Archiv 25.05.2000

Dekret wird verlängert

714 Kinder von Asylbewerbern besuchen die Freiburger Schulen, 123 den Kindergarten, 422 die Primar- und 169 die Orientierungsschule. Damit die zusätzlichen Kosten, die durch ihre Integration verursacht werden, weiterhin vom Staat bzw. von den Gemeinden übernommen werden, muss der Grosse Rat ein Dekret verlängern.

Schulungskosten von Asylbewerberkindern

Der Grosse Rat wird sich in der kommenden Juni-Session u.a. mit der Integration der Kinder von Asylbewerbern in die Freiburger Schulen befassen. Rund 1200 Franken betragen die zusätzlichen Kosten (Sprachkurse, Logopädie, Schulpsychologie, Miete von Schulzimmern, Transportkosten usw.) pro Jahr und pro Kind, das in die Freiburger Schulen integriert wird.

Von den 714 Asylbewerberkindern stammen allein 418 aus Ex-Jugoslawien. Obwohl einige Familien aus dem Kosovo in ihre Heimat zurückkehren werden und die Zahl neuer Asylbewerber in den letzten Monaten eher rückläufig war, rechnet der Staatsrat nicht mit einem bedeutenden Rückgang der derzeit eingeschulten Kinder.
Wie er in seiner Botschaft an den Grossen Rat festhält, soll im verlängerten Dekret (bis 31. August 2003) neu auch der Kindergarten einbezogen werden. Dies bedeutet, dass die Gemeinden 65 Prozent der anfallenden Kosten zu tragen haben, 35 Prozent übernimmt der Staat.

Wie erfolgt die Integration?

Im Kindergarten werden die Asylbewerberkinder in den Regelklassen integriert. Ihnen werden Sprachkurse (drei wöchentliche Einheiten) oder 15 Prozent der Unterrichtszeit Stützunterricht erteilt.

In der Primarschule gelten folgende Regelungen: Gibt es im
gleichen Schulkreis eine grössere An-zahl solcher Kinder, werden
sie in eine Aufnahmeklasse integriert, und zwar entweder vollzeit-lich (Freiburg, Estavayer, Dom-
didier) oder teilzeitlich (halbe Zeit
in der Regelklasse und halbe Zeit
in der Aufnahmeklasse (Châtel, Marly).
In den Schulkreisen mit einer kleinen Anzahl solcher Kinder werden sie in die Regelklassen integriert und erhalten Stützunterricht.