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Analyse: Ryszard Komornicki: «Unser Problem ist die Selbstüberschätzung»

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Der polnische Aarau-Trainer Ryszard Komornicki kennt die Eigenheiten des polnischen Fussballs, Veränderungen und aktuelle Probleme.

Die Privilegien …

«Fussballer in Polen zu sein war zu meiner Zeit nicht nur mit Geld, sondern auch mit Anerkennung und Privilegien verbunden. Wir durften im Gegensatz zu vielen anderen Leuten überall hinreisen und brauchten uns um nichts zu kümmern. Gornik Zabrze hatte zu jener Zeit 200 Angestellte, sogar eigene Schuhmacher, Tankwarte und Automechaniker. Wir mussten nie einkaufen, keine Möbel, nichts. Wenn man etwas brauchte, konnte man den Verantwortlichen zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen, egal, womit die gerade beschäftigt waren.»

… und Pflichten

«Dafür lebten wir 24 Stunden für den Verein, waren hundertprozentig loyal. Es gab nur Fussball und die Familie. Über etwas anderes als Platz eins wurde bei uns nie diskutiert. Kritik am Trainer gab es nicht einmal im Ansatz und wäre sowieso ein Kündigungsgrund gewesen. Probleme wurden direkt auf dem Platz aus der Welt geschafft, nicht wie heute hinterher, nicht im Spital.»

Das (zu) starke Selbstbewusstsein

«Polen hat ein grosses Potenzial, es gibt viele Talente. Aber vier Klubwechsel bis zum Alter von 22 Jahren bringen nichts. So kommen wir nicht weiter. Wir müssen uns gerade nach dem EU-Beitritt öffnen, sonst haben wir in Zukunft keine Chance. Denn die Polen sind unheimlich selbstbewusst. Was im Ausland passiert, interessiert sie herzlich wenig. Unser Problem ist die Selbstüberschätzung. Anfang Frühling war der Assistent von Nationaltrainer Leo Beenhakker in Aarau zu Besuch und sagte, sie hätten es unheimlich schwer. Die Anerkennung für die geleistete Arbeit komme von hohen Politikern, nicht von Fussballexperten. Letztere handeln oftmals respektlos. Wenn Polen eine schlechte EM spielt, sehe ich die Beenhakkers Zukunft trotz Vertragsverlängerung nicht rosig.»

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