Archiv 12.05.2000

Käthi Thalmann höchste Murtnerin

Der Generalrat von Murten wird nun für ein Jahr von der SVP-Politikerin Käthi Thalmann präsidiert. Die Primarlehrerin ist vom Stadtparlament einstimmig gewählt worden. Als Vize-Präsident steht ihr Hugo Raemy, sp, zur Seite. Der abtretende Präsident Roland Nydegger, fdp, bedankte sich für die bereichernden Erfahrungen, die er im verflossenen Jahr machen durfte.

Generalrat wählt die neue Führung des Stadtparlamentes

An seiner Sitzung vom Mittwochabend hat der Generalrat von Murten in grosser Einstimmigkeit und Minne verschiedene Wahlen vorgenommen. Für jedes zu besetzende Amt gab es jeweils nur einen Vorschlag und die entsprechende Person wurde stets mit allen gültigen Stimmen gewählt.

Neben der Präsidentin und dem Vize-Präsidenten ist die bisherige Ersatz-Stimmenzählerin Carinne Münger, fdp, zur Stimmenzählerin gewählt worden. Kurt Berger, fdp, wird Ersatz-Stimmenzähler. Für den aus der Finanz-Kommission zurückgetretenen Bernard Odermatt ist Beat Marti, fdp, gewählt worden.

Gute Voraussetzungen
schaffen als Aufgabe

Die in Agriswil aufgewachsene, 43-jährige Generalratspräsidentin Käthi Thalmann betonte nach ihrer Wahl, dass es Aufgabe des Stadtparlamentes sei, gute Voraussetzungen zu schaffen, so dass sich die Menschen sicher fühlen können. Vertrauen baue dabei auf regelmässigen Kontakten mit der Bevölkerung auf. Der Dialog sei deshalb das A und das O.

Kreditbegehren für
Sammelschutzraum Burg genehmigt

Auf dem Gebiet der Gemeinde Murten fehlt es an (Zivil-)Schutzplätzen, dies namentlich in der Region Burg/Altavilla. Der Gemeinderat beantragte deshalb dem Generalrat einen Kredit im Betrag von 83200 Franken zum Bau eines öffentlichen Sammelschutzraumes für gut 60 Plätze auf der Burg.

Nach den Ausführungen von Gemeinderat Christian Haldimann sprach sich Hans Zürcher im Namen der Finanzkommission für den Antrag aus. Darauf wurde dem Kreditbegehren mit nur einer Gegenstimme zugestimmt. Die Frage des Schutzraumangebots in Altavilla wird zu einem späteren Zeitpunkt behandelt.

Einbürgerungen
diskussionslos zugestimmt

Der Gemeinderat hatte im Weiteren die Einbürgerung eines deutschen Staatsangehörigen und eines mazedonischen Ehepaars mit ihren beiden Kindern beantragt. Ohne Diskussion und ohne Gegenstimme wurde dem Antrag in offener Abstimmung zugestimmt.

Der Generalrat von Murten hatte am Mittwochabend ebenfalls die Geschäftsberichte und Jahresrechnungen der Industriellen Betriebe (Elektrizität, Wasser, Gas) einstimmig gutgeheissen. FDP-Generalrat Andreas Aebersold stellte den Antrag, angesichts der Marktveränderungen die Finanzstruktur der Industriellen Betriebe überprüfen zu lassen. Gemeinderat Urs Wapp konnte ihm entgegnen, dass er mit dem Vorschlag offene Türen einrenne. Die Offerte für eine externe Analyse liege bereits vor und werde dem Generalrat an der nächsten Sitzung unterbreitet.
Er sicherte zu, dass alle von Andreas Aebersold aufgeworfenen Fragen dann auch tatsächlich geprüft werden.

Der Rugangbach
wird renaturiert

Gemeinderat Urs Wapp orientierte den Generalrat dahingehend, dass der umgeleitete Rugangbach zwischen Tennisplatz und dem künf-
tigen Schul- und Sportzentrum
Prehl auf einer Strecke von 60 Metern renaturiert wird. Die Arbeiten sollen nach den Sommerferien be-ginnen. Ein Kreditbegehren von rund 64000 Franken ist in Vorbe-
reitung.

Fritz Rentsch, fdp, erinnerte zum Schluss der Sitzung daran, dass mit der Einstellung des Betriebs der SGGKerzers auch der Gemeinde Murten gehörendes Pachtland frei wurde. Er lud den Gemeinderat
ein, dieses Murtner Landwirten zuzuteilen.

Mindereinnahmen erwartet

Im Hinblick auf die bevorstehende Abstimmung über die Senkung der Liegenschaftssteuer machte SP-Generalrat Martial Pittet den Gemeinderat zum Schluss darauf aufmerksam, dass die Stadt Murten in Zukunft mit Mindereinnahmen resp. Mehrausgaben in der Höhe von mehr als zwei Mio. Franken rechnen muss.

Er will deshalb vom Gemeinderat wissen, ob die von ihm genannten Zahlen auch stimmen und ob der Gemeinderat einen neuen Finanzplan unterbreiten werde. Er will zudem wissen, wie viele Liegenschaftsbesitzer nicht in Murten wohnen und
welchen Anteil dies bei den Lie-
genschaftssteuern ausmacht. - Nach
der Sitzung fand in der Rathaus-
halle ein Empfang der neuen Generalratspräsidentin durch den Gemeinderat statt.