Archiv 21.03.2000

Zu Fuss vom See- in den Sensebezirk

Gestern sind die beiden Teile einer 30 Meter langen Stahlbrücke von Bulle über Romont, Courtepin und Gurmels nach Kleinbösingen gebracht worden. In einer Woche wird das zusammengeschweisste Bauwerk über die Saane gelegt.

Bau einer neuen Fussgängerbrücke unter der Staumauer Schiffenen

Wer bisher die Wander- und Radwege auf der linken und rechten Seite der Saane von Laupen nach Schiffenen benutzte, musste zum Wenden einen grossen Umweg über die Staumauer des Schiffenensees in Kauf nehmen. Direkt unter der Staumauer gab es nur einen privaten Übergang der Freiburger Elektrizitätswerke, der seit einigen Jahren nicht mehr öffentlich benutzt werden konnte. Die nächste Fussgänger-Passerelle bei Kleinbösingen ist rund zwei Kilometer weiter unten.

Elektrizitätswerke und Militär

Auch das Militär überquerte die Saane unterhalb der Staumauer oft, um auf der anderen Seite Schiessübungen zu veranstalten. Sie hatten einen provisorischen und jeweils wieder abbaubaren Übergang zur Verfügung. Nun haben sich die Elektrizitätswerke und das Militär aus gegenseitigem Interesse zusammengetan, um eine neue Fussgängerbrücke zu bauen. Sie treten gemeinsam als Bauherren auf.

«Früher gingen oft Leute unterhalb der Staumauer durch. Seit einigen Jahren ist das Gelände aber eingezäunt, und ein Durchgang ist unmöglich», erklärt René Neuhaus von den Elektrizitätswerken in Schiffenen. «Wir wollten etwas für die Fussgänger tun, die damit einen Rundweg im unteren Teil der Saane bekommen.»

30 Meter lang, 4,5 Meter hoch,
4 Meter breit, 10 Tonnen schwer

Die neue Fussgängerbrücke wurde vom Ingenieurbüro Novak & Curty AG in Bösingen konzipiert. Von ihnen stammen die statischen Berechnungen und die Pläne für das stattliche Werk. Sie amten auch als Bauführer. Die Brücke ist insgesamt vier Meter breit, und die beiden tragenden Bogen sind viereinhalb Meter hoch. «Der eigentliche Übergang beträgt in der Breite nur 1,90 Meter, so dass einzig Fussgänger und vielleicht Radfahrer passieren können», erklärt Paul Novak. Die 30 Meter lange Brücke wiegt zehn Tonnen. Gegenüber dem Militärprovisorium wurde eines der Fundamente, das unterspült worden war, erneuert. Um vor Hochwasser geschützt zu sein, wurde die Brücke zusätzlich um 50 Zentimeter ausgehoben.

In der Mitte auseinandergeschnitten

Bau, Transport und Montage der Brücke wurden im Paket an die Firma Sottas SAin Bulle übergeben. Sottas hat die Fachwerk-Brücke in ihrem Werk zusammengebaut, musste sie jedoch danach in der Mitte entzweischneiden, um sie transportieren zu können. In einem einzigen Stück wäre ein Transport nicht möglich gewesen, und schon so erlebten die beiden Schwertransporte einen rechten Zickzack-Kurs durchs Freiburgerland. Die Brücke wurde gestern von Bulle über Vaulruz, Romont, Courtepin sowie Gurmels aufs Gemeindegebiet von Kleinbösingen gebracht. Dieser Umweg drängte sich auf, weil man allen Unterführungen auf Freiburgs Strassen aus dem Weg gehen musste. Bereits kurz nach der Abfahrt in Bulle entschieden Zentimeter über die Weiterfahrt. Auch die Breite des Transports brachte einige Verkehrs-Probleme, doch nach zweieinhalb Stunden hatten die beiden Brückenteile ihr Ziel erreicht. Dort sollen sie sich für die nächsten Jahrzehnte einnisten und wohl fühlen.

Für Freizeitsportler und Wanderer

Unterhalb der Schiffenen-Staumauer werden nun in den nächsten Tagen die beiden Teile wieder zusammengeschweisst. Am nächsten Montag wird die Stahlbrücke, die komplett aus runden Elementen besteht, versetzt. Dafür braucht es einen grossen Pneukran, der die Brücke auf ihren Platz hebt und den neuen Übergang vom See- in den Sensebezirk ermöglicht.

Die neue Brücke wird die Gemeinden Kleinbösingen und Düdingen verbinden und sicher von Freizeitsportlern und Wanderern im oberen See-, im unteren Sensebezirk und im Amt Laupen sehr geschätzt werden.