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Am Galakonzert der Landwehr hat erstmals eine Frau das Sagen

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Autor: irmgard Lehmann

Seit gut einem halben Jahr dirigiert Isabelle Ruf-Weber die Landwehr, das offizielle Musikkorps der Stadt und des Kantons. Jeden Dienstag reist die einstige Primarlehrerin und diplomierte Blasorchester-Dirigentin mit dem Zug von Sursee nach Freiburg und fährt nachts um 23 Uhr wieder heim.

Die Frau, die mit Charme, Talent und ausgeprägtem Sinn für Eleganz gesegnet ist, weiss, was sie kann. Die 20-jährige Erfahrung als Dirigentin des Blasorchesters Neuenkirch hat sie gestärkt, und zwar so sehr, dass sich auch die Landwehr, eine einstige Männerbastion, ihrem Willen unterordnet. «Vor 20 Jahren war das für eine Frau viel schwieriger. Man hat nur gewartet, bis sie scheitert», meint Isabelle Ruf.

Mit Charme, Eleganz und Können

Um halb acht Uhr steigt die Dirigentin im Probelokal der Landwehr (Beaumont 16) aufs Podest, nimmt die 70 Männer und rund 20 Frauen ins Visier und hebt die Arme. Es wird mäuschenstill. Ruf nennt das Werk, die Phrase, die zu spielen ist, gibt den Auftakt. Der Klang ist da, die Dynamik spielt. Mit einem leichten Nicken, einem knappen Jawohl oder einem kurzen Lächeln quittiert die 47-Jährige die Musik. Weiter gehts zur nächsten Passage, klar und zügig.

Ein Spiel der Farben

Isabelle Ruf spricht nie laut, auch dann nicht, wenn ihr etwas nicht passt. Sanft in der Sprache und klar im Fordern, lautet wohl ihre Devise.

Hartnäckig kann sie allemal sein. Dort, wo sie Falschtöne ortet, pflückt sie einzelne Bläser heraus, fordert sie zum Spiel auf. Wenns sein muss x-mal, zu zweit zu dritt, bis der Ton sitzt, die Intonation stimmt. Alle andern hören zu, kaum Seitengespräche. Das Korps ist konzentriert und diszipliniert.

Und sollte die Klangfarbe nicht nach Rufs Gusto ausfallen, nimmt die Dirigentin Farben zu Hilfe. «Ich möchte einen gelben Ton», ruft sie. Gelb für hell und scharf; Braun für warm und sanft. Die Klangfarbe ändert, wie es Frau will. So einfach ist das – notabene vermeintlich nur.

Gesinnungswandel

In der Tat ist es erstaunlich, wie all die Männer, die bis vor gut zehn Jahren noch keine Frau in ihren Reihen duldeten, sich auf die Luzernerin eingestellt haben, Wortfetzen in Deutsch zur Kenntnis nehmen und ihr mit französischsprachigen Wörtern zur Seite stehen.

Am Wochenende tritt nun die Landwehr in der Aula der Universität zum ersten Mal unter der Regie einer Frau auf. Isabelle Ruf-Weber, die auch über ein Lehrdiplom in Querflöte verfügt, nimmt es gelassen und bekennt, dass nur der Gang auf die Bühne etwas kritisch sein könnte – wegen Kniezittern und so. Lampenfieber kennt sie kaum, und sie hat gar nichts dagegen, wenn ein «bisschen mehr Adrenalin durch ihre Adern fliesst» als etwa an Probetagen im Beaumontquartier.

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