Archiv 25.05.2000

«Gewerkschaft» für Kulturschaffende

«Gewerkschaft» für Kulturschaffende

Seit Anfang Mai gibt es den Freiburger Musik- und Kulturverband

Er will das kulturelle Leben im Kanton fördern und Jugendliche für kulturelle Aktivitäten aller Art begeistern. Aus dieser Motivation gründete David Aebischer mit zwei Mitstreitern am 1. Mai den Freiburger Musik- und Kulturverband.

Mit DAVID AEBISCHER
sprach RUTH SCHMIDHOFER

Herr Aebischer, wer steht hinter dem Freiburger Musik- und Kulturverband (FMKV)?

Die Gründungsmitglieder sind Roman Benninger (1. Sekretär, Vizepräsident), David Zimmermann (2. Sekretär, Kassier) und ich als Präsident.

Warum haben Sie den Freiburger Musik- und Kulturverband gegründet?

Ein solcher Verband ist schon seit Jahren ein echtes Bedürfnis, unter anderem auch, um die Koordination der verschiedenen Gruppierungen im Musik- und Kulturbereich zu gewährleisten.

Welches ist Ihre Rolle bei dieser Unternehmung?

Ich bin Initiant und Gründungspräsident.

Sie sind aber auch Musik-Agent. Werden die Mitglieder des FMKV, die Bands und Künstler, auch gleich von Ihnen gemanagt?

Der FMKV hat nicht direkt etwas mit meiner beruflichen Tätigkeit zu tun. Das heisst, der Verband wurde nicht gegründet, um Kunden zu gewinnen.

Sicher werden Künstler aller Art vom Verband in den gegebenen Auflagen (Statuten) finanziell und fachlich unterstützt und gefördert werden.

Warum ist das Spektrum - Musik, Kunst, Schauspiel - so weit gegriffen?

Der FMKV sieht vor, diese gesamte Palette abzudecken, weil das Bedürfnis in allen diesen Belangen da ist, und ausserdem liegen die Bereiche nicht wirklich sehr weit auseinander. In erster Linie soll eine Gruppe entstehen, die sich gegenseitig hilft. Übertrieben gesagt sind wir vielleicht so etwas wie eine Gewerkschaft.

Mir scheinen die unter «Ziel und Zweck» formulierten Punkte etwas hoch gegriffen. Glauben Sie, alles verwirklichen zu können?

Wir glauben und wissen, dass diese Ziele erreicht werden, sind uns aber durchaus bewusst, dass dies nicht in einem Jahr, sondern vielleicht in den ersten zehn Jahren erreicht werden kann. Dies ist einzig allein davon abhängig, wie die verschiedenen Arbeitsgruppen vorwärts kommen und ob wir auf genügend Unterstützung und Mitarbeit der Mitglieder und Behörden zählen können. Viele Arbeiten und Projekte sind bereits lanciert.

Können Sie hierzu einige Beispiele geben?

Zum einen wird in diesem Jahr voraussichtlich eine CD mit verschiedenen Freiburger Musikformationen aufgenommen. Zum anderen werden die Arbeiten - beziehungsweise die Planungsarbeiten - für das Kulturzentrum «Alti Moschti» in Düdingen verfolgt. Und fürs Frühjahr 2001 ist ein Konzert mit verschiedenen Freiburger Bands geplant.

Wie ist bisher der Rückhalt in der Kulturszene?

Man kann im Kanton nicht von EINER Szene sprechen. Es sind vielmehr verschiedene Gruppierungen, die in diesen Bereichen unabhängig voneinander tätig sind und sich auch ungewollt konkurrenzieren.

Eines unserer Ziele ist es, diese bereits bestehenden Gruppierungen in ein Gesamtkonzept mit einzubeziehen.

Wie sind aber nun die ersten Reaktionen ausgefallen? Haben Sie schon Anmeldungen von Mitgliedern (Kulturschaffenden) oder auch Gönner?

Da der Verband erst am 1. Mai gegründet wurde, sind die Künstlerinnen, Künstler, Behörden, Gönner usw. erst vor einigen Tagen kontaktiert worden.

Zurzeit (neun Tage nach Gründung) haben wir bereits über vierzig Anmeldungen von verschiedenen Künstlern, Bands und Institutionen.

Haben Sie sich eine «Probezeit» eingeräumt? Oder werden Sie einfach durchstarten und nach einem Jahr eine erste Bilanz ziehen?

Probezeit braucht es nicht mehr, da während der letzten zwei Jahre geprüft wurde, ob ein solcher Verband Sinn macht. Und vor allem, ob eine Nachfrage, ein Bedürfnis besteht. Das ist eindeutig der Fall.

Musiker, Künstler und Schauspieler

Anfang Mai gründeten David Aebischer, Roman Benninger und David Zimmermann den Freiburger Musik- und Kulturverband (FMKV). Angesprochen werden Musiker, Künstler und Schauspieler.

Die Vorarbeiten zum FMKV - Konzept und Statuten - hatte David Aebischer im Laufe der vergangenen zwölf Monate erarbeitet. Er amtiert auch als Präsident dieses Verbands. Seine Mitstreiter sind Roman Benninger und David Zimmermann. Der FMKV setzt sich zum Ziel:
l das Musik- und Kulturwesen zu fördern, zu pflegen sowie die gemeinsamen Interessen zu wahren und zu vertreten;
l bei der Jugend Interesse und Begeisterung für die Musik zu wecken und deren Ausbildung zu fördern;
l die Zusammenarbeit mit Musik-, Kunst-, Schauspielschulen zu pflegen;
l Kontakte zu Organisationen, welche sich mit Musik-, Kunst- und Schauspielerei befassen, zu pflegen und gegebenenfalls mit ihnen zusammenzuarbeiten;
l Talente zu fördern und zu schulen;
l eine Musik-, Kunst- und Schauspielszene im Kanton Freiburg aufzubauen, zu organisieren und zu koordinieren;
l das Kulturzentrum «Alti Moschti» in Düdingen und dessen Aktivitäten zu unterstützen.

Kurse, Festivals, Wettbewerbe

Um diese Ziele zu erreichen, planen die drei Verantwortlichen eine breit gefächerte Palette von Veranstaltungen. Das reicht von Ausbildungskursen für Kulturschaffende und
Musik-, Kunst-, Schauspiellager über regelmässig stattfindende Festivals und Einzelveranstaltungen bis hin zu Seminarien und Wettbewerben. Mit verschiedenartigen Veranstaltungen soll die Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Musik, Kunst und Schauspiel im Kanton gefördert werden, und es soll eine offizielle Verbandszeitschrift geben.

Vereinen und Einzelpersonen offen

Der FMKV steht Vereinen wie auch Einzelpersonen offen. Die Aufnahme erfolgt aufgrund eines schriftlichen Gesuchs an den Präsidenten, welcher im Vorstand über die Anfrage berät. sr