Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Archäologie ist ihre Leidenschaft

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Über 30 Jahre ihrer beruflichen Laufbahn hat Carmen Buchillier dem Amt für Archäologie und der Freiburger Archäologie gewidmet. 1982 erwarb die heute 60-Jährige an der Universität Freiburg das Lizenziat in Literatur und Geschichte des Altertums. Danach setzte sie von 1983 bis 1986 ihre Studien an der Universität Florenz, an der Ecole Pratique des Hautes Etudes de Sorbonne in Paris und an der Universität Perugia fort. Im Jahr 1992 erwarb sie an der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg das Gymnasiallehrdiplom und schloss im selben Jahr ihre Ausbildung in Museumskunde ab.

Neue Arbeitsmethoden

Ihre Tätigkeit beim kantonalen Amt für Archäologie begann Buchillier aber bereits 1986 als wissenschaftliche Mitarbeiterin. 1996 wurde sie zur Abteilungsleiterin und 2002 zur Adjunktin des Kantonsarchäologen befördert. Ausserdem war sie von 1999 bis 2003 mit einem Pensum von 50 Prozent als Konservatorin des Römer-Museums in Vallon tätig. In den Jahren 2001 und 2010 übernahm sie ad interim das Amt des Kantonsarchäologen und wurde schliesslich 2011 zur Kantonsarchäologin ernannt. Als solche stand sie einem insgesamt rund 50-köpfigen Team vor – was knapp 38 Vollzeitäquivalenten entspricht.

«Diese Zeit war geprägt vom Abschluss der wissenschaftlichen Arbeiten im Zusammenhang mit den Nationalstrassen», erinnert sich Buchillier. Danach habe sich das Amt wieder punktuelleren archäologischen Untersuchungen widmen können. Buchillier stellte daher Überlegungen zur Neuorganisation des Amtes an und gab den Anstoss für Veränderungen.

«Schon als Kind habe ich in Gärten Skelette von Mäusen ausgegraben.»

Carmen Buchillier

Kantonsarchäologin

 
 

Ihr Nachfolger wird somit ein Amt übernehmen, das sich erheblich von dem unterscheidet, wie dieses noch vor weniger als zehn Jahren aussah. Neue Arbeitsmethoden und -verfahren mit den neuesten Technologien wurden eingeführt, ebenso ein neues Verfahren zur Begleitung von «Linienbaustellen», das nachweislich das Potenzial hat, die Kenntnisse über die archäologische Karte des Kantons zu verbessern.

Zahlreiche Publikationen

Carmen Buchillier hat zahlreiche Partner an ihren beruflichen Erfahrungen teilhaben lassen. So hat sie sich an der pädagogischen Hochschule und an der Universität Freiburg an der Ausbildung der künftigen Primarschullehrpersonen beteiligt. Seit 2007 ist sie zudem Redaktorin beim Historischen Lexikon der Schweiz. Über ihre Forschungstätigkeit sind zahlreiche Publikationen erschienen. Sie ist Mitglied mehrerer archäologischer Vereine oder Vereinigungen sowie Museen. Sie sitzt im Vorstand der Konferenz Schweizerischer Kantonsarchäologen und war Präsidentin des Vereins Archäologie Schweiz.

Darüber hinaus hat sie sich dafür eingesetzt, dass die Archäologie und die Baudenkmäler in die laufende Revision des kantonalen Richtplans sowie in die neuen Raumplanungsinstrumente einbezogen werden.

«Der Entscheid ist gefallen»

Und nun soll mit all dem Schluss sein. «Ich bin nicht traurig darüber», sagt Buchillier in ihrem Büro in der Freiburger Unterstadt. «Der Entscheid ist gefallen.» Das Amt brauche viel Energie und unzählige Überstunden, was auf Dauer doch etwas ermüdend geworden sei. Und 30 Jahre des Engagements seien doch viel Zeit. Sie erinnert sich noch gut daran, als das Amt 1997 vom Kantonsspital in das jetzige Gebäude an der Oberen Matte eingezogen sei. «Die umliegenden Restaurants waren damals nicht alle erfreut darüber», schmunzelt sie. Denn künftig sollten statt zahlreicher hungriger Soldaten nun Archäologie-Spezialisten hier beheimatet sein. Doch das sei alles längst Schnee von gestern. Man habe sich ausgezeichnet in der ehemaligen Kaserne eingelebt.

Ihr Beruf war für Buchillier freilich viel mehr als nur ein Amt. «Es ist meine Passion und meine Leidenschaft gewesen, die mich auch an den Wochenenden nicht losgelassen hat», schwärmt sie. Auch an sonntäglichen Spaziergängen durch Wälder und Felder habe sie vor allem in jüngeren Jahren stets nach möglichen Grabungsorten Ausschau gehalten. Archäologin zu sein sei und bleibe für sie ein echter Traumjob – vor allem auch, weil man sich im Kanton Freiburg von der Jungsteinzeit bis zum 19. Jahrhundert mit sämtlichen historischen Epochen befassen könne.

Ein Kindheitstraum?

Für viele Menschen ist es ein regelrechter Kindertraum, einmal als Archäologe oder Archäologin zu arbeiten. Wie war das bei Buchillier? «Ich träumte als Kind von drei Dingen», sagt sie. «Das eine war tatsächlich die Archäologie: Schon als Kind habe ich in Gärten Skelette von Mäusen ausgegraben. Das zweite war das Unterrichten. Ich ging jeweils auch an freien Tagen irrtümlicherweise in die Schule. Das dritte der Gesang und die Musik.» Sie sei allerdings nicht in einem Milieu aufgewachsen, in dem die Eltern die Kinder mit nach Ägypten in die Ferien nehmen. So habe sie sich zunächst einmal für eine andere Studienrichtung entschieden. Und doch habe sie schon im Alter von 16 Jahren an Ausgrabungen mitgewirkt. «Auch wenn ich nicht Archäologin geworden wäre, wäre dies mein Hobby geblieben», ist sie sich sicher.

Klar finde man im Kanton Freiburg nicht oder höchst selten echte Goldschätze wie etwa im Tal der Könige. Aber das ist für Buchillier auch nie das Entscheidende gewesen. Ihr sei es vielmehr stets darum gegangen, die Lebenszusammenhänge der Menschen vergangener Epochen zu verstehen.

Mit der Vergänglichkeit allen Daseins habe sie im Prinzip kein Problem – auch wenn sie schon unzählige Male vor historischen Grabstätten mit Skeletten gestanden sei. «Ich bin nicht nostalgisch», sagt sie dazu. Auch der Fusion von La Tour-de-Trême mit Bulle habe sie keine Träne nachgeweint. Nur einmal sei sie nachdenklich geworden – als sie gesehen habe, wie der Bauernhof der Familie, in dem sie einen beträchtlichen Teil ihrer Kindheit verbracht hatte, in ein Wohnhaus umgebaut wurde. Aber das sei eben der Lauf der Dinge. «Da sagte ich mir: Es braucht eben eine gewisse Distanz», bemerkt die scheidende Kantonsarchäologin dazu.

Kantonal organisiert

Politisch hätten es die Anliegen ihrer Disziplin nicht immer ganz einfach, zumal die Archäologie grundsätzlich in der Kompetenz der Kantone liegen würde. Klar gebe es bundesweite Verbände wie Archäologie Schweiz. Aber auf der anderen Seite hätten bis heute vier Kantone überhaupt kein Amt für Archäologie – so etwa Appenzell-Ausserrhoden oder der Kanton Uri. In Freiburg existiere es seit 1973.

«Wir Archäologen sind keine Verhinderer.»

Carmen Buchillier

Kantonsarchäologin

Allerdings sei auch hier das Budget der Archäologie im Zuge der Strukturmassnahmen 2013 gekürzt worden, auf aktuell noch 6,5 Millionen Franken jährlich. «Im Vergleich mit anderen Kantonen stehen wir allerdings nicht schlecht da», so Buchillier. Sie wünsche sich allerdings mehr Mittel für die interdisziplinäre Zusammenarbeit, etwa mit Anthropologen. Auch C14-Tests und die Dendrochronologie seien vergleichsweise kostspielig.

Archäologen und Architekten

Die Siedlungsentwicklung war denn auch schon immer ein Steckenpferd der auch politisch engagierten Buchillier, schon in ihrem Heimatdorf La Tour-de-Trême. Aber auch mit Architekten und Bauherren habe sie sich stets um ein gutes Einvernehmen bemüht. «Wir Archäologen sind keine Verhinderer», sagt sie. Meist könne man mit gesundem Menschenverstand eine für alle befriedigende Lösung finden.

Der Kontakt mit den Hochschulen in Freiburg sei früher ausgezeichnet gewesen und zwischenzeitlich leider etwas eingeschlafen. Erst in jüngerer Zeit habe er wieder eine gewisse Belebung erfahren. Leider sei es zurzeit an der Universität Freiburg nicht mehr möglich, Archäologe zu werden. Interessierte müssten nach Bern, Lausanne oder an einen anderen Standort.

Zur Person

In Mauretanien, Indien und China

Die 60-jährige Carmen Buchillier amtet seit 2011 als Vorsteherin des Amtes für Archäologie. Sie ist in La Tour-de-­Trême aufgewachsen, wo sie auch heute wieder ansässig ist. Sie lebt seit über 30 Jahren in einer festen Partnerschaft. Ihre Passion ist die Archäologie, ihre Hobbys sind die Musik, das Singen und das Reisen. So war sie unter anderem bereits in Südafrika, Mauretanien, Indien, China und Japan. Italien bezeichnet sie gar als «zweite Heimat». Eine weitere Leidenschaft ist das Freiburger Patois, das sie künftig unterrichten möchte.

jcg

 

 

Mehr zum Thema