Archiv 14.12.2006

Ein Suppenfest für alle

Im geheizten Musikpavillon auf dem Freiburger Python-Platz gibt es täglich ab 16 Uhr Suppe. Bis Weihnachten sollen vor allem Ausgeschlossene und Einsame hier Wärme und Kontakte finden.

Ein Suppenfest für alle

Bis Weihnachten auf dem Python-Platz

Im geheizten Musikpavillon auf dem Freiburger Python-Platz gibt es täglich ab 16 Uhr Suppe. Bis Weihnachten sollen vor allem Ausgeschlossene und Einsame hier Wärme und Kontakte finden.

Autor: Von CHRISTIAN SCHMUTZ

150 Freiburgerinnen und Freiburger leisten ab sofort jeden Abend bis Weihnachten insgesamt 700 Stunden Freiwilligenarbeit auf dem Pythonplatz. «Ich danke vor allem denen, die sich für den 24. und 25. Dezember eingeschrieben haben», sagte La-Tuile-Präsident Jean-Claude Jaquet bei der Eröffnung des diesjährigen Suppenfestes am Mittwochabend. Dies sei alles andere als selbstverständlich.

1000 Essende im 2005

Die Notschlafstelle «La Tuile» steht seit letztem Jahr hinter der Idee, einen Treffpunkt und eine warme Speise anzubieten. «Es war eine verrückte Idee, aber es hat geklappt», sagte Direktor Eric Mullener. Rund 1000 Besucher aller Schichten waren gekommen und hatten sich mit Suppe, Tee oder Glühwein aufgewärmt und die festliche Wärme genossen.Da gerade Alleinstehende und Ausgeschlossene die Weihnachtszeit besonders negativ erleben, werden diese auch angesprochen. «Aber es soll ein Treffpunkt für alle sein», sagte Direktor Mullener. So traf man bereits bei der Eröffnung Bischof Bernard Genoud, Staatsratspräsident André Ackermann, Staatsrätin Ruth Lüthi, Stadtammann Pierre-Alain Clément und die Gemeinderätin Madeleine Genoud-Page mit dem hölzernen Suppenlöffel in der Hand.In ihrer Festansprache zielten sowohl Ackermann wie Genoud-Page auf die Metaphorik der Suppe. Diese wärme Körper und Herz - und dies schon seit Menschengedenken. Während Ackermann Redewendungen um die Suppe zusammentrug, verglich die städtische Finanzdirektorin die Suppe mit der Politik. «Alle Beilagen sind willkommen und man muss sehr geduldig sein für eine gute Suppe», sagte Genoud-Page.Die echte Suppe war dann eine präsidiale Kürbissuppe mit Croutons. «An jedem Tag gibt es eine andere Suppe», sagte der erste Koch, Jean-Claude Jaquet. Zu geniessen gebe es Suppen aus der ganzen Welt. Dazu gibt es jeweils auch Live-Musik von zahlreichen freiburgischen und auswärtigen Künstlerinnen und Künstlern.Der Musikpavillon ist täglich ab 16 Uhr geöffnet. Er ist winddicht abgeschlossen, geheizt und weihnachtlich geschmückt. Zahlreiche Partner ermöglichen diese weihnachtliche Oase in der Stadt. Diese ist jeweils bis 22 Uhr geöffnet.