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Apotheker kritisiert den stärkeren Spardruck

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Seit 30 Jahren ist Guido Binz Apotheker in Gurmels. Am Montag feiert er sein Jubiläum. Doch die Freude wird getrübt: «Ich stehe immer noch vor dem Risiko, dass ich nicht bis zu meiner Pensionierung selbstständig eine Apotheke betreiben kann», sagt er den FN. «Etwa 20 bis 25 Prozent der selbstständigen Apotheken sind in ihrer Existenz bedroht.» Dafür verantwortlich sei der immer stärkere Spardruck. «Wir sollen die Preise senken bis zum Geht-nicht-mehr.»

Binz, der 1961 in St. Antoni geboren wurde, kritisiert den Bundesrat. Um die Kosten im Gesundheitswesen zu senken, ziele dieser mit ­seinen geplanten Abbaumassnahmen auf den einzigen Bereich, wo er direkt Einfluss nehmen könne: die Apotheken. «Doch damit zieht der Bundesrat den günstigsten Partnern im Gesundheitsbereich den Boden unter den Füssen weg.»

Ein Blutdruckmittel, das er früher für 100 Franken habe verkaufen können, dürfe heute nur noch 25 Franken kosten. «Gleichzeitig sollen wir Apotheker immer mehr leisten», sagt Binz. «Ich muss eine teure Infrastruktur betreiben und habe – aufgrund von diversen Vorschriften – erhöhte Selbstkosten. Gleichzeitig kann ich mit dem Verkauf von Medikamenten kaum mehr einen Ertrag erzielen.» Zudem könnten Drogerien rezeptfreie Medikamente verkaufen, die vorher in der Apotheke erhältlich waren.

Der Spardruck habe konkrete Auswirkungen auf seine Apotheke, sagt Binz. «Mit acht Teilzeit-Mitarbeitenden ­habe ich das Minimum erreicht. Und aus Kostengründen kann ich keine Lernenden mehr beschäftigen.»

Mehr Bürokratie

Fast ganz aus seiner beruflichen Tätigkeit verschwunden ist die Herstellung von Heilmitteln. Zum einen sei die Büro­kratie dafür um das Fünffache gewachsen, zum anderen werden Medizinalkräuter fast nicht mehr nachgefragt oder als Offenware verschrieben.

Der Notfalldienst werde ebenfalls wenig genutzt. Kürzlich sei er während sieben Tagen für den Notfalldienst des Seebezirks zuständig gewesen und habe in dieser Zeit einen einzigen Anruf erhalten. «Ein solches Angebot ist nicht gratis», sagt Binz und ergänzt: «Das macht keine Versand­apotheke».

2001 hätte er gerne zusammen mit anderen eigenständigen Apothekern einen Online-­Shop betrieben. Unter Androhung einer Geldstrafe von einer halben Million Franken habe der Bund sie zur Schliessung gezwungen, sagt Binz. In dem Shop hätten die Kunden ihre Medikamente online vorbestellt und dann in der Apotheke abgeholt. Er bevorzuge beim Medikamentenkauf den persönlichen Kontakt, sagt Binz. Denn seine Aufgabe sei es, die Patienten zu beraten. «Wir Apotheker prüfen, ob es gefährliche Wechselwirkungen zwischen verschriebenen und selbst gekauften Medikamenten gibt.»

Junge Leute erreichen

Aufgrund seines Standorts in Gurmels am Doktorgässli habe er wenig Laufkundschaft, dafür aber treue Stammkunden, sagt der Apotheker. Seine Kundenzahl steige. Die Herausforderung für ihn sei, die jungen Leute zu erreichen. Sein einziges Kommunika­tions­mittel für diesen Zweck sei bislang seine Website, der er anlässlich des 30-Jahre-Jubiläums einen neuen Anstrich verpasse.

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