Archiv 30.07.2008

Freiburger Älpler erlebten, wie eine Alpenregion neuen Mut fasste

Das «Plateau des Glières» - ein historischer Ort der französischen Résistance im Zweiten Weltkrieg - war Ziel des diesjährigen Ausflugs des Freiburgischen Alpwirtschaftlichen Vereins.

Autor: Josef Jungo

Bis zum Zweiten Weltkrieg lebten auf dem «Plateau des Glières» - einer Hochebene auf 1500 m - etwa 150 Personen. Man zählte 120 Häuser und Scheunen. Während des Kriegs wurden diese Bauten zerstört. Nach dem Krieg wurden die Alphütten gemäss den ursprünglichen kleinen Strukturen wieder aufgebaut. Mit dem wirtschaftlichen Aufbruch und der Abwanderung der Bevölkerung in die Industrie dauerte dieses System nur wenige Jahre.

Mit dem Zusammenschluss aller interessierten Kreise und der Gründung von Meliorations-Genossenschaften erhielt die Alpwirtschaft neuen Auftrieb. Es sei auch gelungen, die Region und die einzelnen Alpen zu erschliessen und grössere Strukturen zu entwickeln, schilderte Monsieur le Sénateur Jean-Paul Amoudry, Präsident des Alpwirtschaftlichen Vereins Hoch-Savoyen, die Entwicklung. Heute zählt man noch neun Alpwirtschaftsbetriebe mit 294 Kühen, 85 Rindern und 15 Ziegen. Seit 1992 stieg die Anzahl Kühe der Rasse Abondance um 90 Stück. Die Milch wird auf den Betrieben morgens und abends zu Reblochon verarbeitet. Die Besucher hatten Gelegenheit, die Herstellung des feinen Käses mitzuverfolgen.

Die Vernetzung der Alpregionen Savoyens, des Aostatals und der Westschweizer Kantone Waadt, Wallis und Freiburg zum «Réseau alpestre francophone» erlaube es, Probleme gemeinsam anzugehen, betonte Amoudry.

Unter der Koordination von Sandrine Bottelier bereitete der Regionale Alpwirtschaftliche Verein den 300 Gästen aus dem Freiburgischen einen sympathischen Empfang.

Freiburg hat auch kleine Strukturen

In seinem Grusswort skizzierte Philippe Dupasquier, Präsident des Freiburgischen Alpwirtschaftlichen Vereins (FAV) die Strukturen der freiburgischen Alpwirtschaft. Die rund 1400 Alpbetriebe sind relativ klein. FAV-Sekretär Daniel Blanc dankte den Gastgebern für den liebenswürdigen Empfang. Mit der Hymne der Freiburger Armaillis - dem «Ranz des vaches» - verabschiedeten sich die Gäste und gönnten sich im mittelalterlichen Städtchen Ivoire am Genfersee noch einen Halt.