Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Anwohner wehren sich gegen Bauprojekt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Am Kiburgerweg im Freiburger Schönbergquartier sollen drei neue, dreistöckige Gebäude entstehen. Das Baugesuch liegt seit Freitag öffentlich auf. Die Parzelle, die der Pensionskasse der Stadt Freiburg gehört, umfasst heute fünf in den 1970er-Jahren entstandene Mehrfamilienhäuser sowie eine baumbepflanzte Grünfläche mit Feuerstelle und Spielplatz. Dass ausgerechnet diese Grünfläche nun 27 neuen Wohnungen weichen soll, können viele der 67 Mietparteien am Kiburgerweg 25 bis 33 nicht nachvollziehen. «Einerseits wird nach Grün- und Spielflächen gesucht und andererseits lässt man zu, dass ein bestehender Park überbaut wird», sagt Andrea Siegen, Präsidentin der Mietervereinigung.

«Fühlen uns verhöhnt»

Es ist nicht das erste Mal, dass das Bauprojekt der Pensionskasse den Anwohnern des Kiburgerwegs Sorgen bereitet. Im Dezember 2014 legte die städtische Pensionskasse erstmals ein Gesuch für den Bau von drei neuen Gebäuden am Kiburgerweg auf. Nachdem zehn Einsprachen dagegen eingegangen waren, wurde es ruhig um das Projekt (die FN berichteten). «In einer Schlichtungssitzung vom April 2015 konnte keine Einigung erzielt werden», erinnert sich Anwohnerin Susanne Stumpe: «Danach haben wir nichts mehr vom Projekt gehört.» Bis das Thema in diesem Frühjahr wieder auf den Tisch kam. Im Rahmen von «Fribourg (ou)vert» – das Projekt der Stadt soll im Schönberg Plätze für Familien und Kinder schaffen – habe sie mitbekommen, dass der Park am Kiburgerweg von den Projektverantwortlichen nicht berücksichtigt wird. «Da war mir klar, dass die Überbauung wieder aktuell wird», erklärt das Vorstandsmitglied des Quartiervereins Schönberg.

Andrea Siegen und Susanne Stumpe sind von ihrer Vermieterin, der Pensionskasse, enttäuscht. «Seit 20 Jahren werden an den Gebäuden, in denen wir leben, nur die nötigsten Reparaturen vorgenommen – mit der Begründung, es fehle das Geld für grössere Renovationen», sagt Siegen: «Jetzt will man uns einen neuen 10-Millionen-Bau in den Park stellen.»

Aber auch am Verhalten des Gemeinderates stören sich die Anwohnerinnen. «Die Mietergemeinschaft am Kiburgerweg fühlt sich verhöhnt, wenn dieser im Legislaturprogramm und bei öffentlichen Veranstaltungen vom Bestreben zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt spricht, Partizipation bei Bauprojekten als selbstverständlich bezeichnet und dann hier das komplette Gegenteil davon passiert», so Stumpe.

«Bauprojekt ist zonenkonform»

Thierry Steiert ist Gemeindeammann von Freiburg und präsidiert die städtische Pensionskasse. Auf Anfrage der FN sagt er, dass bezüglich des geplanten Bauprojekts am Kiburgerweg schon mehrere Interventionen bei ihm eingegangen seien. Steiert erklärt, dass das Bauprojekt einem Strategieentscheid der Pensionskasse entspreche: «Die Pensionskasse ist dazu verpflichtet, eine minimale Rendite zu erzielen.» Das sei auf den Aktienmärkten heute kaum mehr möglich. «Deshalb konzentriert sich die Kasse auf das ungenutzte Potenzial ihrer Parzelle.»

Schliesslich entspreche das Projekt der verdichteten Bauweise, erklärt Steiert: «Die Partikularinteressen der Anwohner sind das eine – der grössere Kontext etwas anderes. Wir können uns nicht nur nach Partikularinteressen richten, sonst wird in Freiburg nirgends mehr gebaut.» Zudem seien die Anliegen der Anwohner in der Schlichtungsversammlung aufgenommen und in die weitere Planung einbezogen worden. Der tiefe Leerwohnungsbestand zeige, dass das Quartier eine hohe Wohnqualität aufweise. «Das wird sich durch die neuen Gebäude nicht ändern», ist Steiert überzeugt.

«Die Parzelle befindet sich in der städtischen Wohnzone hoher Dichte. Das Bauprojekt ist zonenkonform», erklärt Gemeinderätin Andrea Burgener. Die Baudirektorin führt weiter aus, dass für das Vorhaben Bäume gefällt werden müssten, diese aber allesamt kompensiert würden. «Die Parzelle verliert an freier grüner Fläche. Dafür wird die Umgebung aufgewertet.» So ist gemäss Mitteilung der Pensionskasse im Projekt etwa die Realisierung neuer Spielplätze vorgesehen.

Die Mieter haben eine Online-Petition gestartet, um ihren Park zu retten. Bis gestern Abend hatten diese über 450 Personen unterzeichnet. Einsprachen dürften folgen.

Zum Projekt

Grünanlagen im Schönberg gesucht

Im Schönbergquartier der Stadt Freiburg fehlt es an Spielplätzen und Grünanlagen, auf denen Familien ihre Freizeit verbringen können. Dies beklagten an der Versammlung des Quartiervereins Schönberg von Mitte Mai sowohl das Vereinskomitee als auch Gemeinderat Laurent Dietrich. Mit dem Projekt «Fribourg (ou)vert» versucht die Stadt, diesen Mangel zu beheben. Die Planungsphase für das Projekt läuft seit zwei Jahren. Ursprünglich wurde an 13 Orten die Realisierung einer Grünanlage mit Spielplatz geprüft. An fünf Orten sollen nun zwischen Oktober 2018 und August 2019 neue Grünanlagen entstehen: Rund um den Fussballplatz ist eine Begegnungszone geplant, die Spielplätze der Primarschule und des Maggenbergs sollen neu gestaltet werden und auch bei der Bischof-Besson-Strasse und der Jean-Marie-Musy-Allee sollen neue Plätze entstehen.

mz

 

 

Mehr zum Thema