Archiv 25.03.2000

Kunden von der Qualität überzeugen

«Mehr Transparenz dank lokalen Fleischbezugsquellen». Unter diesem Motto fand die 80. Generalversammlung des Freiburgischen Metzgerverbandes in Plaffeien statt. Ohne Gegenstimme wurde der Beitritt zur Vereinigung zur Förderung von Produkten aus dem Freiburgerland (Association pour la promotion des produits du Terroir du Pays de Fribourg) beschlossen. Rudolf Klaus, Plaffeien, wird neues Mitglied der Lehrlingskommission. Er wird im Vorstand durch Werner Zosso, Schmitten, ersetzt.

Generalversammlung des Metzgermeisterverbandes in Plaffeien

In den vergangenen Jahren haben verschiedene Skandale in der Tierfütterung und -haltung Schlagzeilen gemacht und das Vertrauen des Konsumenten in das Nahrungsmittel Fleisch erschüttert. «Vertrauen ist aber die Basis des Fleischmarktes», betonte der Präsident des Freiburgischen Metzgermeisterverbandes, Christian Deillon, in seinem Jahresrapport, und forderte deshalb sowohl Tierzüchter als auch Metzger auf, keine Anstrengung zu scheuen, um den Konsumenten von der Qualität des Schweizer Fleisches zu überzeugen. In der heutigen, wettbewerbsorientierten Marktsituation heisse billiger produzieren meist auch qualitativ minderwertig produzieren. Es sei jedoch äusserst wichtig, dass die Metzger als Garanten für eine hohe Berufsethik, Transparenz und für beste Qualität stehen. Insbsondere Würste seien ein wichtiges Aushängeschild, und deshalb dürfen bei ihrer Herstellung keine Kompromisse eingegangen werden, legte er seinen Berufskollegen weiter ans Herz.

Die enormen Anstrengungen zeigten in den letzten zwei Jahren einen leichten Erfolg, denn der Fleischkonsum war nach elf Jahren Talfahrt wieder leicht steigend, konnte Christian Deillon erfreut festhalten. Der durchschnittliche Schweizer Haushalt gibt heute 15 Prozent seines Budgets für Nahrungsmittel aus, 3 Prozent entfallen auf das Fleisch. Die Zahl der Fachmetzgereien hat in den letzten Jahren beträchtlich abgenommen, ihr Marktanteil liegt heute unter 20 Prozent. Trotzdem stehen gemäss dem Präsidenten der Schweizerischen Dachorganisation der Metzgermeister, Bruno Kamm, die Zeichen für gewerbliche Metzgereien in Zukunft gar nicht so schlecht, vor allem, weil keine Überversorgung auf dem inländischen Fleischmarkt mehr besteht.

Lehrlingsausbildung pflegen

Um auch in Zukunft kompetente Fachleute zu garantieren, kommt dem Lehrlingswesen grosse Bedeutung zu. Aus dieser Überzeugung hat Hubert Roschy nach dem Tod von Jean-Nicolas Rotzetter das Präsidium der Lehrlingskommission übernommen. Er wurde von der Gewerblich-Industriellen Berufsschule in Freiburg ernannt. Neu gehört auch Rudolf Klaus, Plaffeien, der Lehrlingskommission an. Er trat dafür nach elf Jahren aus dem Vorstand zurück und wird in Zukunft durch Werner Zosso von der Zosso AG Schmitten ersetzt.

Im vergangenen Jahr haben neun Kandidaten die Lehrabschlussprüfung Typ A und einer Typ B abgeschlossen. Zur gleichen Zeit haben 13 junge Burschen die Lehre begonnen.
Hubert Roschy zeigte sich äusserst zufrieden über diesen Zuwachs. Die Prüfungen 2000 werden nach einem neuen Konzept in drei Fachrichtungen stattfinden. 22 Experten haben den Expertenkurs besucht und dürfen auch in Zukunft Prüfungen abnehmen.
An der Generalversammlung beschloss der Freiburgische Metzgermeisterverband einstimmig, der Vereinigung zur Förderung von Produkten aus dem Freiburgerland beizutreten. Diese Vereinigung wurde vor rund einem Jahr ins Leben gerufen; sie hat sich zum Ziel gesetzt, dem Konsumenten die freiburgischen Produkte bekannt zu machen. Mit eindrücklichen Worten und einem Video stellte Daniel Blanc die Vielfalt der Freiburger Spezialitäten vor, unter denen selbstverständlich auch die Fleisch- und
Charcuteriewaren einen festen Platz einnehmen.
Sechs Metzgermeister wurden für 25 Jahre Mitgliedschaft mit einem Geschenk geehrt: François Blanc, Châtel-St-Denis, Gilbert Descheneaux, Romont, Louis Limat, Neyruz, Nicolas Grossrieder, Charmey, Michel Demierre, Châtel-St-Denis, und Bruno Schaller, Bösingen.