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ARA Biel ist auch für Bern keine Option

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Die Zustimmung der Gemeindevertreter am Dienstagabend war eindeutig: An der Delegiertenversammlung des Gemeindeverbands ARA Seeland Süd sprachen sich alle anwesenden Gemeinderäte für den Baukredit von rund 60 Millionen Franken für die neue ARA in Muntelier aus. An der Versammlung war auch die ARA Region Biel ein Thema. Vergangene Woche präsentierten die Mitglieder der Aktionsgruppe Sauberer Murtensee nämlich ihr Alternativprojekt: Sie wollen die ARA in Muntelier schliessen und das Abwasser der Regionen Murten und Kerzers in die fast 30 Kilometer entfernte Kläranlage Biel pumpen (die FN berichteten).

An der Delegiertenversammlung reagierte Ursula Schneider Schüttel, Präsidentin von ARA Seeland Süd, auf das Projekt der Aktionsgruppe, indem sie die Delegierten über eine Auskunft des Amtes für Wasser und Abfall (AWA) des Kantons Bern informierte. Das Amt gehe davon aus, dass die von der Aktionsgruppe veranschlagten Kosten für den Bau der Abwasserleitung Muntelier–Biel zu tief seien, berichtete Schneider Schüttel. Anstatt 35 Millionen Franken seien eher 50 Millionen Franken zu erwarten. Zudem könne die ARA Biel die Freiburger Abwassermenge nicht ohne weiteres aufnehmen. Ein Ausbau wäre notwendig, der zusätzliche Kosten generieren würde. Des Weiteren müsste sich die ARA Seeland Süd womöglich in die Anlage Biel einkaufen, «also einen Beitrag an die dort bisher getätigten Investitionen leisten», so die Präsidentin des Verbands. «Das Projekt Biel wäre nicht so einfach und massiv teurer, wenn man schon allein von den Leitungskosten ausgeht», lautete ihr Fazit vor den Gemeindevertretern.

Gestern machte Jacques Ganguin, Vorsteher des Berner Amtes für Wasser und Abfall, auf Anfrage ausführlichere Angaben: Für eine rund 30 Kilometer lange Leitung von Muntelier nach Biel, inklusive mehrerer Pumpwerke und einem Stollen vor Biel rechnet sein Amt – «gestützt auf Erfahrungswerte von anderen Projekten» – mit Kosten von mindestens 45 Millionen Franken. «Die Leitung würde durch Kulturland und schlechten Baugrund führen, was kostentreibend ist», so Ganguin. «Wir stellen die Machbarkeit nicht grundsätzlich infrage, erachten aber die Realisierbarkeit innert nützlicher Frist als nicht gegeben.»

Dass es in der Kläranlage von Biel keine ausreichenden Kapazitäten für das Abwasser aus dem Raum Murten und Kerzers geben soll, bestätigt der Amtsvorsteher. Die Reserven von Biel müssten vor dem Hintergrund der Entwicklungsperspektiven betrachtet werden. Der Kanton Bern erwarte in der Region Biel das grösste Bevölkerungswachstum. Auch in den Regionen Murten und Kerzers werde die Bevölkerung zunehmen. Heute hätte die ARA Biel zwar Kapazitäten übrig, um einen Teil des Freiburger Abwassers zu reinigen, «aber sicher nicht die gesamte Menge». Zudem sei zu berücksichtigen, dass im Freiburger See­bezirk nicht nur Abwasser von der Bevölkerung anfalle, sondern auch von den gemüseverarbeitenden Betrieben. «Bei einem Anschluss des Abwassers aus der Region Murten-Kerzers wäre zusätzlich ein sub­stanzieller Ausbau der Kapazität in Biel um bis zu 50 Prozent nötig», so Ganguin. Grob geschätzt seien dies Kosten von mindestens 35 Millionen Franken.

«Unser Amt erachtet die geplante ARA Seeland Süd sowohl aus gewässerschützerischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht als gute Lösung für die Region Murten-Kerzers.», sagt Ganguin.

Biel will sich nicht einmischen

Andreas Schluep, Geschäftsführer der ARA Region Biel AG, äussert sich auf Anfrage nicht konkret zum Projekt der Aktionsgruppe: «Hier handelt es sich um ein regionalpolitisches Thema, in das ich mich nicht einmischen möchte.» Er werde erst aktiv, wenn die Kantone Bern oder Freiburg oder Gemeinden offiziell anfragen würden.

Seine Kläranlage in Biel reinige derzeit das Abwasser für 86 000 Einwohner, sagt Schluep. In den nächsten zehn Jahren solle die ARA modernisiert und ausgebaut werden. Denn wie heute in Muntelier fehlt eine Reinigungsstufe für Mikroverunreinigungen. «Mit der Vergrösserung wollen wir das Wachstum in der Region Biel auffangen», so Schluep. Ein Vorprojekt sei bereits vorhanden. In ein bis zwei Jahren solle die Planung konkret in Angriff genommen werden. «Im Idealfall ist unser Projekt 2030 abgeschlossen», sagt Schluep.

Referendum

Umfangreiche Abstimmung

Am 10. Februar werden die Bürger in einem Dutzend Freiburger Gemeinden im Seebezirk über den Um- und Ausbau der Kläranlage in Muntelier abstimmen. Der Baukredit beläuft sich auf 62,9 Millionen Franken, inklusive Mehrwertsteuer, sagte Ursula Schneider Schüttel, Präsidentin des Gemeindeverbands ARA Seeland Süd. Das Referendum in den Gemeinden, die zum Verband ARA Region Kerzers gehören, umfasst zusätzlich den Umbau der Kläranlage Kerzers zu einer Pumpstation mit Regenwasserbehandlung, den Bau einer Abwasserleitung von Kerzers nach Galmiz und die Einkaufssumme der ARA Region Kerzers in die ARA Seeland Süd.

Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung sind laut Schneider Schüttel vorgesehen in Kerzers am Mittwoch, 19. Dezember, sowie in Murten am Dienstag, 15. Januar, jeweils um 20 Uhr. Der genaue Ort werde noch bekannt gegeben.

jmw

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