Archiv 14.02.2000

Nach den Klein- die Grossaktionäre

Die Murtner Kino-Initianten haben bislang rund 300 SympathisantInnen für eine finanzielle Beteiligung an ihrem Kino-Projekt gewonnen. Noch sind die anvisierten 300

Für Murtner Kino sind Aktien über 134400 Franken gezeichnet

«Es läuft eigentlich - das heisst, noch nicht ganz», fasst Jann Fahrni, einer der Initianten, die Situation zusammen. Seit vergangenem September suchen die Initianten Geldgeber für das geplante Kino im «Feuerwehrmagazin No 1» an der Murtner Schulgasse. Von den 300000 Franken, die von den Aktionären bis Anfang Februar gezeichnet werden sollten, waren Ende letzter Woche erst 136500 Franken (Anfang Woche 134400 Franken) zugesichert. Ein Misserfolg?

«Nein», meint Jann Fahrni. «Damit haben die 300 Aktionäre knapp die Hälfte des angestrebten Betrags gezeichnet. Wir hatten ein Riesenecho.» Das Bedürfnis nach einem Kino sei also unbestritten. Es handle sich bei diesen Sympathisanten um viele Kleinaktionäre: Familien und Einzelpersonen. Man bleibe deshalb weiterhin optimistisch. «Es ist unser Publikum, das da sein Interesse bekundet.» Für den Betrieb sei diese Interessenbekundung wichtiger als die blosse Unterstützung durch eine Gemeinde.

Institutionen, Gemeinden
und grössere Firmen

Aber auf diese Unterstützung können und wollen die Kino-Initianten nicht verzichten: Für die Restsumme wollen sie «Institutionen, Gemeinden und grössere Firmen» angehen, wie Jann Fahrni verrät. Zwar habe man die Gemeinden des Seebezirks bereits angeschrieben, und die umliegenden Gemeinden hätten auch schon mitgemacht. «Wir hätten aber mehr erwartet», sagt Jann Fahrni.

Der Murtner Generalrat beispielsweise hat im Dezember eine zusätzliche Unterstützung verweigert. Die Gemeinde habe bereits das Gebäude zu einem sehr günstigen Baurechtsvertrag abgetreten, und es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, private Aktiengesellschaften zu unterstützen, hatte sich damals Gemeinderat Adrian Lerf an den Generalrat gerichtet (siehe FN vom 9. Dezember).

Über die Bücher

Bislang sei man zu wenig konsequent vorgegangen, gibt sich Jann Fahrni selbstkritisch. Die Initianten hätten die Aufgabe am Anfang etwas unterschätzt. «Wir haben zuerst versucht, alles auf eigene Faust zu machen. Es braucht aber breite Schultern und eine grosse Abstützung.» Um diese Erkenntnis umzusetzen, sei man jetzt daran, ein neues Verkaufskonzept auszuarbeiten; man diskutiere mit der Bank und Finanzierungsgesellschaften.

Noch könne er nicht genau sagen, wie dieses überarbeitete Konzept aussehen werde, mit dem die Gross-Aktionäre gewonnen werden sollen. Es könne aber etwa sein, dass sponsernde Unternehmen das Lokal für eigene Veranstaltungen nutzen könnten. Ausserdem sei die Zeichnungsfrist verlängert worden.