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Angst vor dem Verlust der Dorfbeiz

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Autor: karin aebischer

Rund 120 Pfarreibürgerinnen und Pfarreibürger fanden sich am Mittwochabend im Restaurant Zum Goldenen Kreuz («Chez Laysa») ein, um über dessen allfälligen Verkauf zu befinden. Pfarreipräsident Michael Schneuwly bemerkte gleich zu Beginn der ausserordentlichen Pfarreiversammlung, dass das Geschäft im Vorfeld viel zu reden gegeben habe und die Emotionen hochgegangen seien. Auch an der Versammlung selbst, die im überfüllten Saal des Verkaufsobjektes stattfand, herrschte eine gespannte Atmosphäre.

Investitionen stehen an

Nachdem der Pfarreirat an der Pfarreiversammlung im April 2008 aufgrund eines von der Versammlung angenommenen Antrages der Fiko damit beauftragt worden war, den Verkauf des pfarreieigenen Restaurants zu prüfen, stellte er der Versammlung nun den Antrag, der Pfarrei die Kompetenz für den Verkauf zu erteilen.

«Die Pfarreiwirtschaft ist aufgrund der Investitionen, die in den nächsten zehn Jahren getätigt werden müssen, für die Pfarrei nicht mehr tragbar», bekräftigte Michael Schneuwly. Die Hauptaufgabe einer Pfarrei, die Seelsorge, könne ohne den Verkauf in Zukunft nicht mehr sichergestellt werden. Habe doch der Gasthof in den letzten 20 Jahren einen Verlust von rund 464 000 Franken erwirtschaftet. «Die Weichen müssen heute gestellt werden, damit die Seelsorge und die Begegnungsorte der Pfarrei langfristig gesichert werden können», so Schneuwly. Bei einer Ablehnung des Verkaufs müssten die Pfarreibürger an der nächsten Versammlung mit einem Antrag zur Erhöhung der Einkommenssteuer rechnen. Aus der Versammlung wurde deutlich, dass die St. Urserinnen und St. Urser sich um den Erhalt des einzigen Restaurants im Dorf sorgen. «Ich bin gegen einen Verkauf. Denn dann haben wir keine Kontrolle mehr, was mit der Liegenschaft geschieht und auf einmal auch keine Wirtschaft mehr», meinte ein Pfarreimitglied.

Kein Umfunktionieren

Michael Schneuwly erklärte daraufhin zum wiederholten Male, dass ein Verkauf in keiner Weise bedeute, dass das Goldene Kreuz umfunktioniert werden würde. «Jeder, der ein Restaurant kauft, ist auch bestrebt, es gut zu führen und mit den Vereinen zusammenzuarbeiten», sagte er.

Auch Ammann Pierre-André Jungo meldete sich zu Wort und betonte, dass der Gasthof unter allen Umständen Eigentum der Pfarrei bleiben müsse. Man könne das Risiko nicht in Kauf nehmen, dass der übernächste Käufer den Saal in Wohnungen umbaue oder wieder ein anderer das Restaurant umfunktioniere. Er wies auch darauf hin, dass sich die Pfarrei die Gaststätte nach seinen Berechnungen leisten könne. Er sei ob der vielen aufgeführten Investitionen der Pfarrei sehr erstaunt gewesen. Ein Kauf durch die Gemeinde, wie dies die Pfarrei unter anderem vorgeschlagen habe, käme jedoch nicht in Frage.

Geheime Abstimmung

Schliesslich wurde die Entscheidung in einer geheimen Abstimmung herbeigeführt. Mit 35 zu 80 Stimmen sprach sich die Versammlung gegen den Antrag des Pfarreirates und somit gegen den Verkauf des Restaurants aus. Der Pfarreirat muss sich somit sofort auf die Suche nach einem neuen Pächter machen, da Monique Palmieri alias Laysa ihren Vertrag auf Ende Juli 2009 gekündigt hat.

Anderes Objekt verkaufen

Nach der Versammlung zeigte sich Michael Schneuwly froh darüber, dass die Pfarrei nun einen klaren Auftrag habe. «Ich bin ein fairer Verlierer. Wir werden das Beste daraus machen und dafür sorgen, dass das Defizit so klein wie möglich ausfällt. Wir werden uns sicher überlegen, ein Objekt zu verkaufen, das weniger Emotionen schürt», meinte der Pfarreipräsident und fügte hinzu, dass er mit diesem Entscheid gerechnet habe.

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