Archiv 06.06.2000

Vorstandsarbeit wird besser entlohnt

Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg hat die Synodalräte für eine neue Legislatur gewählt und ihnen gleich eine bessere Entlöhnung gewährt. Neu wird das Präsidium als 50-Prozent-Amt angerechnet.

Synodalrat der Evangelisch-reformierten Kirche neu gewählt

Autor: Von URSHAENNI

Die Entschädigung der Synodalräte war bereits im Herbst einmal traktandiert gewesen, ohne dass die Delegierten der Kirchgemeinden damals einen gemeinsamen Nenner gefunden hätten. Synodalräte zeigten sich damals enttäuscht, haben sie doch feststellen müssen, dass sie teilweise an die Grenzen der Belastbarkeit gelangt sind.

Im Hinblick auf die gestrige Synode in Murten haben die bisherigen Synodalräte ihren Arbeitsaufwand aufgelistet. Sie sind auf 394 Tage oder 151 Stellenprozente gekommen.

Präsident neu mit Fixum

Die Synode hat diesen Aufwand anerkannt und konnte sich gestern auf eine neue Regelung der Entschädigung einigen. So wird der Synodalratspräsident inskünftig zu 50 Prozent eines Pfarrerlohnes entschädigt. Für den Vizepräsidenten gibt es monatlich fix 1000 Franken, für alle anderen Synodalräte 500 Franken. Bisher gab es neben der monatlichen Entschädigung von 500 Franken ein Drittelpensum, das die Synodalräte unter sich regeln konnten. Die Synode hat dem Vorschlag des Synodalrates, der während den Verhandlungen in den Ausstand trat, zugestimmt. Sie hat aber die Erhöhung auf je 40000 Franken für die nächsten beiden Jahre begrenzt. Die Entschädigung der Pfarrer im Synodalrat geht wieder an die jeweilige Kirchgemeinde zurück.

Synodalrat ausgeglichen besetzt

Die Besetzung des Synodalrates erfährt in den nächsten vier Jahren zwei Änderungen. Für die zurückgetretenen Mathäus Rohner und Karin Leu wurden nebst den fünf bisherigen Mitgliedern neu Walter Schoop (Freiburg) und Pfarrer Jean-Baptiste Lipp (Freiburg) in den Rat gewählt. Während die Wahl Schoops unbestritten war, setzte sich Lipp gegen Andreas Schmutz (Wünnewil) durch. Damit befinden sich im Synodalrat vier Welsche und drei Deutschfreiburger, drei Frauen und vier Männer. Eine Grundsatzdebatte über die Besetzung der Ämter durch Deutsch oder Welsch liess der Präsident der Synode, Pfarrer Peter Altdorfer, gar nicht aufkommen.

In seinem Jahresbericht ging Synodalratspräsident Daniel de Roche unter anderem auf die fünf neuen Kirchgemeinden aus dem Sensebezirk ein. Diese hätten ihre Neugeburt zum Teil sehr originell gefeiert, und die neue Struktur scheine den Gemeindemitgliedern und der Verkündigung des Evangeliums gute Dienste zu leisten. Das Gleichgewicht der Sprachen in der Synode sei dadurch etwas verschoben worden, und es müsse in Zukunft ein wichtiges Anliegen sein, noch mehr auf die französischsprachige Minderheit zu hören.
Die Synode wird inskünftig bereits wieder eine welsche Gemeinde mehr umfassen. Die Versammlung hat nämlich einer Aufteilung der Kirchgemeinden Romont-Châtel-St-Denis in die beiden Gemeinden Glâne-Romont und Châtel-St-Denis-La Veveyse zugestimmt.
Die Evangelisch-reformierte Kirche wird in Zukunft personell noch Anpassungen vornehmen müssen. Wie die Präsidenten der Synode und des Synodalrates sagten, sei die Medienarbeit innerhalb der Kirche noch nicht befriedigend. Kurzfristig gilt es, einen neuen Jugendarbeiter zu finden. Wilfried Gerber, der in diesem Amt sei 1996 Aufbauarbeit geleistet hat, demissioniert per 31. Juli.

Der Bischof zu Gast

Daniel de Roche erwähnte auch die positiven Kontakte mit der katholischen Schwesterkirche seit der Ordinierung des neuen Bischofs Bernard Genoud. Der Bischof seinerseits unterstrich die guten Beziehungen, indem er am Morgen der gestrigen Synode beiwohnte.

Die Synodalkasse hat 1999 mit einem Einnahmenüberschuss von rund 45000 Franken abgeschlossen. 30000 Franken davon gehen als Abzug der Kirchgemeinde-Beiträge direkt in die Rechnung 2001 über, während rund 9000 Franken dem Sozialplan der Kooperation Evangelischer Missionen gutgeschrieben werden. Das Haus der Begegnung in Charmey hingegen weist für 1999 einen Verlust von rund 32000 Franken aus. Dieser Fehlbetrag ist hauptsächlich auf den Umbau zurückzuführen, der einen Betriebsausfall mit sich brachte. Trotzdem fällt die Rechnung besser aus als budgetiert.