Archiv 07.07.2008

Show und Musik beenden das internationale Bollwerkfestival 2008

Stilvoll endete das Belluard Bollwerk International mit dem Auftritt der Zirkusrocker Bonaparte. Die Bilanz fällt ausgesprochen positiv aus, wobei vor allem zwei Projekte herausragen.

Autor: Pascal Jäggi

Ein einfacher Konzertabend zum Schluss wäre nicht angemessen fürs alte Bollwerk, also durften sich die Berner Bonaparte austoben. Das bedeutet: Der Bassist zwängt sich in eine Superman-Unterhose, und auch der Rest der Band (Sänger/Gitarrist, Keyboarder und Schlagzeuger) ist schräg gewandet. Musik machen die vier auch, doch irgendwie ist das nicht der wichtigste Punkt des Abends. Obwohl, schlecht ist es nicht, was abgeliefert wird: Rock'n'Roll mit einem gehörigen Schuss Punk. Doch im Mittelpunkt steht eher das kabarettistische Element, zusätzlich verstärkt durch einen hedonistischen Lustknaben, eine feuerschluckende Domina, einen Riesenosterhasen und eine Mischung aus Highway-Polizist und albernem Kellner.

Show überstrahlt Musik

Die Konzentration der Zuschauer verschiebt sich rasch zu den «Schauspielern», die Musik wird nur noch als tanzbarer Hintergrund wahrgenommen. Der Lustknabe macht eine interessante Verwandlung durch, vom schüchtern, im Rock, über die Bühne stolpernden Buben zum boxenden Abenteurer, der sich am liebsten mit dem ganzen Bollwerk anlegen würde. Bei der Domina beisst er jedoch auf Granit, ein Schwert ist nun mal stärker als in Handschuhen steckende Fäuste. Die unnahbare Dame tut sich derweil als Feuerkünstlerin hervor, im klei- nen Rahmen allerdings, aufpassend, dass die alte Fes-tung nicht abgefackelt wird. Der Rest der komischen Crew hampelt eigentlich hauptsächlich auf der riesigen Bühne rum, Freilauf für die Haustiere sozusagen. Alles zusammen ergibt die perfekte Abschlussparty, die Stimmung bei den Besuchern ist entsprechend, mit Unterstützung durch DJs wird noch lange in die Nacht gefeiert.