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Arabischkurs mit Coolness-Bonus

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«Seid ihr bereit?», fragen die Lehrer. «Jaaa», antwortet die Klasse im Chor. «Dann fangen wir an. Sprecht uns nach!» Aala Aude (23) und Kinan Alharfoush (24) bringen in einem einstündigen Crashkurs rund 20 Freiburgerinnen und Freiburgern bei, wie man «Hallo», «Es regnet» oder «Ich heisse …» auf Arabisch sagt. «Marhaba», «énha tmtir» und «Ana esmi …», üben die Anwesenden. Kichernd wie Teenager versucht die primär französischsprachige Gruppe, die Wörter richtig auszusprechen. Ab und zu stellt jemand eine Frage, dann erklären die Lehrer eine Regel und vergleichen sie mit der französischen Grammatik.

Die Kompetenzen zählen

Das Belluard Bollwerk International hat das Zürcher Kulturprojekt Abendschule Import nach Freiburg ins Nou­veau Monde eingeladen. Die Idee: Personen, die in die Schweiz geflüchtet sind, unterrichten ein Fach, in dem sie Experten sind. Aala Aude ist seit zwei Jahren hier und gerade fertig mit dem obligatorischen Integrationskurs an der Berufsschule. Nun sucht der Koch eine Lehrstelle, um seinen Beruf ausüben zu können. Kinan Alharfoush, Hochbauzeichner in Ausbildung, lebt seit drei Jahren in der Schweiz. Die Syrer haben ihre Muttersprache Arabisch auch schon beim Freiburger Verein La Red unterrichtet.

Für die einmalige Abendschule Import-Lektion, die sie selbst entwickelt haben, erhalten sie ein Coaching und eine kleine Spesenentschädigung. «Uns ist es sehr wichtig, dass wir die Leute nicht inszenieren oder ihre Fluchtgeschichten ins Zentrum stellen», erklärt Projektleiter Andreas Liebmann. Leider würden sie oft kategorisiert – als Flüchtlinge, Ausländer, Migranten – statt als Individuen gesehen. «Wir bieten einen Rahmen für den interkulturellen Austausch von Wissen auf Augenhöhe», so der Theatermacher und Performer. Er betreut mit Aktivisten der Autonomen Schule Zürich das Projekt, das 2016 in der Roten Fabrik begann. Die Kooperation in Freiburg ist die erste ausserhalb Zürichs, in Basel und Luzern sollen weitere folgen.

Likes für die Lehrer

In Freiburg hat Kinan Alharfoush ein Video zu einem Rapsong von ihm gedreht. Dieses spielt er nun ab, «um zu zeigen, wie wir reden». Das Lied mit dem Titel «Die Wahrheit» handelt von einer Heimat, die in falsche, zerstörerische Hände geraten ist. Den Refrain, vier arabische, vier französische Zeilen, üben die beiden Freunde mit der Klasse langsam, dann immer schneller. Allgemeine Heiterkeit. Zur Belohnung performen sie den Song live. «Es wäre schön, wenn ihr das Video auf Youtube liken könntet.» Applaus für den coolen Auftritt und die Stunde, die schon vorbei ist.

«Das war viel besser als Schule», finden die Zwillinge Matilda und Celestina Merga (13). Ihre Mutter Marie-Christine (51) und deren Arbeitskollegin Sandra Modica (49) von der Hochschule für Soziale Arbeit sind ebenfalls begeistert. «Ich möchte in alle Kurse gehen», sagt Modica. Die Lektion sei interessant und interaktiv gewesen, lobt Belluard-Stammgast Vincent Raemy (41). «Es wäre super, wenn es mehr Möglichkeiten gäbe für Geflüchtete, so aktiver am Freiburger Leben teilzuhaben.» Und beim Apéro verabredet sich ein Manager aus Tentlingen mit Aala Aude zum Arabisch-Französisch-Tandem. Die beiden Lehrer sind auch zufrieden mit dem Abend: «Es ist schön, anderen unsere Sprache beizubringen.»

Weitere Abendschule-Import-Kurse im Nouveau Monde finden im November, Februar und am Belluard 2019 statt.

Bilanz

Workshops stiessen auf grosses Interesse

Nach neun Tagen geteilter Einsamkeit ist die 35. Ausgabe des Bollwerk-Festivals am Samstagabend zu Ende gegangen. Gemäss Organisatoren waren die sieben Vermittlungsprojekte und Workshops so erfolgreich, dass zusätzliche Termine angesetzt wurden: «Felix Blume ging sogar drei Mal mit Interessierten auf Tonjagd durchs Altquartier.» Die Besucher konnten in diesem Jahr einiges lernen, zum Beispiel wie Geld funktioniert. «Man konnte sich Techniken des Radiomachens aneignen und in zwei Live-Sendungen den Hörern Hintergründe zum Festival vermitteln.»

az

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