Archiv 26.08.2008

Sechs Tage im Zeichen der Folklore

Acht Formationen aus vier Kontinenten sind von Dienstag bis Sonntag zu Gast am 34. Internationalen Folkloretreffen Freiburg. Das Dorf der Nationen steht zum ersten Mal seit Langem wieder in der Unterstadt.

Autor: Carole Schneuwly

Das Gesangs- und Tanzensemble Rey aus der weissrussischen Hauptstadt Minsk und das nationale Tanzensemble Ergyron aus der ostsibirischen Republik Tschukotka gaben am Montagvormittag auf der Oberen Matte einen kleinen Vorgeschmack auf das, was das Quartier von Donnerstag bis Samstag erwartet: Mitten in den Gerüsten, Brettern und Blachen für die Bühnen und Festzelte des Dorfs der Nationen zeigten die Musiker und Tänzerinnen vor Organisatoren, Medienvertretern und einigen zufälligen Passanten ihr Können.

Der eigentliche Startschuss zur 34. Ausgabe des Internationalen Folkloretreffens Freiburg fällt heute Dienstag mit dem Eröffnungsumzug vom Perolles zur Universität Miséricorde (Start um 17.15 Uhr beim Restaurant «Domino»). Am Abend findet dann unter dem Motto «Die Entdeckung» die Eröffnungsvorstellung mit allen Gruppen in der Turnhalle des Kollegiums Heilig Kreuz statt (20 Uhr). Als weitere Höhepunkte hob Präsident Stéphane Maret die drei Galaabende vom Donnerstag, Freitag und Samstag in der Aula der Universität Miséricorde sowie die Schlussvorstellung am Sonntag in der Heilig-Kreuz-Halle hervor.

50 000 Franken Mehrkosten

Wer die Gruppen lieber unter freiem Himmel entdecken will, hat dazu im Dorf der Nationen auf der Oberen und der Unteren Matte Gelegenheit: am Donnerstag und Freitag von 18 bis 24 Uhr, am Samstag bereits ab 11 Uhr. Es ist das erste Mal seit den Achtzigerjahren, dass das Dorf der Nationen wieder in der Unterstadt aufgebaut wird, nachdem es zuletzt auf dem Georges-Python-Platz stand. Man sei damit einem oft geäusserten Wunsch des Publikums nachgekommen, so Maret. Die ersten Reaktionen von Anwohnern und Gewerbetreibenden seien positiv: «Wir wurden mit offenen Armen empfangen.»

Der Umzug in die Unterstadt sei mit einem finanziellen Risiko verbunden, das man nach zwei erfolgreichen Ausgaben eingehen könne. In Zahlen heisst das: Das Budget wurde gegenüber dem Vorjahr um 50 000 Franken auf 650 000 Franken erhöht. Von den zusätzlichen 50 000 Franken entfallen 30 000 Franken auf die teurere Infrastruktur, 20 000 Franken auf die Gruppen.

Hubert Audriaz' Garten

Einer, der vom Standortwechsel begeistert ist, ist der heimliche Herr der Unterstadt, Stadtanimator Hubert Audriaz. «Das ist gut für das Quartier und gut für die Stadt», sagte er am Montag. Zusammen mit Kindern, Jugendlichen und anderen freiwilligen Helfern leistet Audriaz gleich selber einen Beitrag zum Folkloretreffen: mit einem «magischen Garten», in dem Kinder die teilnehmenden Nationen auf spielerische Weise entdecken können, bei Märchenstunden, Tanz und anderen Animationen.

Um ein möglichst breites Publikum anzusprechen, gibt es auch in diesem Jahr dezentrale Vorstellungen, Schulbesuche sowie die Reihe «Und ausserdem» mit Gratisveranstaltungen, bei denen die Gruppen bestimmte Aspekte ihrer nationalen Traditionen näher vorstellen können.

Genaues Programm und Vorverkauf: www.rfi.ch.