Archiv 17.02.2000

Beispiele von Programmen

Beschäftigungsprogramme haben eine eigene Dynamik und sind nicht immer abzuschliessen. Jean-Marie Monnerat vom Amt für den Arbeitsmarkt begründet:«Ein Programm ist ein Mittel zum Ziel, nicht ein Ziel selbst.»

Ein Beschäftigungs- oder Qualifizierungsprogramm kann ganz unterschiedlich sein. Die beiden grossen Vereinigungen «Verein für aktive Arbeitsmassnahmen» (VAM) und «Arbeit & Solidarität» bieten momentan 160 beziehungsweise 87 Arbeitslosen ein Qualifizierungs-Programm an. Bruno Bertschy vom VAMerläutert die Veränderungen: «Wir haben heute rund 95 Prozent nicht oder wenig ausgebildete Leute. Beinahe 90 Prozent machen das Programm auch fertig, finden also keine neue Stelle davor.»

Ein Programm beim VAMsoll in erster Linie wie eine Anlehre in einem Berufszweig den Weg zu einer möglichen Anstellung ebnen. Während den Programmen, die meist rund sechs Monate dauern, haben die Arbeitslosen 20 Prozent der Arbeitszeit für Arbeitssuche und Kurse zur Verfügung.
Neben den beiden grossen Anbietern gibt es in der Stadt Freiburg insgesamt sechs Projekte mit über 200 Teilnehmern aus der Agglomeration Freiburg. Einzelne Abteilungen und Dienststellen von Kanton und Gemeinden haben in den letzten Jahren ebenfalls Projekte mit Arbeitslosen durchgeführt. Bruno Köstinger von der RAVdes Sensebezirks meint dazu:«Damals wurde vieles bewilligt und gefördert. Programme schossen wie Pilze aus dem Boden - und plötzlich gab es zu wenig Arbeitslose für die vielen Ausbildungsplätze.» Programm-Anbieter machen dies auch immer auf die Gefahr hin, dass die Mitarbeiter kurzfristig eine neue Stelle finden und innert 24 Stunden abspringen können. Zwei konkrete Beispiele:
Die Stadt Freiburg will seit Ende 1998 die Bodenbeschaffenheit untersuchen, um instabile Grundstücke zu orten und zu stabilisieren. Ein arbeitsloser Geologe wurde für sechs Monate im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms engagiert. Nach einem Monat fand er eine neue Stelle und auch seinem Nachfolger glückte zwei Monate nach seinem Start der Wiedereinstieg ins Berufsleben. Seither ist das Projekt hängig und Stadtingenieur Philippe Dreyer wartet auf einen Geologen für die Wiederaufnahme des Projekts.
Den Film über den Sensebezirk hat Bernhard Zurbriggen, Leiter des didaktischen Zentrums, 1998 zusammen mit dem arbeitslosen australisch-schweizerischen Filmer James Goss produziert. Für einen Filmemacher ist das Freiburger Pflaster derart hart, dass das Projekt zu einem sehenswerten Abschluss gebracht werden konnte. Trotzdem gab es einige bange Tage, als die beiden Drehbuch-Autorinnen innert kürzester Zeit eine Stelle fanden und sich Bernhard Zurbriggen schliesslich selbst voll reinknien musste.