Archiv 18.08.2008

Rock Oz'Arènes mit ausgeglichenem Resultat trotz widrigen Umständen

Das Festival 2008 liegt zuschauermässig hinter den letzten Jahren zurück.

Autor: URS HAENNI

28 500 Zuschauer haben das Festival Rock Oz' Arènes in Avenches vom Dienstag bis Samstag besucht. Damit geht 2008 punkto Zuschauer als bloss durchschnittliche Austragung in die Festivalgeschichte ein. Noch im letzten Jahr hatte das Festival an vier Abenden 32 000 Besucher angelockt.

Charlotte Carrel, die Freiburger Festivaldirektorin, zog trotzdem eine positive Bilanz. Auch mit weniger Zuschauern als erhofft dürfte das diesjährige Festival mit einer ausgeglichenen Rechnung schliessen; dies bei einem Budget von 2,6 Millionen Franken.

Zucchero als PublikumsMagnet; Regen als Ablösche

Am besten zog der Dienstagabend mit rund 8000 Besuchern für den Auftritt von Zucchero. Nur halb gefüllt war die Arena am Mittwoch bei Rock von Maximo Park und am Donnerstag bei Hip-Hop von The Roots und Reggae von Alpha Blondy.

Zufrieden waren die Organisatoren dafür beim Elektroabend mit den Club-DJ am Freitag (5500 Gäste) sowie beim französischen Rapper MC Solaar und der irischen Bardin Sinead O'Connor am Samstag (6000 Eintritte).

Charlotte Carrel sieht zwei Hauptgründe für den Besucherrückgang: Einerseits habe es diesen Sommer eine Überladung an Gross-Events gegeben, angefangen bei der Euro 08. Dies hätten auch andere Festival-Veranstalter gespürt, darunter auch grosse und solche im Ausland. Dabei gehen auch die Gagen der Künstler immer mehr in die Höhe, so dass ein Programm mit attraktiven Headlinern immer schwieriger werde.

Andererseits habe diesmal auch das Wetter nicht mitgespielt, vor allem am Dienstag und am Donnerstag . Während zwar Zucchero das Publikum noch gelobt hatte, wie es trotz Dauerregen gute Stimmung verbreitete, war die Witterung aber dazu angetan, an der Abendkasse noch zusätzliche Eintritte zu generieren.

Club-Abend war ein Erfolg

Zufrieden sind die Festivalorganisatoren mit dem Elektro-Abend vom Freitag. Rock Oz'Arènes spannte dabei mit dem Club MAD in Lausanne zusammen und präsentierte erstmals einen Abend mit lauter DJ und Non-Stop-Musik bis morgens um 4 Uhr. Die Clubber-Szene reagierte gut auf den Anlass, wobei sich ihr Interesse rein auf die Arena konzentrierte und die Nebenbühnen eher leer blieben. Gemäss der Festivaldirektorin möchte man den DJ-Abend auch nächstes Jahr wieder bringen, konzeptuell aber etwas anpassen, z.B. mit Tanzbühnen.

Für das kommende Jahr gilt es, das Festival zu konsolidieren. Grosse Sprünge mögen in der heutigen Marktsituation nicht möglich sein (ein Bruce Springsteen kostet eine Million), doch könnte man im nächsten Jahr wieder vermehrt auf Schweizer Bands setzen. Gemäss Charlotte Carrel «explodiert» die Musikszene in der Schweiz geradezu.