Archiv 22.03.2000

Der Natur zu ihrem Recht verhelfen

Die Bewilligung und Subventionen für die Güterzusammenlegung Ried-Murten im Grossen Moos waren nur zum Preis umfangreicher Renaturierungsmassnahmen erhältlich. In einer ersten Etappe pflanzten rund 20 Leute - Jäger, Jungjäger, Vorstandsmitglieder der Bodenverbesserungskörperschaft und freiwillige Männer und Frauen - im Gebiet «Perretten» die ersten rund 1600 von etwa 7000 Sträuchern im ganzen Perimeter.

Renaturierung zur Güterzusammenlegung Ried-Murten

Das Gebiet «Perretten» liegt unterhalb des «Erligut» an der Linie der Broyetalbahn. Hier wurden in einer ersten Etappe vier bestehende Drainagen, darunter der früher offen geführte «Röligraben», stillgelegt und wieder in offene Bäche verwandelt. Die Unterlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung wurden von Thomas Imhof (AOLN Büro für Angewandte Ökologie, Biel) erarbeitet.

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Imhof wachte am Samstag mit Argusaugen darüber, dass an der von Wildhüter Elmar Bürgy organisierten Pflanzaktion fachgerecht, sorgfältig und erfolgsverheissend gearbeitet wurde. Geht es dabei nebst dem Erfolgszwang doch um viel Geld. Die Jäger wirkten im Rahmen ihrer Hege- und Pflegeverpflichtung mit. Für die Jungjäger sind 50 derartige Arbeitsstunden Bedingung für die Zulassung zur Jagdprüfung.

Und der Vorstand der Bodenverbesserungskörperschaft ging mit gutem Beispiel voran, denn es warten in nächster Zeit noch weitere 5000 Sträucher darauf, gepflanzt zu werden. Da ist Fronarbeit höchst willkommen. Freiwillige können sich bei Jakob
Maeder (Präsident der Bodenverbesserungskörperschaft Ried-Murten), Telefon 031/7555339, melden. Wenn Fronarbeit dafür nicht ausreicht, wird ein Landschaftsgärtner mit der Arbeit beauftragt.
Die standortgerecht ausgesuchten und gepflanzten, zwischen 1,2 und 1,4 Meter hohen Hagebuch-, Holunder-, Schwarz- und Weissdorn-, Faulbaum-, Johannisbeer-, Besenreis-, Wildrosensträuche und weiteren 21 Sorten kosten pro Stück Fr. 3.50.
Damit die Schwarzerlen in ein paar Jahren mit ihrem Wurzelwerk die Ufersicherung wahrnehmen können, werden sie die nächsten paar Jahre von einem mit der Zeit verfaulenden Geflecht aus Haselruten geschützt.

Im Frühjahr geht es weiter

Die nächste Pflanzaktion geschieht im Frühjahr im Gebiet «Hinter dem Horn». Dort entstehen drei Vernetzungsstreifen mit Magerwiesen und Naturhecken.

Den Abschluss der Renaturierungsmassnahmen bilden die letzten Vernetzungsstreifen im nördlichen Teil, «Hinter dem Horn». Mit einer intelligenten Konzeption der Hecken wird versucht, den Anforderungen der Natur einerseits und einer möglichst geringen Behinderung beim Bewirtschaften der Anstösserparzellen anderseits gerecht zu werden. Im ganzen Perimeter (die meliorierte Fläche) werden um die 7000 Sträucher angesiedelt. Um die wenigen noch vorhandenen Mooshütten werden Ökoflächen mit Magerwiesen im Halte von rund fünf Aren angelegt. Der von der Expo.02 initiierte Veloweg von Galmiz Richtung Industriezone Kerzers entlang des Perrettengrabens wird verbreitert, ausgebaut und asphaltiert. Die Mehrkosten für den Belag übernimmt die Expo. Im Gefolge wird der meist stark überwachsene Perrettengraben ausgebaut und ebenfalls bepflanzt. Beides war im ursprünglichen Projekt der BVK nicht enthalten. Durch die Kostenbeteiligung der Expo und des Biotopverbundes sind die Mehrkosten unerheblich. Die Strecke soll mit einem Fahrverbot für nicht der Landwirtschaft dienende Motorfahrzeuge belegt werden.