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Apokalyptisches mit Mut zur Melodie

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Es gibt Bands, die bei der Wahl ihres Namens nicht besonders viel Kreativität an den Tag legen. Birdpen gehört definitiv zu dieser Sorte. Setzt sich doch der Name aus den beiden Nachnamen seiner Gründer zusammen: Mike Bird und Dave Pen. Den beiden sei ihre Einfallslosigkeit jedoch verziehen. Denn für Fans des britischen Gitarrenrock dürften ihre Namen einen gewissen Nimbus haben: Beide gehören zum Kern des Londoner Kollektivs Ar­chive, das Anfang der Nullerjahre mit einer Mischung aus Trip-Hop, progressivem Rock und fein gewobenen elektronischen Klangteppichen die Bühnen eroberte. Seit 2003 sind Birdpen im Duo unterwegs und nun schon zum dritten Mal in Düdingen zu Gast.

Den Anfang macht an diesem Abend aber das Trio Davv aus Zürich mit seinen Noise-Orgien aus verzerrter Gitarre, wilden Drums und irrem Synthesizer-Gedrücke. Ihr Sound ist roh, schnörkellos, laut und kommt tief aus den goldenen 90er-Jahren des Indie-Rock. Davv klingen mal wie Pavement, mal wie eine der Garage entsprungene Version der Flaming Lips. Das Gittarengeschrammel der Vorband macht Laune und bietet einen guten Einstieg in den Abend – nicht mehr, nicht weniger.

Der Raum bebt, die Menge tobt

Als schliesslich Birdpen mit drei Gastmusikern im Schlepptau die Bühne betreten, ist der Saal gestossen voll. Bereits die ersten Takte hören sich vertraut an: Die treibenden Rhythmen des Schlagzeugs schweben über einem Meer aus elektronischen Soundflächen. Immer wieder rütteln Gitarrengewitter an den sphärischen Klanggebilden, die durch den schwermütigen Gesang von Dave Pen getragen werden. Schnell entfaltet diese Mischung ihre Sogkraft. Der Raum bebt, die Menge tobt.

Birdpen haben an diesem Abend ihr neues Album «There’s Something Wrong with Everything» von diesem Jahr im Gepäck. Und nachdem das warme Gefühl des Wiedererkennens langsam verflogen ist, wird klar: Die neue Scheibe klingt erfrischend anders. Die Songstrukturen sind luzider, der Gesang hat sich zum Hauptdarsteller gemausert. Mit ihrem aktuellen Album beweisen Birdpen zudem deutlich mehr Mut zur Melodie – und das tut der Band gut. Wirkten sie bei ihrem letzten Auftritt im Bad Bonn noch etwas freudlos und ihr Sound noch etwas unausgegoren, so kommen Konzert wie Studioalbum nun stärker aus einem Guss daher. Weniger vielfältig erscheinen indes die Texte. Das Lieblingsthema von Dave Pen bleibt unverändert der Weltschmerz. Die aktuelle Weltlage dient als Folie für ein Konzeptalbum über die nahende Apokalypse – über Fake News, mediale Massenverdummung und Orwellschen Totalitarismus.

Professionell und abgeklärt

Am Ende des Abends bleibt unter dem Strich ein guter Eindruck zurück. Birdpen haben sich von ihren exzentrischen Anfangsjahren verabschiedet. Hier steht eine Band auf der Bühne, die professionell wirkt, abgeklärt und zuweilen stadiontauglich. Der Flirt mit dem Pop führt bei Birdpen aber nicht direkt in die Welt der Hitparadenkonserven. Mike Bird und Dave Pen balancieren auf der Schwelle zum Abgrund, in den Coldplay und Co. einst gestürzt sind. Möge ihnen nicht das Gleichgewicht verloren gehen!

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