Archiv 29.09.2000

«Das Salz der Wirtschaft»

Jungunternehmer habens nicht leicht. Sie müssen viel Arbeitskraft in den Aufbau des Unternehmens investieren und sollten nebenbei auch noch Kreativität zeigen, um ihr Angebot zu vermarkten. Den Jungunternehmern gehörte der erste Tag auf der grossen Ausstellungsbühne, dem Podium, in der Senseland-Ausstellung am Comptoir.

Jungunternehmer präsentieren sich auf dem Podium der Senseland-Ausstellung

Autor: Von Imelda Ruffieux

Ein eigenes Geschäft aufzubauen, das war noch nie einfach. In der heutigen Wirtschaftslage, wo scheinbar nur die Grossen eine wirkliche Chance zu haben scheinen, ist der Schritt in die Selbständigkeit noch schwieriger geworden. Um Erfolg zu haben, muss man Nischen suchen, muss neue Produkte und Dienstleistungen «erfinden» und sie auf werbewirksame Art auf den Markt bringen.

Verleider trotz guten Produkten

Vielen Jungunternehmern fehlt es oft nicht an Ideen und Kreativität, wenn es um ihr Produkt geht. Sobald es aber um den administrativen Bereich und die finanzielle Seite geht, kommen viele ins Schwitzen. Der Papierkrieg, der Kampf mit Formularen, den Steuergesetzen und Vorschriften, der Bittgang zu Banken für Kredite - all dies kann einem Neuling den Einstieg ins Geschäftsleben trotz eines guten Produktes schnell vermiesen.

Trotzdem oder gerade deswegen strahlen die jungen Geschäftsleute (jung bezieht sich hier nicht auf das Alter der Unternehmer, sondern auf die Gründung der Firma) einen jugendlichen Schwung und eine positive Erwartungshaltung aus.

Papierkleider und Pferdetrekking

Dieser Schwung war gestern auch auf dem Podium zu spüren. Völlig unverkrampft und offen präsentierten sich Jungunternehmer der Vereinigung «Businet» auf der grossen Schaubühne: Neben dem Stand mit Holzurnen präsentiert sich eine Etikettenfirma, kombiniert mit dem Angebot für eine Computer-Schule. Dahinter waren die Kreationen eines Möbelschreiner zu sehen und gleich daneben war der Stand einer Musikagentur. Mit Shifu (Kleider aus Papier) ging es weiter zu Verpackungslösungen, einem Angebot für Pferde-Trekking und einem Sanitär-Unternehmen. Auf kreative Art und Weise haben sich die jungen Firmen auf kleinem Raum vorgestellt - sehr professionell, aber auch sehr individuell.

Erfahrungen austauschen

Für sie ist der Auftritt an der Freiburger Messe eine grosse Chance, sich einmal einem grösseren Publikum zu präsentieren. Die Unternehmens-Interessengemeinschaft «Businet» bezweckt vor allem den regelmässigen Erfahrungsaustausch. Zurzeit umfasst die Vereinigung 25 Mitglieder aus den unterschiedlichsten Branchen, wie Präsident Beat Kolly erklärte. «Jeder einzelne bringt sich und seine Überlegungen ein. Das stärkt den Zusammenhang, gibt dem Ganzen aber auch einen persönlichen, fast familiären Rahmen.»

Zum Programm von «Businet» gehören auch regelmässige Vorträge von Fachreferenten, durch die sich die Mitglieder weiterbilden können. In dieses Konzept passten auch die verschiedenen Vorträge, die gestern auf dem Podium gehalten wurden. Ständerat Anton Cottier informierte über die Bestrebungen auf Bundesebene, um neuen Firmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen bessere Chancen in der Wirtschaft zu bieten. «Jungunternehmen sind das Salz der Wirtschaft. Sie erneuern die Wirtschaftsstruktur und sind das beste Mittel, um Arbeitsplätze und die Wohlfahrt zu sichern.» In eine ähnliche Richtung gingen die Ausführungen von Daniel Lehmann, ehem. Vizedirektor des Schweiz. Gewerbeverbandes. Er unterstrich die Bedeutung von günstigen Rahmenbedingungen und forderte die Inhaber auf, initiativ zu sein. Unternehmensberaterin Ursula Guillebeau sprach zum Thema Motivation und zeigte verschiedene Faktoren wie Erfahrungen, Beziehung zu den Kunden, Erfolg und Anerkennung auf, die zum Erfolg eines Unternehmens beitragen können.

«Businet»-Sekretariat: Beat und Claudia Kolly-Hasler, Rüttistr. 39, 1716 Plaffeien. Tel. 026/419 00 50.