Archiv 21.06.2008

Mehr Frauenräume im islamischen Zentrum

Das islamische Kulturzentrum will seine Baubewilligung verändern: Zusätzlich sollen Aufenthaltsräume für Frauen entstehen.

Autor: Nicole Jegerlehner

FreiburgVor Jahresfrist erhielt das islamische Kulturzentrum die Bewilligung, an der Jurastrasse 18 ein Internat mit Gebetsräumen, einem Refektorium und acht Zimmern einzurichten. Nun hat der Verband islamischer Kulturzentren erneut ein Baugesuch eingereicht: «Wir möchten Aufenthaltsräume und eine Teeküche für Frauen einrichten», sagt Fehmi Yildiz. Bereits bei der Eingabe des ersten Baugesuchs sei von den Baubehörden darauf hingewiesen worden, dass solche Räume fehlten. «Darum ersuchen wir nun um eine Veränderung unserer bestehenden Baubewilligung», sagt Yildiz.

Bereits bewilligt ist der Umbau des Gebäudes an der Jurastrasse 18, das dem Verband islamischer Kulturzentren gehört, in ein islamisches Schülerwohnheim mit Gebets- und acht Schlafräumen. Acht bis zehn Knaben im Alter zwischen zwölf und achtzehn Jahren sollen dort nach dem Schulunterricht in der öffentlichen Schule Nachhilfeunterricht erhalten und nach den Grundsätzen des Korans unterrichtet und erzogen werden. Zum Freitagsgebet werden die Räume allen Mitgliedern offenstehen.

Bis der Verband islamischer Kulturzentren die Baubewilligung erhalten hatte, dauerte es zweieinhalb Jahre: Der Quartierverein Jura-Torry-Miséricorde hatte Einsprache erhoben (die FN berichteten). Der Quartierverein ging davon aus, dass das Schulheim nicht zonenkonform sei; er hat den Entscheid bis ans Verwaltungsgericht weitergezogen. Dieses befand, der Quartierverein sei nicht zur Einsprache berechtigt.

So bald als möglich bauen

«Wir werden mit dem Umbau loslegen, sobald wir die Bewilligung haben», sagt Yildiz. Wie viel das Bauvorhaben kostet, will er nicht sagen. Zurzeit sind die Wohnungen an der Jurastrasse 18 vermietet; dies werde auch noch eine Weile so bleiben, sagt Yildiz: «Wir werden nach und nach die Nutzung ändern, nicht von einem Tag auf den andern.» Auch klar ist, dass der Bäcker im Erdgeschoss im Haus bleibt.