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Am Wochenende floriert das Geschäft

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Erstmals hat ein Coop-Supermarkt in der Westschweiz täglich geöffnet–auch am Sonntag: Beim Bahnhof Freiburg gibt es seit zwei Wochen ein 502 Quadratmeter grosses Geschäft, das über 11 000 Artikel anbietet. «Das Geschäft läuft gut, ich bin sehr zufrieden», sagt Bertrand Pasteur, Verkaufsleiter und Mitglied der Direktion Coop Westschweiz, den Freiburger Nachrichten. Von Montag bis Samstag ist der neue Laden jeweils von 6 bis 21 Uhr geöffnet, am Sonntag von 7 bis 19 Uhr.

Noch mehr Personal?

Das Geschäft ist zwar durch eine Rolltreppe vom TPF-Bahnhof aus erreichbar, es liegt aber im neuen Agora-Gebäude an der Louis-d’Affry-Strasse. Trotzdem hat Coop dafür von der SBB den Nebenbetriebsstatus erhalten. Das bedeutet: Ladenlokale, die sich unmittelbar an oder in einem Bahnhof befinden, dürfen täglich und bis in den Abend hinein ihre Kundschaft bedienen–auch wenn das kantonale Gesetz wie in Freiburg strengere Ladenöffnungszeiten vorsieht.

Bisher konnte Coop in der Westschweiz am Wochenende und am Abend nur mit Pronto-Läden Kundschaft anziehen. Nun hat der Grossverteiler erstmals einen Supermarkt mit einem breiten Angebot, welcher von erweiterten Ladenöffnungszeiten profitiert. 30 Personen arbeiten in der neuen Filiale, 21 davon hat Coop neu eingestellt. «Das Geschäft läuft so gut, dass wir uns überlegen, noch mehr Personal einzustellen», sagt Bertrand Pasteur.

Besorgte Gewerkschaften

Weniger Begeisterung über das neue Geschäft und vor allem die längeren Arbeitszeiten zeigen die Gewerkschaften Syna und Unia: Sie stören sich daran, dass immer mehr Verkaufspersonal am Abend und an Sonntagen arbeiten muss. Syna und Unia hinterfragen die erweiterten Öffnungszeiten der neuen Coop-Filiale im Grundsatz: «Wir fragen uns, ob das Geschäft wirklich noch im Bahnhof liegt», sagt Syna-Vertreterin Véronique Rebetez. «Schliesslich liegt es an der Strasse, in einem neuen Bürogebäude.» Die beiden Gewerkschaften klären nun mit ihren Juristen ab, ob sie gegen die Abend- und Sonntagsarbeit im neuen Geschäft vorgehen können. «Dabei geht es um die Frage, was noch zum Bahnhof gehört und was nicht», sagt Rebetez. Es gehe nicht an, dass der Begriff des Bahnhofs immer weiter ausgeweitet werde–zum Vorteil der Grossverteiler und zum Nachteil der Angestellten.

Der Kundschaft jedoch gefallen die erweiterten Öffnungszeiten. Die neue Coop-Filiale wurde am letzten Wochenende Opfer ihres eigenen Erfolges: Am Sonntag waren auffallend viele Regale regelrecht leer gekauft.

Aperto passt sich an

Die bereits bestehenden Läden im Bahnhof freuen sich wohl weniger ob dieser Konkurrenz. Seit langem im Bahnhof Freiburg ansässig ist Aperto. In den 1980er-Jahren war das Unternehmen das erste, das in Bahnhöfen Läden führte, die täglich geöffnet waren. «In den letzten Jahren gerieten wir jedoch immer mehr in einen Verdrängungskampf», sagt Aperto-Direktor Andreas Hofer den FN. «Es gibt fast keinen Bahnhof mehr, an dem nicht eine Migros oder ein Coop dazukommen.» Darum richtet sich Aperto mit seinen schweizweit 32 Standorten neu aus. «Wir können mit dem Vollsortiment der Grossverteiler nicht konkurrenzieren»,sagt Hofer. «Wir positionieren uns im Bereich Schnellverpfleger.»

Die Erfahrungen in anderen Bahnhöfen zeigen: «Aperto kann sich neben den anderen Läden behaupten», sagt Hofer. In den Anfängen konnte Aperto die Preise recht hoch ansetzen, da die Kundschaft am Abend und am Sonntag keine Alternative hatte. Heute geht das nicht mehr. «Unsere Preise sind marktüblich», sagt Hofer.

 

 

Zukunft: Der Bund investiert 100 Millionen Franken

I m Bahnhof Freiburg kommen immer mehr Züge an, immer mehr Passanten gehen ein und aus. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, hat der Bund eine Investition in der Höhe von 100 Millionen Franken vorgesehen, wie die Zeitung La Gruyère berichtete.

Zweiter Zugang

Zum einen soll ein zweiter unterirdischer Zugang zu den Gleisen gebaut werden, da bald viele Züge 400 Meter lang sein werden. Mit einem einzigen Zugang wird das Umsteigen für die Passagiere schwierig, auch, weil der jetzige Zugang dezentral liegt. Der neue Zugang soll in die Bahnhofhalle führen. Zudem wird die SBB Gespräche mit der Stadt Freiburg darüber führen, ob auch direkte Ausgänge auf die Avenue de Midi und Richtung Alter Bahnhof führen sollen – und ob sich die Gemeinde an deren Kosten beteilige.

Zum andern wird darüber nachgedacht, die Weichen auf der Seite Bern zu versetzen. Befindet sich ein 400 Meter langer Zug auf Gleis 2, versperrt er den Zugang von Givisiez her zum Gleis 1. Würden die Weichen verlegt, wäre das kein Problem mehr. Der neue Zugang und die Verlegung der Weichen sollen bis 2025 umgesetzt sein. In einer zweiten Phase, zwischen 2025 und 2040, könnte der Bahnhof ein sechstes Gleis erhalten. njb

Öffnungszeiten: Im Bahnhof Freiburg gilt das Bundesrecht

D ie Ladenöffnungszeiten sind kantonal geregelt. Freiburg gehört zu den Kantonen mit den restriktivsten Regeln: Unter der Woche dürfen Geschäfte bis 19 Uhr geöffnet sein, am Samstag bis 16 Uhr. Sonntags dürfen nur bestimmte Betriebe öffnen – beispielsweise Bäckereien, Tankstellenshops und Kioske. Seit 2008 dürfen Kantone auch anderen Geschäften bis zu vier Sonntagsverkäufe im Jahr erlauben.

Lockerungen in Sicht

Auf nationaler Ebene sind Bestrebungen im Gange, die Ladensöffnungszeiten zu vereinheitlichen: Letzte Woche gab der Bundesrat bekannt, er wolle in der ganzen Schweiz längere Öffnungszeiten zulassen – werktags bis 20 Uhr, samstags bis 19 Uhr. Im Mai hat der Nationalrat beschlossen, dass Tankstellenshops rund um die Uhr öffnen und nachts ein breiteres Sortiment als bisher verkaufen dürfen sollten. Stimmt der Ständerat zu, wollen die Gewerkschaften das Referendum ergreifen.

Geschäfte unmittelbar an oder in einem Bahnhof sind von kantonalen Regelungen ausgenommen. 50 Bahnhöfe, darunter Freiburg, sind als Zentren des öffentlichen Verkehrs anerkannt. Dort können Lokale bis 21 Uhr Kundschaft bedienen – und auch am Sonntag von 7 bis 19 Uhr. njb

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