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«Amgen war ein Sonderfall»

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CVP-Staatsrat Beat Vonlanthen lässt seine bisherige Zeit im Staatsrat Revue passieren

Autor: Mit BEAT VONLANTHEN sprach CHRISTOPH NUSSBAUMER

Seit Ihrem Amtsantritt im Sommer 2004 sind sie sehr häufig in der Öffentlichkeit präsent. Befinden Sie sich im dauernden Wahlkampf?

Meine Präsenz in der Öffentlichkeit hatte vor allem sachpolitische Gründe: Ich denke an die Umzonierung für das Ansiedlungsprojekt «Amgen» in Galmiz. Dann engagierte ich mich sehr stark im Vorfeld der Abstimmung über das Poyaprojekt. Viel öffentliche Präsenz bescherte mir auch die Information über das revidierte Bau- und Raumplanungsgesetz. Kommunikation ist ein wesentliches Element für die Umsetzung unserer Politik. Daher war ich auch sehr viel in der Öffentlichkeit.

Sie sind bei ihrem Amtsantritt ins kalte Wasser geworfen worden. Was war bisher ihr grösster «Lehrblätz»?

(überlegt …) Man lernt immer dazu. Aus jedem Dossier, das man bearbeitet, gibt es Punkte, die man verbessern muss und wo man seine Lehren ziehen sollte. Wenn ich das Beispiel «Galmiz» nehme, so muss ich sagen, dass wir im Bereich der Kommunikation schlecht ausstaffiert waren. Dann hätten wir die Entwicklung besser antizipieren müssen, um eben rechtzeitig Land zur Verfügung zu haben. Da haben wir die Lehren gezogen mit der Erarbeitung einer aktiven Grundstückspolitik und einer besseren Koordination auf interkantonaler Ebene.

Die Diskussion um Amgen war auch eine Diskussion über die Raumplanung. Wo sehen sie die Schwächen der bisherigen Politik?

Die Raumplanungspolitik war bisher zu wenig regional ausgerichtet. Das werden wir jetzt korrigieren mit dem neuen Bau- und Raumplanungsgesetz. Die Gemeindeautonomie wird zwar weiterhin hoch gehalten. Die überkommunale Planungsarbeit wird aber verstärkt werden. Als weitere Schwäche sehe ich die zum Teil immer noch überdimensionierten Bauzonen, die nicht genutzt werden können, weil Landbesitzer ihr Bauland horten. Auch da wird das neue Gesetz die nötigen Korrekturen bringen. Ganz zentral scheint mir aber für die Raumplanung das Stichwort der Nachhaltigkeit. Es geht stets um die sorgfältige Abwägung zwischen den wirtschaftlichen, sozialen und den ökologischen Interessen. Nur so können wir die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons anstreben, ohne die hohe Lebensqualität aufs Spiel zu setzen.

Denken Sie denn, dass der Kanton künftig besser gerüstet ist für ein Ansiedlungsprojekt im Stil «Amgen»?

Amgen war ein Sonderfall und wir werden ein solches Projekt in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr auf den Tisch bekommen. Mir scheint wichtig, dass wir und die Schweiz gerüstet sind, um solche Grossprojekte realisieren zu können. Da laufen auf interkantonaler Ebene Anstrengungen, um strategische Zonen zu definieren. Für den Kanton Freiburg wird es in erster Linie darum gehen, die Wirtschaftsentwicklung auf KMU im Hightechbereich auszurichten. Der Kanton muss da zusammen mit den Gemeinden vermehrt Landparzellen akquirieren und bei Gelegenheit an interessierte Unternehmen weiterverkaufen.

Dem Kanton Freiburg steht ein weiteres Bevölkerungswachstum bevor. Da gibt es Herausforderungen punkto Infrastrukturen. Wo orten Sie Handlungsbedarf?

Wir werden vor allem beim öffentlichen Verkehr Fortschritte machen müssen. Da wird der geplante Tarifverbund die Attraktivität verstärken. Die Strasseninfrastruktur dürfen wir aber nicht aus den Augen verlieren. Nicht zu vergessen sind auch der Bildungsbereich, die Betreuung für Betagte und die Sozialinstitutionen.

Bildung, Soziales, Strassen, öffentlicher Verkehr. Besteht dann noch Freiraum für Steuersenkungen?

Es besteht noch Raum für Steuersenkungen. Mit einer Wirtschaftsförderung, die in Richtung der Schaffung von Arbeitsplätzen mit hoher Wertschöpfung geht, können wir das Durchschnittseinkommen erhöhen und den nötigen Handlungsspielraum schaffen.

Sie waren jetzt gut zwei Jahre Bau-, Raumplanungs- und Umweltdirektor. Könnten Sie sich einen Departementswechsel vorstellen?

Ich habe viele politische Baustellen in meiner Direktion. Daran möch- te ich weiterarbeiten. Als Mitglied einer Kollegialbehörde muss man aber offen sein, auch andere Direktionen zu übernehmen. Am ehes- ten könnte ich mir einen Wechsel in die Volkswirtschaftsdirektion vorstellen. Sie ist für die Weiterentwicklung des Kantons ebenfalls sehr zentral.

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