Archiv 05.10.2000

Mit Bundesrat unzufrieden

Die Freiburger Bauern sind mit dem Strategiepapier des Bundesamtes für Landwirtschaft «Horizont 2010» nicht zufrieden. Sie können nicht begreifen, dass der Bundesrat die Preise an das EU-Niveau angleichen will, ohne gleichzeitig die Produktionskosten zu senken.

Freiburger Bauern und «Horizont 2010»

Anlässlich der Arbeitssitzung des Freiburgischen Bauernverbandes (FBV) konnte die allgemeine Unzufriedenheit über das Strategiepapier des Bundesamtes für Landwirtschaft «Horizont 2010» festgestellt werden. Die Anwesenden befürchten, dass die Produktionspreise schweizerisch, also sehr hoch bleiben werden, während die Verkaufspreise europäisches Niveau erreichen sollen. «Diese Politik ist unannehmbar, und der Freiburgische Bauernverband verurteilt sie auf das schärfste. Er lehnt sich auch gegen das Vorhaben des Bundesamtes für Landwirtschaft auf, die Mittel für die Marktstützung und die ökologischen Direktzahlungen zugunsten der Finanzierung
der vorgesehenen sozialen Massnahmen zu gebrauchen», hält der Vorstand des FBV in einer Pressemit-
teilung fest. «Der FBV ist der Meinung, dass vorerst eine Bilanz der neuen Agrarpolitik AP 2002 gezo-gen werden muss, wie es das Bun-desgesetz über die Landwirtschaft vorsieht, bevor man solch extreme
Massnahmen, die sich für die schweizerische Landwirtschaft katastro-
phal auswirken werden, vorschlägt. Soll das tatsächlich die vom Bundesrat gewünschte Zukunft der schweizerischen Landwirtschaft sein? Wir wagen es kaum zu glauben», führen die Freiburger Bauern weiter aus.

Der Vorstand des FBV opponiert auch gegen jegliche Senkung des Milchzielpreises, der heute bei 77 Rappen liegt. André Chassot, Präsident von Orlait (freiburg.-waadtländischer Milchverband), und Geor-
ges Godel, Präsident des freiburgischen Milchverbandes, beide Vorstandsmitglieder des FBV, haben
sich stark dafür eingesetzt, dass der Zielpreis nicht gesenkt wird. Gemeinsam mit den anderen Vorstandsmitgliedern sprechen sie sich auch ganz klar gegen eine Aufhebung der Milchkontingentierung in der Schweiz auf. Weshalb sollten wir noch vor der EU diesen Schritt vornehmen?

Kompensationskasse
für die Landwirtschaft?

Im Anschluss an die Sitzung hat Philippe Rochat, Leiter des Departements «Versicherungen» bei Prométerre, den möglichen Aufbau einer Kompensationskasse für die Landwirtschaft erläutert.