Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Applico eröffnet Atelier in Schmitten

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Applico eröffnet Atelier in Schmitten

Die ersten Projekte der Stiftung Applico nehmen konkrete Gestalt an

Am 1. September eröffnet die Stiftung Applico in Schmitten ihr erstes Atelier mit geschützten Arbeitsplätzen für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtig u ng. Geplant sind auch betreute Wohnungen und für 2004 die Eröffnung des zweiten Ateliers im Seebezirk.

Von ANTON JUNGO

Die seit einigen Jahren andauernde Wirtschaftsflaute liess das Klima am Arbeitsplatz rauer werden. Wer nicht die volle Leistung bringt, wird «ausgemustert». Viele psychisch labile oder auch nur sensible Menschen sind dem Leistungsdruck am Arbeitsplatz nicht mehr gewachsen. Durch den starken Konkurrenzdruck oder gar durch den eigenen Überlebenskampf sind Arbeitgeber nicht mehr unbedingt bereit, einen Mitarbeiter mitzutragen, der nicht die volle Leistung erbringt. Doch es ist nicht jedermanns Sache, den Tag mit Nichtstun zu verbringen und auf die Auszahlung der Rente zu warten. In Deutschfreiburg besteht ein grosses Bedürfnis nach geeigneten Arbeitsplätzen; doch das Angebot fehlte fast total.

Für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung wurde im Spätherbst 2002 in Murten die Stiftung Applico gegründet. In ihrer Zielsetzung heisst es: «Das Angebot richtet sich an erwachsene Frauen und Männer bis zum AHV-Alter, welche auf Grund einer psychischen Beeinträchtigung mittel- oder langfristig nicht in der freien Arbeitswelt arbeiten können.» Und: «Ihnen wird ein geschützter Arbeitsplatz in einer druck- und stressfreien Umgebung angeboten. Die Arbeiten werden den Möglichkeiten und Ressourcen der Mitarbeitenden angepasst.»

Die Stiftung Applico hat André Schneuwly und Bea Vonlanthen-Minnig den Auftrag erteilt, im deutschsprachigen Kantonsteil Wohn- (vgl. Kasten) und Arbeitsplätze für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung aufzubauen. Die beiden Geschäftsleiter, die zusammen eine Stelle teilen, haben im Gebäude der ehemaligen Firma Petz in Schmitten ihre Büros eingerichtet. Auch der «Empfang» ist besetzt und die beiden zukünftigen Bereichsleiter in Schmitten und im Seebezirk haben ihre Arbeit aufgenommen.

Betreute Arbeitsplätze

Im gleichen Gebäude in Schmitten wird am 1. September das erste Atelier eröffnet. Wie André Schneuwly betont, wird es die Aufgabe der ersten sechs betreuten Mitarbeitenden sein, bei der Einrichtung des Ateliers zu helfen. Bis Dezember werden es 12 bis 15 Mitarbeitende sein. Zurzeit sind die Geschäftsleiter auch auf der Suche nach geeigneten Arbeitsaufträgen. «Keine einfache Aufgabe in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten», meint Bea Vonlanthen-Minnig. In den vergangenen Tagen wurden zahlreiche Firmen und Institutionen angeschrieben und kontaktiert mit der Bitte, Arbeiten eventuell an Applico auszulagern.

«Wir werden Mitarbeitende mit den verschiedensten beruflichen Voraussetzungen zu betreuen haben. Von der ungelernten Arbeitskraft bis zu Leuten mit abgeschlossener Berufslehre auf den verschiedensten Gebieten», führt André Schneuwly aus. Entsprechend breit sollte auch die Palette von Arbeiten sein, die im Atelier angeboten werden können: von der einfachen Serienarbeit bis zu Schreibarbeiten und Adressverwaltung oder Produktevertrieb. Firmen und Personen, die Möglichkeiten sehen, gewisse Arbeiten auszulagern, können gerne mit der Geschäftsleitung Kontakt aufnehmen. Mit der Zeit soll auch versucht werden, eigene Produkte zu entwickeln und zu vertreiben.

«Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen ihre Kompetenzen möglichst stressfrei in den Betrieb einbringen können», meinte Bea Vonlanthen-Minnig. «Bei unseren Arbeitsplätzen steht nicht das Geldverdienen im Vordergrund, sondern eine sinnvolle Alltagsgestaltung durch einen interessanten Arbeitsplatz», ergänzt André Schneuwly und weist darauf hin, dass alle wegen ihrer psychischen Beeinträchtigung eine IV-Rente haben. Viele seien aber froh, einer regelmässigen Beschäftigung nachzugehen, schon nur um von Zeit zu Zeit aus der Wohnung zu kommen. Nach einer Probezeit erhalten die betreuten Mitarbeiter einen kleinen Lohn, der ihnen zusätzlich zur Rente ausbezahlt wird.

Gute Vernetzung

Die Leute kommen auf unterschiedlichen Wegen zu Applico. Einzelne nehmen selbstständig mit der Stiftung Kontakt auf, andere werden von den Sozialdiensten oder Amtsvormundschaften auf das neue Angebot aufmerksam gemacht, und eine dritte Gruppe stösst aus andern Institutionen (z.B. Behinderten-Werkstatt) dazu. Voraussetzung ist, dass die Betreuten sich selbstständig an den Arbeitsplatz begeben können und ihrer Beschäftigung freiwillig nachgehen wollen. «Wir akzeptieren, dass die Leistungen der psychisch beeinträchtigten Mitarbeitenden Schwankungen unterworfen sind», betonen die Geschäftsleiter.

Als sehr wichtig erachtet André Schneuwly, dass Applico mit den übrigen sozialen Institutionen gut vernetzt ist. Er erwähnt die Sozialdienste der Gemeinden, die Amtsvormundschaft, die IV-Stelle Freiburg, Institutionen wie Marsens und Le Torry, die Stiftungen für Behinderte im See- und Sensebezirk, der Verein für aktive Arbeitsmarktmassnahmen (VAM) oder französischsprachige Institutionen für Menschen mit psychischen Problemen usw.
Finanziert werden die Einrichtungen der Stiftung Applico durch das Bundesamt für Sozialversicherung sowie unterstützende Leistungen des Kantons. Es gehört aber zum Auftrag der Stiftung, auch selbst Erträge zu erwirtschaften.

Kontaktadresse: Stiftung Applico, Bahnhofstrasse 45, 3185 Schmitten, Tel. 026 496 05 40; www.applico.ch

Betreutes Wohnen

Neben der Schaffung von betreuten Arbeitsplätzen gehört auch die Bereitstellung von betreuten Wohnungen zum Auftrag der Stiftung Applico. Die Ziele dieses Auftrags sind im Konzept wie folgt definiert: «Das Angebot richtet sich an erwachsene Frauen und Männer bis zum AHV-Alter, welche auf Grund einer psychischen Beeinträchtigung mittel- oder langfristig nicht allein leben können oder wollen. Ihnen soll ein Zuhause angeboten werden.» «Die Bewohnerinnen und Bewohner werden individuell unterstützt, damit sie ihre seelischen und sozialen Fähigkeiten wieder festigen oder entdecken können. Ihre grösstmögliche Eigenständigkeit wird gewahrt und gefördert.»

Längerfristig will die Stiftung zwölf Wohnplätze anbieten. Die Geschäftsleitung ist zurzeit im Raum Schmitten auf der Suche nach einer geeigneten Wohnung für vier Personen. Diese erste betreute Wohnung soll nach Möglichkeit noch in diesem Jahr eröffnet werden. ja

Mehr zum Thema