das Marktgebiet der Trocknungsgenossenschaft des Sensebezirks umfasst den Kanton Freiburg sowie angrenzende Teile der Kantone Waadt und Bern. Sie verarbeitet hofeigenes Futter der Landwirte wie Gras, Mais, Kolbenschrot und Getreide mit einem thermischen Verfahren zu Futterpellets, die als Tiernahrung Verwendung finden. 2011 wurden 7700 Tonnen Futterpellets produziert. 42 Prozent der Kunden haben ihren Hof in einer französischsprachigen Gemeinde.ak

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