Archiv 28.06.2000

Chinesischer Minister besucht Gemüseland

«Einmal sehen ist besser als hundertmal hören.» Nach diesem chinesischen Sprichwort handelt Fan Deguan, Landwirtschaftsminister aus Schanghai. Er hat sich vor möglichen Geschäften mit der Schweiz zu einem Besuch im Seeland angemeldet, um das Gemüseland selber in Augenschein zu nehmen.

Austausch zwischen der Gemüse-Union und der Provinz Schanghai wird intensiviert

Autor: Von CHRISTIANSCHMUTZ

Wer mit China Geschäfte machen will, muss ganz anders vorgehen, als man es aus der Schweiz gewohnt ist. Ernst Maeder, Direktor der Schweizerischen Gemüse-Union in Ins, hat mehrmals China besucht und sich ein Bild von der chinesischen Mentalität machen können. Die Schweizerische Gemüse-Union hat bereits ein Bein im chinesischen Markt, will aber seine Exporte noch ausweiten. Deshalb hat Ernst Maeder über die Schweizer Botschaft in China Kontakt mit dem Landwirtschaftsministerium von Schanghai aufgenommen. «Ich will im September hinfahren und sie treffen», erläutert der Rieder. Statt einer Antwort auf seine Anfrage kam eine Meldung zurück, Landwirtschaftsminister Fan Deguan käme sowieso Ende Juni vier Tage in die Schweiz und würde gleich vorbeikommen. Eben:Einmal sehen ist besser als hundertmal hören.

Exportieren nach China -
Know-how aus der Schweiz

Sowohl die Gemüse-Union wie das Landwirtschaftsministerium Schanghai haben konkrete Ziele. Während die Schweizer einen fast brach liegenden Markt ausbauen wollen, möchten die Chinesen gerne vom Schweizerischen Know-how profitieren. Beste Voraussetzungen für ein gutes Geschäft.

Die chinesische Delegation kam gestern Nachmittag aus La-Chaux-de-Fonds nach Murten. Sie wurde von Stadtpräsidentin Christiane Feldmann im Rathaus empfangen. Der Bürgermeister der 700000 Einwohner zählenden Stadt Chongming hat die höchste Murtnerin gleich zum Gegenbesuch eingeladen. Von der Murtner Altstadt zeigten sich die Gäste beeindruckt. Andererseits erscheint den Schweizern das Grosse Moos enorm gross. Aus chinesischer Sicht dürfte es aber flächenmässig wie ein Garten hinterm Häuschen wirken.
Von Murten ging die Reise dann quer durchs Moos, um einen Eindruck über das Gemüseland zu bekommen. Fan Deguan war besonders am Einsatz von neuartiger Technologie und maschinellen Hilfsmitteln interessiert. Ein Besuch des Gewächshauses von Fritz Hurni in Gurbrü sowie des Gemüsehandelsbetriebs Schwab-Guillod in Müntschemier standen weiter auf dem Programm. Danach gings zum gemeinsamen Nachtessen nach Ulmiz. Morgen wird die chinesische Delegation bei Novartis in Basel vorstellig werden.