Archiv 08.05.2007

5454 Übernachtungen

Für Personen ohne Wohnung hat sich die Lage noch verschlechtert, ist dem Jahresbericht der Notschlafstelle «La Tuile» zu entnehmen. Im vergangenen Jahr wurden 5454 Übernachtungen gezählt.

Das Jahr 2006 der Notschlafstelle «La Tuile»

Die Notschlafstelle «La Tuile» im Perolles-Quartier der Stadt Freiburg entspricht mehr denn je einem Bedürfnis. 2006 haben 267 Personen das Angebot genutzt und insgesamt 5454 Übernachtungen generiert. Dies sind 200 mehr als 2005. Die Belegung habe zeitweise 110 Prozent betragen, schreibt der Präsident Jean-Claude Jaquet im Jahresbericht. «Die Ausgrenzung darf kein Dauerzustand sein und ist auch keine Normalität in unserer Gesellschaft, die vorgibt, zivilisiert zu sein», so der Präsident weiter.

«Wie lange noch?»

Direktor Eric Mullener sieht das Problem für die Betroffenen in der Schwierigkeit, aus dieser Situation auszusteigen. Ein Ausstieg mit vielen administrativen Hürden. «Keine soziale Hilfe ohne Wohnung und keine Wohnung ohne soziale Hilfe», fasst Mullener in seinem Jahresbericht zusammen. Bis zum heutigen Tag habe «La Tuile» für jeden Freiburger eine Notunterkunft garantieren können. «Aber wie lange noch?», fragt der Direktor. Als alarmierende Tatsache bezeichnet er das Fehlen von Sozialwohnungen.Seit vier Jahren existiert das begleitete Wohnen «l'appart». Dieses einfache Angebot erlaube den Wohnungssuchenden, mittelfristig ihre administrativen Probleme zu lösen und einen fixen Wohnsitz aufweisen zu können. «Dies ist der erste Schritt zur Wiedereingliederung in ein normales Leben», schreibt Mullener weiter.

Aufenthaltsraum vergrössern

Wegen der grossen Nachfrage wird der Aufenthaltsraum der «La Tuile» vergrössert. Das Dossier liegt immer noch beim Oberamtmann. Weiter sollen die Fenster und Fensterläden ersetzt und das Haus neu gestrichen werden. Die Investitionen belaufen sich auf 255 000 Franken, wovon die Hälfte die Loterie Romande übernimmt.Weiter will die Notschlafstelle mit baulichen Massnahmen im Innern den Bedürfnissen der ansteigenden Zahl von Frauen und Paaren gerecht werden.jlbwww.la-tuile.ch