Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Arbeit und Leben sind im Laufe der Zeit zusammengewachsen»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Ah, das ist die mit den Stäben», sagen viele, wenn sie den Namen Veronika Dick alias «veronika d.» hören. Vor gut 20 Jahren ist die Künstlerin von der Stadt Freiburg, wo sie aufgewachsen ist, nach St. Ursen gezogen und hat sich dort einen lang gehegten Traum erfüllt: ein eigenes Atelier.

Eine der ersten öffentlichen Ausstellungen in den Räumen am Waldweg war ihren Stäben gewidmet: Geschliffene Äste, die sie in Flussbetten gefunden hat, erweckte sie durch ihre Zeichnungen zu neuem Leben. Erst entstand der Pilger-Stab, dann folgten Feuer-, Trauer- und Erinnerungsstab – schliesslich waren es 40 Stäbe, die sie in der Installation «Magie du Bois» aufhängte und im Wind baumeln liess. Damit ist sie damals einem grösseren Publikum bekannt geworden.

Leben und Kunst

Künstlerisch tätig war Veronika Dick aber schon lange vorher. Ihren Weg durch verschiedene Phasen des Ausprobierens und Entdeckens hat sie nun in einem Buch festgehalten, das sie sich zum 20-jährigen Bestehen ihres Ateliers und zum 70. Geburtstag geschenkt hat. Damit habe sie sich gleich einen weiteren Lebenstraum erfüllt, verrät Veronika Dick im Gespräch mit den FN. «Lebenskunst» hat sie das Buch genannt. Das ist passend, enthält es doch nicht nur Bilder ihrer Kunst, sondern schildert in deutschen und französischen Texten auch Stationen ihres Lebens. «Das ist bei mir das Gleiche: Arbeit und Leben sind im Laufe der Jahre zusammengewachsen. Das war nicht geplant, sondern hat sich so entwickelt.»

Erst in stillen Kämmerchen

Sie sei schon als Kind sehr an Kunst interessiert gewesen, erzählt Veronika Dick. Und sie sei froh, dass sie dieses Interesse in ihrem Berufsleben weiterverfolgen konnte: Als Lehrerin für Zeichnen, Werken und Gestalten hat Veronika Dick viele Jahre lang am Lehrerseminar in Freiburg gearbeitet.

Die ersten Collagen habe sie noch im stillen Kämmerlein gemacht. «Am Anfang ist man als Künstlerin nicht sicher, wie die Werke bei anderen ankommen.» Es habe eine Weile gedauert, bis sie ihre Kreationen Freunden und Bekannten gezeigt habe. «Es war ein schönes Gefühl, als ich mein erstes Bild in einem Rahmen gesehen habe», erinnert sie sich. Auch wenn sie nie gefällige Kunst machen konnte, sind ihr die Reaktionen der Leute auf ihre Ausstellungen in guter Erinnerung geblieben. Der Erfolg habe es ihr erlaubt, beruflich kürzer zu treten und sich mehr der Kunst zu widmen. «Der schöpferische Kanal war endlich geöffnet, und ich habe mir selbst die Erlaubnis gegeben, mich kreativ auszuleben.»

Die Verwandlung

Wichtig sei ihr, mit ihrer Kunst eine Resonanz zu erzeugen. «Wenn ich spüre, dass meine Kunst bei den Leuten etwas auslöst, ist das meine Anerkennung.» Sie hat aber auch gelernt, dass Kunst nie allen gefallen könne. Im Laufe der Jahre ist sie selbstbewusster geworden und hat vieles ausprobiert. Dabei hat sich eine Konstante bewahrt: «Mein Thema ist die Verwandlung.» Sie sei immer fasziniert gewesen, aus bestehenden Dingen etwas Neues zu machen. Als Beispiel zeigt sie ein Plakat vom Folklorefestival Freiburg, das sie in einer Collage vollkommen verwandelt hat. «Mir gefällt, wenn ich meine eigenen Geschichten hineinbringen kann.»

Dies hat sie auch bei den Schachteln versucht, einer Kunstform, der sie sich Anfang der 2000er-Jahre gewidmet hat: Verschiedene Gegenstände, die wie eine Art Überraschungsei in Karton- oder Holzkästen arrangiert sind, laden die Besucher ein, ihr Innenleben zu entdecken, über ihre Bedeutung zu rätseln oder sich einfach über die ungewöhnliche Kombination zu freuen.

Materialien für ihre Kunst findet Veronika Dick überall – bei einem Spaziergang im Wald, manchmal sogar in einem Papierkorb. Viele Dinge lege sie erst einmal zur Seite und lasse sie ruhen, bis der Zeitpunkt gekommen sei, ihnen eine neue Bestimmung zu geben. «Manchmal schaue ich ein Stück Papier an und spüre, dass daraus etwas Wunderbares entstehen kann.» Alles, was sie erlebt, fliesst in ihre Kunst ein. Das Buch blickt zurück, doch Veronika Dick schaut nach vorne. Das Feuer sei immer noch da und sie sei voller Erwartung auf die nächste Herausforderung: «Ich bin in einem Alter, in dem ich tue, was ich tun will, und nicht, was ich soll.»

Buchpräsentation: Atelier veronika d. Waldweg 1, St. Ursen: Sa., 3. und So., 4. Dezember; Sa., 10. und So., 11. Dezember, jeweils 14 bis 17 Uhr oder auf Anfrage: 026 494 23 22.

Zur Person

Fünf Jahre in Südamerika gelebt

Veronika Dick wurde 1946 in Freiburg geboren. Nach Abschluss des Lehrerinnenseminars lebte sie mit ihrer Familie während fünf Jahren in Südamerika. Danach erlangte sie an der Uni Bern ein Diplom als Zeichenlehrerin und bildete sich in den Bereichen Sozialpädagogik und systemische Familientherapie weiter. In verschiedenen Mittelschulen unterrichtete sie Zeichnen und Werken. Seit 1996 hat sie ein eigenes Atelier an ihrem Wohnort in St. Ursen, wo sie heute lebt und arbeitet.

im

Mehr zum Thema