Archiv 26.05.2000

Bistumsfest im Zeichen des Aufbruchs

Die katholische Kirche von Lausanne, Genf, Freiburg und Neuenburg lädt die Gläubigen für übernächsten Sonntag zu einem grossen Fest ein. Es geht dabei einerseits um den Abschluss der Diözesanen Versammlung AD 2000 und andererseits um eine grosse Begegnung im Heiligen Jahr.

Am 4. Juni werden im Forum Freiburg an die 5000 Gläubige erwartet

Autor: Von WALTER BUCHS

Vor zweieinhalb Jahren hatte der damalige Bischof Amédée Grab eine Diözesane Versammlung (AD 2000) einberufen, welche im Mai 1998 in Freiburg ihre konstituierende Sitzung abhielt. Aufgabe dieser 120 Personen zählenden, synodalähnlichen Bewegung war es, mehr Wind ins Leben des Bistums zu bringen und mit neuer Dynamik ins Heilige Jahr 2000 einzusteigen.

Die Gespräche zu verschiedensten Themen haben im Winter 1997/98 in fast 500 Gesprächsgruppen begonnen. Deren Anliegen und Vorschläge wurden von den Delegierten der Kantone in die Vollversammlung hineingetragen, welche in der Zwischenzeit vier Plenartagungen durchgeführt hat. Eine abschliessende Gesamtzusammenkunft findet vom 1. bis 3. Juni in Freiburg statt.

Wie weiter an der AD 2000?

In den spezialisierten Kommissionen der AD 2000 sind insgesamt neun Dokumente zu unterschiedlichen Themen in Ausarbeitung. Zwei sind bereits verabschiedet. Dabei geht es um den Umgang mit Geld und Vermögen in der Kirche und um die Geschiedenen-Wiederverheirateten.

Die weiteren Dokumente, bei denen es unter anderem um die Rolle der Kirche in der Gesellschaft oder um die Ökumene geht, sind in unterschiedlichen Phasen der Entscheidungsfindung. Sie werden aber bis Ende nächster Woche genehmigt. Eine Redaktionsgruppe wird dann ermächtigt, das Schlussdokument vorzubereiten, das voraussichtlich vom Bischof im Frühwinter promulgiert wird.
Die AD2000 wird zwar am 4. Juni offiziell abgeschlossen. Doch soll die Umsetzung der Dokumente sichergestellt und die Idee weitergetragen werden. Zu diesem Zweck wird ein eigenes Dokument verabschiedet. Dieses sieht die Einsetzung eines diözesanen Pastoralrates vor, der sich in den ersten Jahren mit der Umsetzung der Ergebnisse der AD 2000 zu befassen hat. Im Sinne einer synodalen Bewegung soll ebenfalls alle zwei Jahre ein Forum stattfinden; das erste im Frühjahr 2002.

Zeichen im Jubeljahr 2000

Am Bistumsfest am 4. Juni wird nun einerseits der Abschluss der AD 2000 gefeiert. Andererseits wird das Volk Gottes gleichzeitig aus Anlass des Heiligen Jahres zu einer Begegnung eingeladen, wie gestern an einer Medienorientierung bekannt gegeben wurde. Dieser Tag im Forum Freiburg hat zwei Schwerpunkte: Die Eucharistiefeier um 10.30 Uhr, während der Bischof Bernard Genoud 200 Jugendlichen aus allen fünf Bistumskantonen die Firmung spenden und ein Ad-hoc-Chor singen wird. Eine Multimedia-Darbietung um 14.30 Uhr zeigt auf Grossleinwand verschiedene Facetten des kirchlichen Lebens, welche durch Live-Vorstellungen von Gruppen und Schauspielern unterbrochen werden.

Wie Bischof Genoud an der Presseinformation betont hat, soll das Bistumsfest ein Ort der Begegnung der Gläubigen aus der ganzen Diözese sein. Namentlich das Mittagessen biete Gelegenheit dazu. Zudem hat es rund fünfzig Stände, an denen sich kirchliche Gruppen und Organisationen vorstellen können. All dies werde die Lebendigkeit des kirchlichen Lebens im Bistum versinnbildlichen und Anstoss zu einem Neuaufbruch geben.

Alle Gläubigen jeden Alters eingeladen

Zum Kirchenfest vom 4. Juni sind die Gläubigen aus allen Bistumskantonen ins Forum nach Freiburg eingeladen. Um einen Anhaltspunkt über die Zahl der Teilnehmenden zu erhalten, sind die Pfarreien eingeladen worden, eine approximative Zahl anzugeben.

Die Organisatoren gehen von rund 5000 Besuchern aus, welche in der grossen Halle alle einen Sitzplatz finden würden. Für die Verpflegung ab 12.30 Uhr ist ebenfalls gesorgt. Damit niemand ausgeschlossen ist, kann das Essen ohne Geld oder Bon bezogen werden. Es wird aber erwartet, dass sich alle an den Kosten beteiligen. Für die Kollekte werden grosse «Kessi» und andere Gefässe aufgestellt.
Die öffentlichen Verkehrsmittel werden ab Bahnhof Freiburg verstärkt zirkulieren. Hier und auf den Parkplätzen werden Hinweispersonen den Besuchern behilflich sein. Für Kinder und Jugendliche gibt es, namentlich während der Messe, besondere Betreuung.