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ARA Biel als Alternative präsentiert

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Der Gemeindeverband ARA (Abwasserreinigungsanlage) Seeland Süd möchte die Kläranlage in Muntelier modernisieren und ausbauen (siehe Kasten). Ende August hatten Ursula Schneider Schüttel, Präsidentin des ARA-Verbandes, und Pascal Pörner, Präsident der Baukommission, das Projekt den Medien vorgestellt (die FN berichteten). Gestern am späten Nachmittag trat die Aktionsgruppe Sauberer Murtensee vor die Medien und legte ihre Kritikpunkte am Vorhaben dar.

Dass das geklärte Wasser aus der ARA Muntelier in den Murtensee fliesst, sei zum Zeitpunkt des Baus der Anlage richtig gewesen, sagte Peter Halbherr, Präsident der Aktionsgruppe. Doch mittlerweile sei die Bevölkerung um den See gewachsen, und die Abwassermengen hätten dadurch zugenommen. Eine Einleitung in den Murtensee sei zudem problematisch, weil es sich um ein stilles Gewässer handle, das kaum durchströmt werde und bereits stark belastet sei. Halbherr empfiehlt, bei der Abstimmung am 10. Februar über den Projektkredit für die neue ARA Muntelier ein Nein in die Urne zu legen. Denn das ermögliche es, Alternativen zu prüfen und auszuarbeiten.

Freie Kapazitäten unklar

Die Aktionsgruppe schlägt vor, das Abwasser aus den Regionen Murten und Kerzers in der Kläranlage von Biel behandeln zu lassen. «Eine grosse ARA bringt einen Effizienzgewinn», sagte Halbherr. Zusätzlich könnten in Biel Synergien mit der dortigen Kehrichtverbrennungsanlage genutzt werden. Das Klärwasser würde in den Nidau-Büren-Kanal geleitet werden und so nicht in den Murten- und den Bielersee gelangen.

Ob die ARA in Biel freie Kapazitäten hat, um das Freiburger Abwasser aufzunehmen, konnte die Aktionsgruppe an ihrer Medienkonferenz nicht angeben. «Ob dort eine Überkapazität besteht, wissen wir nicht», sagte der ehemalige Bauingenieur Frank Steiner. «Es kann sein, dass in der ARA Biel dafür noch etwas gebaut werden muss. Das ist noch nicht untersucht.» Auf die Frage, wie die Bieler Politik zum Export des Freiburger Abwassers stehe, erhielten die FN keine Antwort. «Die Exportdiskussion ist die falsche Diskussion», sagte Halbherr.

27,5 Kilometer lange Leitung

Das Abwasser aus den Regionen Murten und Kerzers soll über eine Druckleitung nach Lyss gelangen, sagte Ernst Schelker, Mitglied der Aktionsgruppe. Diese Leitung würde an Fräschels, Kallnach und Aarberg vorbeiführen. Ab Lyss würde die Leitung mit einem leichten Gefälle bis in die ARA Biel führen und dabei auf einer Länge von 1100  Metern den Jäiss­berg in einem noch zu errichtenden Stollen durchqueren. Schelker, der beruflich unter anderem Pumpwerke baute, veranschlagte die Kosten für die 27,5  Kilometer lange Leitung, die Pumpwerke und den Stollenbau mit 35  Millionen Franken. Davon würden acht Millionen Franken für den Stollenbau anfallen. Fünf Berner Kläranlagen könnten aufgehoben und an die Leitung Muntelier–Biel angeschlossen werden.

Weil die Leitung unter unbebautem Ackerland verlegt werden würde, sei der Bau «kein Problem», so Schelker. Die notwendigen Verträge zwischen den Kantonen Freiburg und Bern könnten in zwei bis drei Jahren abgeschlossen sein. Der Leitungsbau würde ein bis zwei Jahre dauern. «Wenn der politische Wille da ist, ist der Bau in fünf Jahren fertig», sagte Schelker. Für die Leitung benötige es ein Durchleitungsrecht. Landbesitzer, die sich gegen die Leitung auf ihrem Grundstück aussprächen, könnten enteignet werden, so Schelker.

Regionalstudie kritisiert

Eine Zusammenarbeit der Kantone Freiburg und Bern sei bei der Planung der neuen ARA Muntelier nicht geprüft worden, kritisierte Halbherr. Die von den Kantonen Bern, Freiburg und Neuenburg initiierte Regionalstudie habe «tendenziöse Kriterien» enthalten.

Die Regionalstudie prüfte drei Szenarien (die FN berichteten): eine grosse, zentrale ARA für das gesamte Seeland; die Beibehaltung der bestehenden kleineren Kläranlagen; oder die Realisierung von zwei grösseren Anlagen, nämlich einer ARA Region Nord mit Erlach, Le Landeron und Marin sowie einer ARA Region Süd mit Kerzers und Murten. Die Studienverfasser empfahlen Letzteres. «Der Gemeindeverband ARA Seeland Süd hat bislang nichts Falsches gemacht», betonte Schelker an der Medienkonferenz. «Der Verband hält sich an die damaligen Beschlüsse. Aber diese sind überholt.»

Bauprojekt

Abstimmung über neue Kläranlage steht im Februar an

Am Standort der bestehenden Kläranlage in Muntelier möchte der Gemeindeverband ARA Seeland Süd eine modernisierte ARA errichten. Erweitert werde die Anlage mit einem Verfahren zur Ozonbehandlung und einem Sandfilter, sagte Andreas Schaffner, Generalplaner des Projektes, Ende August anlässlich der Präsentation des Projektes (die FN berichteten). Die Ozonung solle kleinste Mikroverunreinigungen, etwa synthetische Sub­stanzen, aus dem Wasser eliminieren.

Um unangenehme Gerüche zu vermeiden, werde die gesamte Anlage in Gebäuden untergebracht. «Der Gestank wird abgesaugt und läuft über einen Biofilter», erklärte Schaffner. Zudem würden die Gebäude den Schall isolieren. Die Gebäudefassaden sollen aus Holz sein und ein altes Klärbecken zu einem Teich umgebaut werden.

Pascal Pörner, Präsident der Baukommission für die neue ARA, gab die Gesamtkosten mit rund 60  Millionen Franken an. Sagen die Stimmbürger am 10. Februar Ja zum Projektkredit, soll das Baugesuch im März oder April aufgelegt werden, so die Angaben des Gemeindeverbands ARA Seeland Süd. Die Bauarbeiten könnten im Oktober 2019 beginnen und im Mai 2023 abgeschlossen sein.

jmw

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